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„Reich“ ist nicht in jedem Fall gleich „Leistungsträger“
Dialog mit dem Alter Ego über das dt. Sparprogramm, erstellt und veröffentlicht am  08.06.2010
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Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Was hält Noah denkt™ von dem Sparprogramm, das gestern von
der deutschen Regierung beschlossen worden ist?
Antwort von Noah denkt™ (Nd): Wir meinen,
dass darin wieder jener Denkfehler des Angestelltenkapitalismus
enthalten ist, auf den wir schon früher hingewiesen haben, nämlich der, dass in der FDP zu selbstverständlich
davon ausgegangen wird, dass Besserverdiener auch volkswirtschaftliche Leistungsträger sind. Denn ganz so
einfach ist das natürlich nicht.

AE: Was hätte die Regierung denn stattdessen machen sollen?
Nd: Nun es wäre im Sinne einer neuen wirtschaftlichen Dynamik in unserem Lande sicher wichtig gewesen, dass
Sparprogramm so strukturieren, dass darin auch dem Unterschied zwischen Unternehmer und angestelltem
Besserverdiener Rechnung getragen wird. Denn, wenn es in unserem Lande vorwärts gehen soll, dann brauchen
wir dazu vor allem Menschen, die sich dem Risiko der Selbstständigkeit und der (Bahn brechenden) Innovation
auch tatsächlich zu stellen bereit sind. Leute aber, die ihr ganzes Leben im Angestelltsein verbringen, die wollen
gerade das nicht. Denn ihnen geht es viel zu sehr darum, erst einmal die eigenen Schäfchen ins Trockene
bringen, als dass sie sich jetzt noch mit aller Kraft für das Wachstum würden einsetzen können. Da dem aber so
ist, wie es ist, und es gerade bei den leitenden Angestellten eine gewissen Bringschuld gegenüber der
Gesellschaft gibt, di sie bis dato nicht erfüllt haben, da wäre es nun besser gewesen, wenn man die Betreffenden
nicht so weit geschont hätte, wie dies jetzt im Sparpaket geschehen ist.

AE: Heisst das, das Noah denkt™ es für gut befunden hätten, wenn diesen angestellten Besserverdienern
zusätzliche Steuern aufgebürdet worden wären. Immerhin ist es ja schon heute so, dass die Reichen 70% des
gesamten deutschen Steueraufkommens finanzieren. Wird man da tatsächlich noch etwas drauf satteln können.
Nd: Sicher wird man da nicht viel mehr drauf satteln können. Dennoch hätte man hier im Bezug auf einen
langfristigen Kulturwandel die entsprechenden Akzente setzen müssen.

AE: Warum ist das nicht geschehen?
Nd: Weil natürlich auch die Regierung, und
die politische Klasse schlechthin voller Drückeberger ist, die sich
lieber von Transferzahlungen finanzieren lassen, als es selbst mit einer unternehmerischen Selbstständigkeit zu
versuchen. Es ist daher kein Wunder, dass sie den Unterschied zwischen einem unternehmerischen Dasein, und
dem eines besser verdienenden Angestellte auch nicht verstehen bzw. selbiges auch nicht verstehen wollen.

AE: Kann man aus dem Gesagten also schließen, dass Noah denkt™  dieses Sparpaket ablehnt?
Nd: Nein. Wir müssen sparen. Und da wir nun mal keine besseren Politiker haben,
die unseren kapitalistischen
Existenzialismus glaubwürdig vertreten können, müssen wir nun notgedrungen mit dem Vorlieb nehmen, was wir
gegenwärtig haben. Mit anderen Worten, wir können uns jetzt kein ewiges Gejammer und Gezeter leisten,
sondern müssen nun sehen, dass wir endlich in die Puschen kommen. Deshalb sagen wir mit einem Seufzer „ja“
zu diesem Paket.

AE: Auch die Streichungen im Sozialhaushalt können Noah denkt™ nicht zu einer anderen Auffassung bewegen?
Nd: Nein. Sicher tun diese Kürzungen, so manchem, der derlei Einbußen nicht verdient hat, weh. Aber es war von
vorneherein klar, dass der Sozialsektor nicht ungeschoren davon kommen kann.

AE: Wie ist es mit den Abgaben, die die Wirtschaft zu entrichten haben wird?
Nd: Die halten wir, bis auf die Atomstromabgabe, für ziemlich lächerlich.

AE: Und noch mal: Trotz alledem sagt Noah denkt™ „ja“ zu diesem Sparprogramm?
Nd: Richtig. Die Deutschen sind ohnehin Weltmeister im Beschwerdeführen. Da kann man selbst an diesem Rad
nicht mit gutem Gewissen noch drehen wollen.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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