Noah denkt™  -
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Dialog mit dem Alter Ego über das Ergebnis der Bundestagswahl 2009, erster Entwurf erstellt am 27.09.,
veröffentlicht am 28.09.09
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Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Was hält Noah denkt™ vom Ergebnis der Bundestagswahl 2009?
Antwort von Noah denkt™ (Nd): Wir haben keine Probleme damit, dass die schwarz-gelbe Koalition gewonnen
hat. Ja, mit gewissem Recht wird man sogar sagen können, dass wir das Ergebnis begrüßen.

AE: Und das, nachdem Noah denkt™
sowohl die CDU, als auch die FDP in unserem letzten Gespräch noch als
unglaubwürdige Politikunterhalter und Laufbahnkarrieristen bezeichnet hat?
Nd: Richtig. Natürlich ist Noah denkt™ auch weiterhin der Auffassung, dass es sich bei den Vertretern dieser
beiden Parteien in erster Linie um Establishmentverteidiger handelt, die sich diesem Ziele nur deshalb
verschrieben haben, weil sie nur so auch selbst zur Cabrio fahrenden Spaßoberschicht gehören können. Und
doch sind uns die bürgerlichen Parteien lieber, als diejenigen, die links von der Mitte stehen, weil Union und FDP
wenigstens eine Ahnung davon haben, dass der weitere Ausbau der staatlichen Verwaltungs- und
Bürokratenherrschaft nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

AE: Mit anderen Worten, unser Projekt unterstützt im Zweifelsfall lieber die angestellten Berufskapitalisten, die in
Wahrheit ja  keine ehrlichen Kapitalisten sind, als dass es sich auf die Seite derer schlägt, die immerhin noch eine
Ahnung von der moralischen Verpflichtung zur persönlichen Rebellion haben?
Nd: Also, wenn diese Ahnung von der moralischen Verpflichtung zur geistigen Rebellion so aussieht, dass man
sie sich, wie dies bei den Grünen, den Linken und der SPD der Fall ist, lieber von Steuergeldern bezahlen lassen
will, als das Risiko dafür ganz und gar selbst zu übernehmen, dann steht Noah denkt™ in der Tat den feigen
Berufskapitalisten näher, als den billigen Staatsknetemoralisten.

AE: Ist das pädagogisch richtig? Sollte man die Staatsknetemoralisten nicht schon deshalb unterstützen, damit
wenigstens die Ahnung von der Verpflichtung zur persönlichen Rebellion nicht gänzlich verloren geht? Immerhin
steht diese wegen der fortgesetzten BWLerisierung unserer Welt ja ohnehin schon kurz vor dem Aussterben.
Nd: Richtig ist, dass das Wissen um die Notwendigkeit einer persönlichen Rebellion bedroht ist. Allerdings meinen
wir, dass man dieser moralischen Verpflichtung keinen Dienst erweist, wenn man sie halbherzig, also mit dem
Blick auf das Erhalten von Staatssubvention, vorlebt.

AE: Warum ist das so?
Nd:  Weil es eine ehrliche Rebellion ohne die Akzeptanz eines persönlichen, existenziellen Risikos nicht geben
kann. Und die Befürwortung einer sozialverträglichen, also schmerzfreien Wohlstandsrebellion macht letztlich die
wahre Emanzipation noch viel schwieriger, als dies das völlige Unverständnis der Laufbahndemokraten zu leisten
vermag.

AE: Das verstehe ich nicht
Nd: Na ja, immerhin ist es doch so, dass die Linken mit ihrer nach Subventionen schielenden Anti-
Oberschichtpolitik doch den Gedanken derer stützen, die von vorneherein meinen, dass ein opfer- und
schmerzfreies Wohlstandsdasein wie selbstverständlich ein natürliches Menschenrecht sei. Damit aber, in dem
auch die Gegner des Feudalismus sich an der Diskreditierung einer wahren Risikobereitschaft beteiligen, damit
hat man es jetzt mit einer großen Koalition der Feigheit zu tun, gegen die sich Stimme der Freiheit kaum noch
durchsetzen kann.

AE: Glaubt Noah denkt™, dass es der Linken jemals gelingen wird, sich von dem Gedanken zu verabschieden,
dass die meisten Übel der Welt durch eine staatlich gelenkte Umverteilungspolitik behoben werden können?
Nd: Es sieht leider nicht danach aus, als ob es jemals zu dieser wunderbaren Einstellungswandlung kommen wird.

AE: Warum ist das so?
Nd: Weil man sich hier nicht zutraut, die Gewalt des Kapitalismus allein mit der heilenden Kraft des persönlichen
Vorbildes besänftigen zu können.

AE: Und ist das nicht eine vernünftige Einstellung?
Nd: Nun, es ist auf jeden Fall eine Haltung, die es dem Betreffenden leicht macht, sich aus seiner persönlichen
Verpflichtung zur Bereitstellung eines solch leuchtenden Vorbildes zu stehlen.

AE: Was konkret wird man aber tun müssen, um diese vorbildhafte Strahlkraft entwickeln zu können?
Nd: Man wird den nachvollziehbaren Nachweis erbringen müssen, dass es möglich ist, in dieser Welt einen nicht
unbeträchtlichen materiellen Erfolg zu haben, ohne sich dabei verbiegen und den Geist des kategorischen
Imperativs verletzen zu müssen.

AE: Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es keineswegs einfach ist, diesen Beweis zu erbringen.
Nd: Es ist richtig, dass es wenigstens eine beinahe selbstzerstörerische Risikobereitschaft braucht, um den
Nachweis der Erfolgsfähigkeit eines zu Ende gedachten kategorischen Imperativs führen zu können.

AE: Und wird man diese beinahe selbstzerstörerische Risikobereitschaft legitimerweise von einem
durchschnittlichen Familienvater erwarten können?
Nd: Von einem durchschnittlichen Familienvater sicher nicht. Aber von einem, der einen Führungsanspruch
erhebt, oder eine sonstige Deutungshoheit für sich reklamiert, wird man diese Opferbereitschaft in der Tat
erwarten müssen.

AE: Und es ist diese Opferbereitschaft, die den Berufskapitalisten und Berufspolitikern genauso fehlt, wie den
Staatsknetemoralisten und Vollkaskodenkern.
Nd: Stimmt. Ja, man wird sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten können, dass es gerade die
fehlende Opferbereitschaft der Berufskapitalisten und Berufspolitiker ist, die den kapitalistischen Wandel so
gewalttätig werden lässt. Denn zu sehr hat man sich hier vor den Schmerzen der Freiheit versteckt, als dass man
diese Pein jetzt noch für andere ehrlich würde minimieren können.

AE: Okay, ich hab’ verstanden.
Nd: Alles klar. Danke der Nachfrage.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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