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Was tun in Mali?
Kommentar zur Begründung eines militärischen Engagement Deutschlands in Mali, erstellt und veröffentlicht am
22.01.13
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Endlich, endlich
hat es in ARD und ZDF die erste Talk-Show in Sachen möglicher Bundeswehreinsatz in Mali
gegegen. Im Lichte dieser Diskussion möchten wir denen, die vor einem solchen Einsatz warnen, folgende
Anmerkungen zukommen lassen.

Sicher ist die triste Wahrheit in der Dritten Welt die, das kaum etwas von dem, was der Westen dort federführend
bewirken will, so richtig funktioniert:

  • Entwicklungshilfe endet meist damit, dass die begonnenen Projekte spätestens dann in sich
    zusammenfallen, wenn die Verantwortung dafür an lokale Stellen übergeben wird.


  • Aber auch die Finanzierung und Unterstützung lokaler Gruppen hat beträchtliche Risiken. Denn wie in
    Afghanistan, Libyen und auch Mali gesehen, führt derlei Hilfe nicht selten dazu, dass die so ausgerüsteten
    und ausgebildeten Kräfte sich irgendwann gegen den früheren Mentor richten, und dann neues Unheil
    anrichten (Al-Qaeda), bzw. die üppig gelieferten Waffen meist bietend versilbern (Libyen).

  • Ebenso ist die Verlagerung der Verantwortung für den internationalen Frieden auf Nachbarsstaaten kein
    Allheilmittel. Wie nämlich im Falle Mali zu beobachten, hinken derlei Initiativen oft daran, dass in den
    Nachbarstaaten kein Geld vorhanden ist oder der Ausbildungsstand der Kampftruppen dort zu gering ist,
    um nachhaltig wirksam zu sein. (Die einzige Ausnahme im Falle Malis scheint der militärische Verband aus
    dem Tschad zu sein, der im Wüstenkampf erfahren, und auch über die nötige Stringenz in der
    Befehlsstruktur verfügt.)    

Was nun ein
etwaiges Engagement deutscher Soldaten in Mali betrifft, so kommen hier weitere nicht
unwesentliche Bedenken hinzu:

  • Erstens, ist die Bundeswehr überhaupt für einen asymetrischen Wüstenkampf ausgebildet und
    ausgerüstet? (Wahrscheinlich nur bedingt.)

  • Zweitens, wie sieht das mit der militärischen Koordination zwischen Deutschland und Frankreich aus?
    Immerhin haben sich die Franzosen ja nicht mit Deutschland verständigt, ehe sie in Mali einmarschiert sind.
    Allein dieser Umstand lässt doch befürchten, dass auch im Kampfgebiet die interne Absprache schwierig
    sein wird.

  • Drittens, wie kann ein Bundeswehr-Engagement in Mali erfolgreich sein, wenn die deutsche Bevölkerung
    nur halbherzig hinter dem Einsatz steht und deutsche Interessen hier nur mittelbar verteidigt werden?

  • Viertens, was sind eigentlich die genauen Ziele dieser militärischen Intervention?

Alle diese Bedenken und Hinweise sind berechtigt. Und doch kann derlei Einwände nicht dazu führen, dass man
nun die Hände in den Schoss legt, und es dem Schicksal überlässt, welchen Lauf es nehmen will. Im Gegenteil,
man muss es akzpetieren, das menschliches Handeln allzu oft nur eine Flickschusterei ist, die am lebenden
Objekt improvisiert, und dabei natürlich schmerzliche Fehler macht.

Im Falle Malis aber bedeutet das
über das von uns früher schon Gesagte hinaus:

  • Das das Bundeswehr-Engagement in Mali nicht an allervorderster Front sein kann;

  • Dass die Intervention dort am Ende darauf hinauslaufen muss, die legitimen Autonomieansprüche der
    Tuareg zu befriedigen. (Möglicherweise heisst dies sogar, dass man ihnen einen eigenen Staat zugestehen
    muss);

  • Dass eine solche Autonomielösung auch den anderen Stämmen/Volksgruppen, die im Nordmali ansässig
    sind, gerecht werden muss;

  • Dass es baldmöglich dazu kommen muss, dass ein Dialog mit den nicht salafistischen Kräften des Nordens
    begonnen werden muss;

  • Dass es militärisch nur darum gehen kann, den Vormarsch der Salafisten zu stoppen, und sie innerhalb der
    Nordrebellen zu isolieren;

  • Dass es am Ende die Tuareg selbst sein müssen, die das Problem von Al-Qaeda im Magreb lösen;

  • Und dass dies möglicherweise auch bedeuten kann, dass man die nicht salafistischen Tuareg mit lang
    anhaltenden Subvention ins eigene Lage holen muss.  
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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Bundeswehreinsatz in Mali,  Vergleich zwischen deutscher und franzoesischer Aussenpolitik, Angleichung der
deutschen und franzoesischen Aussenpolitik, Bedeutung gemeinsamer Aussenpolitik fuer die Stabilitaet des
EUROs, EURO und Aussenpolitik, deutsch-franzoesische Freundschaft