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Über die NATO in Afghanistan
Kommentar zur Rede von Senator McCain auf der Münchener Sicherheitskonferenz vom 10.02.07
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Wer in diesen Tage die Rede von Senator McCain auf der Münchener Sicherheitskonferenz mitverfolgt hat, der
wird nicht anders, als betrübt, darüber sein können, dass selbst ein so honoriger Freiheitskämpfer, wie der Herr
McCain, sich derart täuschen kann, wenn es um die Vermittlung und Verbreitung der demokratischen Werte geht.
Denn, dass sich am Einsatz der NATO in Afghanistan sowohl der Zusammenhalt des Bündnisses, als auch die
Beständigkeit der Demokratie in Afghanistan entscheiden soll, das wird man gar nicht glauben können. Denn zu
sehr würde man damit die Vernunft doch auf den Kopf stellen wollen, als dass man sich diese jetzt noch würde
bewahren können.

Nein, wer aus dem Afghanistan-Abenteuer die rechten Lehren ziehen will, der wird erkennen müssen, dass es von
Anfang ein Fehler gewesen ist, daran zu glauben, dass man hier eine Demokratie mit Waffengewalt wird
etablieren können. Und so hätte man die Invasion wohl auch niemals vernünftig unternehmen dürfen. Denn zu
sehr hat man den Afghanen auf diese Weise den Weg zur Freiheit erst verbaut, als dass man sich vor dessen
Extremistenpotential jetzt noch so ohne weiteres wird beschützen können.

Dass der Herr McCain aber die Unmöglichkeit gar nicht recht erkennen kann, die dem militärischen
Demokratiexport nach Afghanistan zu Grunde liegt, das wird man sich nur so erklären, dass sich ein Amerikaner
so ohne weiteres den Druck nicht vorstellen kann, den ein feudales Erbe auf die nationale Psyche haben kann.
Denn zu wenig hat er damit innerhalb seinen eigenen Landesgrenzen tagtäglich doch zu tun, als dass er sich jetzt
noch wie selbstverständlich in die Befindlichkeiten auf anderen Kontinenten hineinversetzen kann.

Da dem aber so ist, wie es ist, und es hier, auf diesem Gebiete, auch weiterhin immer wieder zu Spannung im
deutsch-amerikanische Verhältnis kommen wird, da sei dem Herrn McCain an dieser Stelle einmal klipp und klar
gesagt, dass es nicht der Freiheitsglaube ist, der ihn von diesem Kommentator unterscheidet, sondern, dass es
vielmehr die Frage von dessen nachhaltiger Vermittlung ist, die uns hier von einander trennt.
Denn zu sehr hat man gerade in Deutschland doch selber auch erfahren können, dass eine importierte
Demokratie erst dann auch eine wahre genannt werden kann, wenn sie durch eine zweite, hausgemachte
Umwälzung von innen zu derselben wirklich auch geworden ist, als dass man es jetzt noch einem anderen Lande
wünschen kann, dass ihm der Weg dahin von außen oktroyiert wird.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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