Noah denkt™  -
    Projekt für Wirtschaftsbeurteilungen
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Dialog zwischen Noah denkt und seinem Alter Ego, erster Entwurf erstellt am 07.01.,
veröffentlicht am 09.01.09
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Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Noah denkt™ ist doch
mit Friedrich Merz der Meinung, dass die
Gesellschaft mehr Kapitalismus wagen sollte?
Antwort von Noah denkt™ (Nd): Richtig.

AE: Gibt ihm da nicht der Freitod des Unternehmers Adolf Merckle zu denken?
Nd: Warum?

AE: Na, ja, immerhin ist doch hier einer, der mehr Kapitalismus gewagt hat, und der daran erbärmlich zu Grunde
gegangen ist. Oder anders gesagt: Wird man am Beispiel des Unternehmers Merckle nicht erkennen müssen,
dass der Kapitalismus und die Freiheit den Menschen schlichtweg überfordern.
Nd: Das ist eine sehr gute Frage?

AE: Und was ist die Antwort darauf?
Nd: Die Antwort darauf lautet, dass auch die Planwirtschaft und die Unfreiheit den Menschen überfordern.

AE: Wieso?
Nd: Nun, denk doch nur mal an die Vielzahl der Dissidenten und Abweichler, die wegen ihres
Selbstbestimmungskampfes in autoritären Folterstätten hingerichtet werden.

AE: Noah denkt™ meint also, dass man die Hinrichtungsopfer in China mit dem Selbstrichtungsopfer Merckle
vergleichen kann?
Nd: Bis zu einem gewissen Grade schon. Immerhin haben wir ja schon mehrfach darauf hingewiesen, dass der
ultimative Vorteil der Freiheit darin besteht, dass man sich hier wenigstens die eigene Foltermethode selber
aussuchen kann.

AE: Nun ist der Unternehmer Merckle ja nicht im Kampf gegen die Unfreiheit gefallen, sondern an der
Verzweiflung zu Grunde gegangen, die ihm die Freiheit eingebrockt hat. Man wird seinen Tod also nicht als ein
Fanal des Selbstbestimmungsringes verstehen dürfen.
Nd: Stimmt. Aber auch nicht jeder hingerichtete Freiheitskämpfer hat das Beste aus seinem Freiheitskampf
gemacht. Auch hier wird es den einen oder anderen geben, der aus Dummheit, taktischen Fehlern oder Übermut
in die Hände seiner Häscher gerät. Und so wird man denn auch nicht jeden, der um der Freiheit Willen getötet
wird, als ein Paradebeispiel dafür nehmen können, wie man seinen Selbstbestimmungsanspruch leben soll. Denn
zu sehr wird man auch hier die Situation im Einzelnen analysieren müssen, als dass man jetzt noch das Opfer an
sich als vernünftig wird erkennen können.  

AE: Mit anderen Worten, es ist nicht die Opferbereitschaft an sich, welche die Vernunft des Freiheitskämpfers
begründet, sondern es ist die Art, wie er diese Opferbereitschaft umsetzt und belegt, die dieses tut.
Nd: Richtig.

AE: Wäre es um des Verständnis Willens nicht notwendig gewesen, diesen Punkt früher schon deutlich
herauszuarbeiten?
Nd. Wir haben das getan!

AE: Wo und an welcher Stelle?
Nd: In unserem „
Businessplan Existenzphilosoph“.

AE: Da ist es aber ganz schön versteckt.
Nd: Mag sein. Aber man braucht auch den richtigen Anlass um die Sache am praktischen Vorfall angemessen
verdeutlichen zu können.

AE: Akzeptiert. Eine Sache gibt es aber noch, die hier diskutiert werden muss. Und zwar geht es dabei um die
Frage, ob es nicht einen Mittelweg zwischen dem Kapitalismus und der Planwirtschaft gibt, welcher der Natur der
Menschen gerechter werden kann.
Nd: Wie soll die aussehen?

AE: Nun, wie wär’s z.B. mit einer eingeschränkte Wettbewerbsgesellschaft, etwa in Form einer sozialen
(Bürokraten-) Marktwirtschaft? Wird man hier nicht das menschliche Wachstumsbedürfnis einerseits und dessen
Ruhebedürfnis andererseits viel besser mit einander versöhnen können?
Nd: Aber wir haben doch schon darauf hingewiesen, dass eine solch reduzierte Freiheitsgesellschaft eine
erhebliche Establishmentverkrustung mit sich bringt, so dass es gerade die Unüberwindlichkeit des hier
herrschenden Schubladendenkens ist, die die Verzweiflung schafft.

AE: Aber tötet diese Verzweiflung auch?
Nd: Wir meinen schon.

AE: Wie zum Beispiel?
Nd: Na, man denke nur an die vielen, die sich angesichts einer vermeintlichen beruflichen Aussichtslosigkeit das
Leben nehmen, nur weil sie sich nicht vorstellen können, aus einer Berufsschublade in die andere wechseln und
dort bestehen zu können.

AE: Und Noah denkt™ meint, dass an dieser Verzweiflung die verkrustete Bürokratengesellschaft schuld ist?
Nd: Die und die mangelnde Phantasie derjenigen, die sich nicht vorstellen können, deren Kleinkariertheit
überwinden zu können.

AE: Nun weiß man ja nicht, wie viele es sind, die sich auf Grund solcher Überlegungen das Leben nehmen.
Nd:  Nun, es werden schon einige sein. Und wenn man dann noch diejenigen dazu zählt, die im Suff, in der
Drogenabhängigkeit oder in der Depression enden, dann kommt hier schon eine erkleckliche Zahl zusammen. Da
helfen dann auch die lächerlichen Umschulungsprogramme nicht mehr, die von den mitleidswürdigen
Arbeitsämtern angeboten werden.

AE: So kommen wir also zu dem Schluss, dass dort wo gehobelt wird, auch Späne fallen, und dass man deshalb
nicht in eine Hysterie geraten muss.
Nd: So kann man das sagen.

AE: Das heißt aber auch, dass Noah denkt™ dabei bleibt, dass mehr Kapitalismus gewagt werden muss.
Nd: Richtig, und zwar schon deshalb, um den Ausgekegelten die Hoffnung zu erhalten.

AE: Okay, lassen wir es dabei.
Nd: Ja, lassen wir es dabei.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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