Noah denkt™  -
    Projekt für Wirtschaftsbeurteilungen
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Dialog zwischen Noah denkt™ und seinem Alter Ego, erster Entwurf erstellt am 04.11.08,
veröffentlicht am 30.12.08
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Abstract: Der Kapitalist ist ein marktwirtschaftlich gesinnter Demokrat, der seine Selbstbestimmung durch ein selbstständiges,
unternehmerisches Angebot zu erzielen sucht, welches den Prinzipien der Innovation, der Mehrwertschöpfung, des Wettbewerbs
und des nachhaltigen volkswirtschaftlichen Wachstums gerecht werden kann.

Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Unser Gespräch über Friedrich Merz („Mehr Kapitalismus wagen“)
veranlasst mich zu der Frage, was eigentlich ein Kapitalist ist?
Antwort von Noah denkt™(Nd): Gute Frage.

AE: Und was ist die Antwort?
Nd: Nun nach Marx ist ein Kapitalist derjenige, der seine Arbeitskraft nicht an andere verkauft bzw. verkaufen
muss, um seinen Lebensunterhalt erwirtschaften zu können. Nach Joseph A. Schumpeter ist der Kapitalist vor
allem ein schöpferischer Unternehmer, dem es um die schöpferische Zerstörung, als die Entwicklung teils Bahn
brechender Innovationen geht.

AE: Interessant. Und wie würde Noah denkt™ den Begriff des Kapitalisten definieren.
Nd. Also für uns ist der Kapitalist ist ein freiheitlich gesinnter Demokrat, der seine Selbstbestimmung durch ein
selbstständiges, marktwirtschaftliches Angebot zu erzielen sucht, welches den Prinzipien der Innovation, der
Mehrwertschöpfung, und des kategorischen Imperativs gerecht werden kann.

AE: Mit anderen Worten, Noah denkt™s Definition verbindet den Marxschen Gedanken der  Selbstbestimmung,
mit dem des genialen Entwicklers und bettet beide in die Idee der freiheitlichen Demokratie und Marktwirtschaft
ein.
Nd: So kann man das sagen.

AE: Wer ist denn nun angesichts dieser Definition der größte lebende Kapitalist in Deutschland?
Nd: Sicher nicht Josef Ackermann, und sicher auch nicht Friedrich Merz. Denn bei beiden ist das Bedürfnis der
Selbstbestimmung nicht besonders stark ausgeprägt.

AE: Wie kommt Noah denkt™ darauf?
Nd: Na ja, beide haben ja eine volle unternehmerische Selbstständigkeit weder richtig angestrebt, noch wirklich
erreicht. Denn da wo Herr Ackermann als leitender Angestellter bis heute einem Aufsichtsrat gegenüber
berichtspflichtig ist, da wird es doch das Wohlwollen der übrigen Partner sein, das dem Herrn Merz den Verbleib
in seiner Kanzlei sichern muss.

AE: Aber das Wohlwollen anderer kann doch hier nicht das entscheidende Kriterium sein. Immerhin wird ja auch
der geniale Unternehmer vom Wohlwollen seiner Kunden abhängig sein.
Nd. Ja und nein. Denn, was ein wahrhaft genialer Unternehmer ist, der wird letztendlich eher bereit sein, mit einem
Produkt, von dessen Wert und Notwendigkeit er vollends überzeugt ist, unterzugehen, als sich dem Diktum einer
Kundschaft zu unterwerfen, deren Weitsicht er wenigstens in diesem Fall in Zweifel ziehen muss.

AE: Das aber bedeutet, dass ein wahrer Kapitalist in der Vorstellung von Noah denkt™ ein Märtyrer sein muss?
Nd: Nun ja, er muss wenigstens zum Märtyrer taugen. Ob er es dann auch auslebt, ist die andere Frage. Denn
natürlich wird ein vernünftiger Märtyrer keiner sein können, der um des Märtyrersein Willens zu eben diesem
Selbstaufopferer wird.

AE: Wird damit der Begriff des Kapitalisten nicht zu hoch gehängt. Oder anders gefragt, widerspricht die Idee des
potentiellen Märtyrers nicht dem Grundgedanken einer das Leben erleichternden Marktwirtschaft?
Nd: Sicherlich ist darin eine Spannung enthalten, die nicht ohne weiteres zu verstehen ist. Wer sich aber dieser
Marktwirtschaft ehrlich stellt, der wird erkennen können, dass eine wahre Selbstbestimmung darin nur mit
erheblichen Aufwand zu erzielen. Denn zu fortgeschritten ist die Wettbewerbsgesellschaft mittlerweile geworden,
als dass man darin jetzt noch eine extreme Hingabe eine wirkliche Eigenständigkeit wird erzielen können.

AE: Dann möchte ich doch gerne wissen, ob es denn in Deutschland einen - Anwesende einmal ausgenommen –
gibt,  der diesem Ideal des wahren Kapitalisten entspricht. Denn so recht fällt mir dazu jetzt keiner ein.
Nd: Mag sein. Aber das heißt nicht, dass es derlei Leuchtgestalten hierzulande nicht gegeben hätte.

AE: Wer denn zum Beispiel:
Nd: Na die ganzen Autopioniere, der Herr Siemens, der Herr Zuse der Herr Bayer etc.

AE: Und die besagten Herren wären eher bereit gewesen, zu sterben, als sich einem unverständigen Diktum der
Kundschaft und des Marktes zu beugen?
Nd: Man muss sehen, dass die besagten Pioniere in einem Umfeld gearbeitet haben, wo es noch keinen
Nachfragermarkt gegeben hat, und wo mithin auch eine andere Offenheit gegenüber dem Unbekannten und
Neuen vorhanden war.

AE: Noah denkt™ will doch nicht im Ernst behaupten, dass die Gesinnung der Marktteilnehmer in früheren Zeiten
offener war, als dies heute der Fall ist?
Nd: Doch. Das heißt nicht, dass die allgemeine politische und soziale Gesinnung offener war. Es heißt lediglich,
dass es in einem Anbietermarkt leichter war, für ein neues Unternehmen und ein neues Produkt eine
Aufmerksamkeit zu finden. Denn immerhin konnte man sich in jener Zeit sein Leben noch erheblich mit einer
neuen Technik erleichtern. Mittlerweile aber ist  diesbezüglich ein Stadium erreicht, wo man ein ohnehin hohes
Niveau nicht mehr so ohne weiteres wird heben können.

AE: Soll heißen, dass die Leute mittlerweile genug haben, und gar nicht mehr wollen?
Nd: Nee, das soll heißen , dass sie jetzt nicht mehr inbrünstig auf dieses Neue warten und sich obendrein auch
nicht mehr vorstellen können, dass diese Neue in Heim- und Hausarbeit entwickelt werden kann.

AE: Okay, nehmen wir einmal an, es ist so, wie Noah denkt™ es hier behauptet, wird man dann nicht aus dem
Umstand, dass sich kein Unternehmer finden lässt, welcher derzeit der Noah denkt™schen Kapitalistendefinition
gerecht werden kann, schließen müssen, dass die Letztere unrealistisch ist?  
Nd: Nein, das, was man daraus schließen muss, ist, dass diese Definition vielleicht noch neu ist, und dass sie sich
in dieser Form noch nicht durchgesetzt hat.

AE: Und wird sie sich jemals durchsetzen?
Nd: Wir glauben schon.

AE: Und wenn nicht?
Nd: Dann werden wir wohl, wenn uns keine bessere Strategie einfällt, um unsere Thesen verbreiten zu können,
damit untergehen müssen.

AE: Getreu der eigenen Überzeugung?
Nd: Ja, getreu der eigenen Überzeugung.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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Definition des Kapitalisten, Kapitalist als schoepferischer Unternehmer, Selbstbestimmung
im Kapitalismus
, Begriff des Kapitalisten, Kapitalistenbegriff, Verstaendnis des
Kapitalistenbegriffes,  
Halbherzigkeit des Kapitalismus, Scheinheiligkeit im Kapitalismus