Noah denkt™  -
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Raus aus Afghanistan?
Dialog mit dem Alter Ego über ein politisches Dilemma, erster Entwurf erstellt am 18.09.,
veröffentlicht am 20.09.09
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Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Was hält Noah denkt™ von der Forderung der „Linken“,
die
Bundeswehr aus Afghanistan abzuziehen?
Antwort von Noah denkt™ (Nd): Nichts!

AE: Warum ist das so?
Nd: Weil es sich Deutschland aus Fragen der Bündnissolidarität selbst dann nicht erlauben könnte, seine
Truppen aus Afghanistan abzuziehen, wenn es zu der Auffassung kommen sollte, dass der Einsatz dort sinnlos
und kontraproduktiv ist.

AE: Mit anderen Worten, Noah denkt™ rät der Bundesregierung, es in Kauf zu nehmen, dass Menschen
(darunter nicht zuletzt auch deutsche Soldaten) sinnlos sterben und verstümmelt werden, nur damit die Republik
innerhalb der NATO ihr Gesicht wahren kann?
Nd:  Das ist mehr oder weniger richtig.

AE: Ist dies nicht eine sehr zynische, um nicht zu sagen, Menschen verachtende Position, die Noah denkt™ hier
einnimmt?
Nd: Es ist auf jeden Fall eine Haltung, die einzunehmen uns nicht gerade leicht fällt.

AE: Wäre es deshalb nicht besser, alle zweitrangigen Bündnisüberlegungen über Bord zu werfen, und nun das
einzige richtige zu tun, nämlich niemanden unnötig sterben und leiden zu lassen?
Nd: Erstens, würde dieses Leiden und Sterben nicht abnehmen, wenn die Bundeswehr aus Afghanistan abziehen
würde. Und zweitens, wird man einen Sachverhalt, der für die nationale Verteidigung so existenziell ist, wie die
NATO-Zugehörigkeit, niemals als zweitrangige Angelegenheit betrachten können.

AE: Aber ist es nicht so, dass angesichts der Verantwortung, die eine Regierung für das Wohl und Wehe ihrer
Soldaten hat, es keinesfalls gerechtfertigt sein kann, Menschenleben auf dem Altar der Realpolitik zu opfern?
Nd: Die deutschen Soldaten, die in Afghanistan sterben oder verstümmelt werden, tun dies zum Schutze unseres
Landes. Denn auch wenn Deutschland nicht durch afghanische Truppen gefährdet ist, so würde sich unsere
Sicherheitslage doch extrem verschlechtern, wenn sich unser Land innerhalb der NATO isolieren würde, und
dann auch von anderen im Falle des Falles nur bedingt eine Bündnissolidarität erwarten könnte.

AE: Nun ist dieser Fall, wo Deutschland auf eigenem Territorium angegriffen werden könnte, ja nicht mehr
wahrscheinlich.
Nd: Wenn das so ist, wovon aktuell sicher auszugehen ist, dann ist dies nicht zuletzt auch ein Verdienst der NATO.

AE: Kann es deshalb aber eine Bringschuld der deutschen Politik geben, die so aussieht, dass man sich bei jeder
Verirrung der NATO beteiligen muss, nur weil selbige auch über viele Jahrzehnte die deutsche Freiheit verteidigt
hat.
Nd: Bis zu einem gewissen Grade: Ja!

AE: Was heißt „bis zu einem gewissen Grade“?
Nd: „Bis zu einem gewissen Grad“ heißt, dass Noah denkt™ es nach wie vor für gerechtfertigt hält, sich einem
völkerrechtsproblematischen Kriegsvorhaben der NATO, wie etwa dem, der Irak-Invasion, zu widersetzen.  

AE: Nun steht aber auch die
völkerrechtliche Begründung des Afghanistan-Einsatzes auf recht wackeligen Beinen.
Nd: Stimmt. Allerdings stehen diese Beine im Falle Afghanistans etwas weniger wackelig da, als dies bei der
Irakinvasion der Fall war.

AE: Und dieser graduelle Unterschied reicht schon, um nun die Verantwortung für sterbende Soldaten zu
übernehmen?
Nd: Ja.

AE: Und mehr gibt’s dazu nicht mehr zu sagen.
Nd: Nein.

AE: Gut, dann lassen wir’s dabei.
Nd: Danke.
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