Noah denkt™  -
    Projekt für Wirtschaftsbeurteilungen
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Nichts ist unmöglich
Anmerkungen zum 750 Mrd-EURO-Rettungspaket, erstellt und veröffentlicht am 11.05.2010
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Das 750 Milliarden Euro-Rettungspaket der EU-Staaten lässt unsere Hände zittern. Denn wer sich die Sache mit
normalem Menschenverstand ansieht, der wird zu dem Ergebnis kommen műssen, dass die nun eingesetzte
Schuldensumme viel zu hoch ist, als dass sie mit kontrollierten Mitteln noch abgebaut werden kann. Und doch, wie
wir alle wissen, verfűgt
Noah denkt™ nicht űber einen normalen Menschenverstand. Vielmehr ist hier ein Kopf am
Werk, dem die existentielle Not keineswegs fremd ist, und der deshalb an dieser Stelle erklären kann, dass ihm
die Situation in Europa nicht so verfahren erscheint, wie manch ein Beobachter dies vielleicht vermuten mag. -
Nein, trotz aller Bedenken und Gefahren, deren Vorhandensein wir nicht leugnen wollen, ist Noah denkt™ der
Auffassung, dass der nun eingegangene Wechsel auf die Zukunft, sich am Ende als richtig und vernűnftig
erweisen wird. Warum kommen wir zu diesem Schluss?

  • So sehr es auch stimmen mag, dass man ein Schuldenproblem nicht mit neuen Schulden beheben kann,
    so stimmt es auch, dass es in der aktuellen Situation keine andere Möglichkeit gab, als weitere, enorme
    Schulden in Kauf zu nehmen, um den Euro vor einer weiteren Infragestellung zu retten.

  • Diejeningen, die jetzt argumentieren, dass es besser gewesen wäre, anders (was immer das auch im
    Einzelnen bedeuten mag) vorzugehen, die wird man darauf verweisen műssen, das weder das drastische
    Sparprogramm Irlands, noch ein etwaiger Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone zu einer
    Marktberuhigung gefűhrt haben bzw. hätten. Es blieb hier also nur der Weg in die offensive
    Vorneverteidigung.


  • Wer zudem an dieser Stelle davon ausgeht, dass die EU-Politiker gar keine andere Wahl haben werden,
    als den gegenwärtigen Schuldenstand mit einer űberbordenden Inflation abzubauen, der unterschätzt die
    Politiker in unzulässiger Weise. Denn immerhin  haben ja schon die Sparprogramme in Griechenland,
    Ungarn, Lettland und Deutschland (Stichwort Schroeder/Hartz-IV-Reform) gezeigt, dass demokratische
    Politiker bisweilen eine erstaunliche Fähigkeit entwickeln können, das Richtige zu tun, selbst wenn dieses
    Richtige sie am Ende ihr Amt kosten sollte. Es wäre also falsch, von vornherein davon auszugehen, dass
    es zu den unpopulären Kűrzungen nicht kommen wird, die ohne Zweifel nötig sind.

  • Ja, man wird sogar behaupten műssen, dass die aktuelle Schuldennot der europäischen Staaten, letzteren
    nun eine historische Chance bietet, endlich jene strukturellen Reformen in Angriff zu nehmen, die seit
    langem űberfällig sind. (Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, Reform der Renten- und Krankenversicherung
    etc...) Man wird also, wenn man denn so will, in der aktuellen Entwicklung auch jene Weisheit am Werke
    sehen können, die es Demokratie immer grade dann ermöglicht, űber sich hinauszuwachsen, wenn eine
    solche Groβtat am dringendsten gebraucht wird.

  • Natűrlich scheint es verwegen, jetzt darauf zu setzen, dass es den Euroländern  gelingen kann, dramatisch
    zu sparen, ohne damit einen erheblichen Wachstumseinbruch auszulösen. Dennoch meint Noah denkt™,
    dass die Quadratur des Kreises zu schaffen ist, wenn die notwendigen Sparmaβnahmen mit einer Stärkung
    der Privatinitiative einhergehen. Dazu aber wird vor allem das allenthalben űbliche Gutsherren- und
    Standesdenken űberwunden und durch einen Schumpeterschen Pioniermut ersetzt werden műssen. Denn
    nach wie vor ist es in Europa so, dass kein Durchschnittsbűrger sich auch nur im Traume vorstellen kann,
    dass seine Meinung bei den anerkannten Autoritäten ein ehrliches Gehör finden wird. Solange es aber so
    ist, und man einen amerikanischen Traum in Europa nur schwer wird träumen können, solange wird es
    einen vernűnftigen Abbau der Staatsquote nicht geben können. Und solange wird eine wahre
    Strukturreform auch nicht erfolgreich sein können. Dazu aber, dass das Unerhörte eine echte Chance
    bekommt, dazu haben die Euro-Staats-Chefs nun das entsprechende Signal gegeben. Denn zu mutig ist  
    das soeben geschnűrte Rettungspaket ausgefallen, als dass damit jetzt nicht auch die richtigen Wellen
    geschlagen werden. (siehe diesbezueglich auch unsere Hinweise zum griechischen Sparprogramm)
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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