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Merkwürdig
Aperςu über die Verrenkungen eines Finanzexperten, erster Entwurf erstellt am 19.10. veröffentlicht
am 22.10.2007
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Gestern (am 18.10.2007) geschahen gleich zwei Dinge in „On the Economy“ mit Kathleen Hays (im
amerikanischen Bloomberg-Fernsehen), die bemerkenswert waren. Denn nicht nur trat dort ein Experte auf
(Donald Straszheim von Roth Capital Partners), der, was äußerst selten ist, tatsächlich einmal irgendwo eine
Blase erkennen kann (nämlich am Shanghaier und am Hongkonger Börsenmarkt). Nein, überdies meinte Herr
Straszheim auch, dass man trotz der von ihm diagnostizierten Aktienüberhitzung immer noch an den betreffenden
Börsen würde investieren können. Denn zu sehr, so glaubt er wohl, wird man auch in einer Blase den
entscheidenden Exitpunkt noch erwischen können, als dass man sich jetzt schon eine Investmentabstinenz wird
auferlegen müssen.

Dass es aber so ist, wie es ist, und der Herr Straszheim sich nicht dazu hat durchringen können, den Anlegern zu
raten, einfach die Finger von diesen Märkten zu lassen, das wird man sich nur so erklären können, dass auch für
ihn die Verlockung zu groß ist, die von den exorbitanten Steigerungsraten ausgeht, welche die dortigen Börsen
zu verzeichnen haben. Und so wird man denn auch diesem Experten nicht so ohne weiteres folgen können. Denn
zu sehr hat auch er sich von der Aussicht auf Extremgewinne blenden lassen, als dass er diese jetzt noch
vernünftig wird erzielen können.

Nein, wer hier der Wahrheit die Ehre geben will, der wird erkennen müssen, dass es für einen reinen Wellenreiter
so gut wie unmöglich ist, den rechten Ausstiegszeitpunkt vorherzusagen. Und so wird man sich als solcher auch
gar nicht erst betätigen dürfen. Denn zu sehr wird man in diesem Fall von der eigenen Maximierungsgier
verschlungen werden, als dass man die man deren Indikatoren jetzt noch früh genug wird sehen können.

Nein, nein, wer sich hier nicht selbst betrügen will, der wird sehen müssen, dass man von Wellen nur dann wird
profitieren können, wenn man sich die Unabhängigkeit darin bewahren kann. Und so wird man sich an der
Hysterie in diesem Fall auch gar nicht erst beteiligen dürfen. Denn zu sehr wird man von derselben sonst
gefangen sein, als das man deren Verirrungen jetzt noch angemessen wird erspüren können.  

Da es aber so ist, wie es ist, und man der Vernunft nur dann wird dienen können, wenn man zu einer
ungeheueren Selbstdisziplin fähig ist, da wird man denen, die sich einem reinen eindimensionalen Opportunismus
verschrieben haben, sagen müssen, dass sie ihre empiristische Selbstüberschätzung erst einmal überwinden
müssen, ehe man ihren Modellinterpretation tatsächlich auch vertrauen können.  Denn zu sehr werden sie an
ihrem eigenen Selbstverständnis scheitern müssen, als dass sie damit jetzt noch wahre Werte werden schaffen
können.

Nun wird es natürlich den einen oder anderen unter ihnen geben, der dem hier Gesagten entgegen halten wird,
dass wir es selber doch gewesen seien, die vom Auge des Orkans gesprochen hätten. (siehe Businessplan:
Existenzphilosoph (Kap. 4. ) Und so würden wir das extreme Surfen der Wellenreiter auch gar nicht kritisieren
dürfen. Denn zu sehr, so werden die Betreffenden sagen, würden wir uns andernfalls doch selber widersprechen
müssen, als dass man unseren Worten jetzt auch noch wie selbstverständlich würde glauben können.

Denen aber, die so denken, denen wird man sagen müssen, dass es zwar richtig ist, dass man den Kern eines
Problems am besten dort erfassen kann, wo man dessen Virulenz am nächsten ist, dass dies aber nicht bedeuten
kann, dass man andere deshalb auch für das eigene Draufgängertum wird zahlen lassen dürfen. Denn zu sehr
wird man in diesem Fall deren Einlagen doch riskieren müssen, als dass man sich seiner eigenen Existentialität
jetzt noch ehrlich auch wird stellen können.

Nein, wer sich dem Auge des Orkans vernünftig nähern will, der wird dies nicht aus Gewinnsucht Gründen tun
dürfen, sondern der wird von seiner eigenen Grundlagenforschung dahin geführt auch werden müssen. Und so
wird er sich einen simplen Materialismus in diesem Fall auch nicht mehr länger noch erlauben können. Denn zu
wenig wird er sich sonst die nötige Offenheit auch bewahren können, als dass er deren Turbulenzen jetzt noch
angemessen wird bewältigen können.

Nein, nein, wer das Schicksal begründet herausfordern will, der wird sich um dasselbe auch philosophisch bemüht
haben müssen. Und so wird er sich seine Infaltionsneigung in diesem Fall selber auch verbieten müssen. Denn zu
sehr wird er sich nur so die Selbstbestimmung auch erhalten können, als dass er von dieser jetzt nicht auch wird
profitieren können.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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