Schumpeter lässt grüßen!
Aperςu zur aktuellen Zinsdiskussion in den USA, erstellt am 04.08.07
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Nach der nicht unerheblichen Talfahrt der Aktienmärkte in den USA, sind dort am Ende dieser Woche Stimmen
laut geworden, die von der Federal Reserve eine baldige Zinssenkung verlangen. Denn zu groß, so
argumentieren sie, sei das Liquiditätsproblem, dass die amerikanische Kreditwirtschaft in diesen Tagen erlebe,
als dass man es jetzt noch würde verantworten können, ihr die nötigen Geldmittel jetzt nicht auch zu geben.
Nun wird man in der Tat nicht leugnen können, dass der Kreditengpass, den (möglicherweise nicht nur) die
amerikanische Wirtschaft in diesen Tagen erlebt, dramatische Folgen bis hin zur Rezession haben kann. Wer
aber meint, dass schon diese Aussicht an sich genügen kann, um die Notenbank zur Zinssenkung aufzurufen,
dem wird man sagen müssen, dass er es sich in seinem Bequemlichkeitsbedürfnis doch ein wenig zu leicht
gemacht hat. Denn auf zu nonchalante Weise will er sich hier vor den Konsequenzen der eigenen,
hausgemachten Fehler drücken, als dass er aus diesen jetzt noch angemessen wird lernen können.
Nein, wer hier der Wahrheit die Ehre geben will, der wird sehen müssen, dass eine etwaige Rezession zwar
schlimm sein mag, dass dieses Schlimme an sich aber noch nicht der Grund sein kann, um sich davor auch zu
verstecken. Denn zu sehr wird man in diesem Fall der eigenen Angst gefolgt doch sein, als dass man diese jetzt
noch so ohne weiteres wird besiegen können.
Da es aber so ist, wie es ist, und es nicht die Rezessions-, sondern die Inflationsvermeidung ist, die das erste Ziel
einer Notenbank sein muss, da wird man ihr nur raten können, sich einer simplen Schmerzvermeidungsstrategie
nicht ohne weiteres anzuschließen. Denn zu sehr wird sie sich am Ende damit eine noch viel größere Inflation
einhandeln müssen, als dass sie die daraus resultierende Vertrauenskrise jetzt noch wie selbstverständlich wird
überwinden können.
Nein, nein, wer sich hier nicht selbst betrügen will, der sehen müssen, dass auch schmerzliche Korrekturen
bisweilen einmal nötig sind, um der Wahrheit zu ihrem Recht zu verhelfen. Und so wird er diese Pein auch gar
nicht so sehr fürchten müssen. Denn zu sehr wird er gerade in dieser Not auch die Basis zu einer nachhaltigen
Mehrwertschaffung finden können, als dass er sich um deren konstruktive Bewältigung jetzt nicht auch bemühen
muss.
Dass es aber dennoch so ist, und es immer Zeitgenossen zu geben scheint, die ihre persönliche Abgesicherheit
als ein Gottesrecht verstehen, das wird man sich nur mit der korporativen Angestelltenmentalität erklären können,
die der Kapitalismus wie selbstverständlich produziert. Denn zu sehr macht er es seinen Protagonisten leicht, sich
im risikoarmen Wohlstandskarrierismus zu verstecken, als dass sie jetzt noch jenen selbstausbeuterischen
Unternehmermut würden mobilisieren können, die der wahre Kapitalismus von ihnen recht eigentlich verlangt.
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