Noah denkt™ - Projekt für Wirtschaftsbeurteilungen
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Zur Arbeit des Soziologen Jakob Schrenk („Die Kunst der Selbstausbeutung“)
F&A zwischen Noah denkt™ und seinem Alter Ego, erster Entwurf erstellt am 24.04.,
veröffentlicht am 28.04.08
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Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Kennt Noah denkt™ den Soziologen Jakob Schrenk?
Antwort von Noah denkt™ (Nd): Mein Alter Ego meint, den, der zu dem Thema Arbeitsplatzflexibilität und
Selbstausbeutung geschrieben hat?
AE: Genau den.
Nd: Und was soll mit ihm sein?
AE: Nun die Frage, die ich mir stelle, ist die, was Noah denkt™ wohl von seinen Thesen hält?
Nd: Dann frag’ uns doch einfach.
AE: Aber das tue ich ja hier!
Nd: Und warum dann dieses vorsichtige Herantasten?
AE: Weil ich nicht mit der Tür ins Haus fallen will.
Nd: Das tust du nicht.
AE: Also sei’s drum. Was also hält Noah denkt™ von den Thesen Jakob Schrenks?
Nd: Nun die These, wonach die Flexibilitätsanforderung des Turbokapitalismus inakzeptable Züge annimmt, die
finden wir richtig, sofern sie sich auf angestellte Arbeit bezieht. Wenn damit aber im wahrsten Sinne des Wortes
„selbstständige“, nämlich selbstbestimmte, freie und unternehmerische Arbeit gemeint ist, dann finden wir sie
falsch.
AE: Wo liegt der Unterschied?
Nd: Der Unterschied liegt darin, dass man sich in dem einen Fall, nämlich der angestellten Flexiblität, nicht
hundertprozentig frei zu dieser Selbstausbeutung bekannt hat. Und so wird man diese in diesem Fall auch nicht
ohne Schaden an Körper und Seele überstehen können. Denn zu wenig ganzheitlich wird man sich dieser
Selbstausschöpfung nun überantwortet haben, als dass man ihre Herausforderung jetzt noch überlegen auch
wird meistern können.
In allen anderen Fällen aber, da man sich zur Selbstausbeutung in aller Freiheit unternehmerisch bekannt hat, da
wird man diese gesundheitlich auch gar nicht so sehr fürchten müssen. Denn zu sehr wird man sich in dieser
Leidenschaft nun selber auch entdecken können, als dass man sich über deren Sozialverträglichkeit jetzt noch
wird sorgen müssen.
AE: Wieso meint Noah denkt™, dass eine angestellte Selbstausbeutung nicht hundertprozentig frei gewählt sein
kann. Denn immerhin wird man doch bei diesem Angestellten davon ausgehen, dass er diese Erwerbsform
bewusst für sich selbst gesucht hat. Und so wird man ihm in diesem Fall doch auch gar nicht unterstellen können,
dass er zu seinem Tun nun nicht ehrlich stehen kann.
Nd. Nun, das Problem im Angestelltsein ist, dass man darin weisungsgebunden und in seinem Wohl und Wehe
einem Vorgesetzten nachgeordnet ist. Diese Nachgeordnetheit aber führt dazu, dass das so genannte
„selbstständige Arbeiten“ des Angestellten niemals so selbstständig sein kann, wie es eine wahre,
unternehmerische Selbstständigkeit eigentlich verlangt. Denn zu wenig wird man hier das volle Marktrisiko für sein
Tun selber übernommen haben, als dass man sich jetzt noch der Gängelung würde entziehen können, die vom
Gusto eines Vorgesetzten ausgestrahlt wird.
AE: Und diese Nachgeordnetheit ist es dann auch, welche die angestellte Flexibilitätserwartung so problematisch
sein lässt.
Nd: So ist das.
AE: Wie aber wird ein Unternehmen im Turbowettbewerb überleben können, wenn es von seinen Angestellten
nicht diese Selbstausbeutungsbereitschaft erwarten darf?
Nd: Das ist eine sehr gute Frage, und Noah denkt™ gibt zu, dass es sich hier auf dünnem Eis bewegt. Dennoch
meinen wir, dass es einem Unternehmen auch heute noch möglich sein muss, die notwendige
Innovationsfähigkeit im Turbowettbewerb zu generieren, ohne abei die eigenen Angestellten an den Rand der
Selbstaufgabe treiben zu müssen.
AE. Aber wie soll diese fortgesetzte Innovationsfähigkeit denn erzielt werden, wenn man sich dabei nicht auch auf
die fortgesetzte Selbstquälbereitschaft seiner Angestellten stützen kann. Denn immerhin sind es doch zumeist
diese Angestellten, die die Innovationen entwickeln müssen, die das Unternehmen braucht, um im Markt bestehen
zu können. Und so wird man sich in diesem Fall doch gar nicht drüber wundern müssen, wenn die Mitarbeiter
auch am Wochenende gefordert sind. Denn zu sehr hängt der Fortschritt doch von ihrem
Gehaltsempfängereinsatz ab, als dass man ihnen diesen jetzt nicht auch von ihnen wird verlangen müssen.
Nd: Nun, diese fortgesetzte Innovationsfähigkeit sollte nach unserer Ansicht vor allem dadurch erzielt werden,
dass sich der Unternehmer selbst so sehr zu quälen bereit ist, dass es seinen Angestellten schlussendlich gar
nicht mehr so schwer fallen muss, die notwendigen Verbesserungsvorschlägen weiter zu entwickeln
AE. Und wieso soll es dieser arbeitgeberischen Selbstausbeutungsbeutungsbereitschaft möglich sein, die der
Angestellten reduzieren zu können?
Nd: Weil diese existentielle Hingabe des Arbeitgebers jene Bahn brechende Neuerungen schaffen wird, die allein
es seinen Angestellten leichter machen wird, selbige Pioniertat mit geringerem Aufwand weiter zu verbessern.
Mit anderen Worten, dasjenige, was in einem vernünftigen Betrieb vom Gehaltsempfänger erwartet werden kann,
das sind keine schwer zu bewerkstelligenden epochalen Innovationen, sondern es sind nur jene kontinuierlichen
Neuerungen, die man auch aus dem Alltagsbetrieb erschaffen kann. Und so wird er sich in diesem Fall auch gar
nicht so sehr quälen müssen. Denn zu sehr wird dies für ihn sein philosophischer Unternehmerpionier bereits
getan haben, als dass er sich dieser Tortur jetzt auch noch wird stellen müssen.
AE: Aber diese kontinuierlichen Innovationen verlangen doch auch eine ziemliche Hingabe. Wieso soll es dann für
die Angestellten möglich sein, dieselben zu entwickeln, ohne an den Rand der Selbstausbeutung zu gehen?
Nd: Weil in einem solchen Betrieb, wo der Unternehmer selbst bereit ist, das Meiste aus sich herauszuholen, auch
ein Klima herrscht, dass es den dort Tätigen leichter macht, sich kluger Neuerungen gewahr zu werden. Denn zu
offen und frei wird die Gruppendynamik in einem solchen Unternehmen sein, als dass man davon jetzt nicht auch
entsprechend profitieren kann.
AE: Ist es nicht ein Mystizismus, zu glauben, dass alle Probleme des Turbokapitalismus auf diese Weise geregelt
werden können. Denn immerhin ist es doch so, dass in diesem Superwettbewerb die Latte der Erwartungen
beständig höher gelegt wird. Und so wird man sich darin doch immer weniger auf einer einmaligen Pioniertat
ausruhen können. Denn zu hart wird in diesem Konkurrenzkampf doch gefochten, als dass man in diesem e jetzt
noch mit einer isolierten Existenzausbeutung würde bestehen können.
Nd: Richtig ist natürlich, dass man nicht bis zum St. Nimmerleinstag von der Vorleistung einer einmal erbrachten
epochalen Pioniertat zehren kann. Bis dahin aber, bis eine solch grandiose Neuerung ihre Grandiosität verloren
hat, da wird ein Arbeitnehmer doch eine ganze Weile in deren Schatten überleben können. Und wenn, dann der
Tag X tatsächlich einmal gekommen ist, und die frühere Pioniertat ihre Angestellten nicht mehr wird ernähren
können, dann wird von irgendwoher schon ein neuer unternehmerischer Existenzphilosoph auftauchen, um die
Fackel der Freiheit weiter zu tragen. Denn zu sehr wird es geniale Selbstzerstörungsnutzer doch zu allen Zeiten
geben, als dass man auf sie jetzt nicht auch wird hoffen können.
AE: Noah denkt™s Wort in Gottes Ohr!
Nd: Keine Sorge, der Herrgott wird uns da schon helfen. Denn, die guten Ideen kommen nun mal gerade aus der
Hingabe, mit der man an die Möglichkeit von deren Vorhandensein glauben kann.
AE: Und es gibt auch Beispiele, welche die Richtigkeit der hier formulierten Thesen belegen?
Nd: Die gibt’ sicher, aber wir wollen hier keine nennen. Denn hier geht’s ja vor allem, die Früchte der
Glaubenskraft zu ernten. Und so wird man sich in diesem Fall auch nicht anderswo um einen Beleg der eigenen
Thesen bemühen müssen. Denn zu sehr wird man sich damit doch nur vergeuden müssen, als dass man diesen
Wahrheitsbeweis jetzt noch selber wird erbringen können.
AE: Mit anderen Worten, wir müssen also darauf harren, dass Noah denkt™ die Richtigkeit seiner Thesen am
eigenen Beispiel beweisen kann?
Nd: So ist das.
AE: Und warum halten wir bis dahin nicht einfach den Mund.
Nd. Weil wir ohne diese Vorhersagen nicht die Überlegenheit der eigenen Analysekompetenz begründen können.
AE: Sei’s also drum.
Nd: Ja, sei’s also drum.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein
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