Noah denkt™ - Projekt für Wirtschaftsbeurteilungen
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So geht’s nicht
Gespräch zwischen Noah denkt™ und seinem Alter Ego űber die Unabhängigkeitsbestrebungen der
Albanokosovaren, erster Entwurf erstellt am 15.02., veröffentlicht am 19.02.2008
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Frage vom Alter Ego (F) : Was hält Noah denkt™ von der unilateralen Unabhängigkeitserklärung der
Albanokosovaren?
Antwort von Noah denkt™ (Nd) : Es tut uns leid, aber die Sache gefällt uns gar nicht. Denn, das ist nicht der
richtige Weg, um eine Selbstbestimmung zu erreichen.
F: Aber gibt’s in diesem Fall einen anderen Weg?
Nd: Natűrlich gibt es den. Nur ist der viel langwieriger, umständlicher und schwieriger, als der, der von den
Albanokosovaren jetzt gegangen wird.
F: Und der wäre?
Nd: Darauf zu setzen, dass ein ehrliches Beműhen um Verständigung zwischen den Volksgruppen schlussendlich
dazu fűhren wird, dass entweder eine Unabhängigkeit des Kosovos nicht mehr nötig ist, oder die Serben von sich
aus einer solchen Sezession freiwillig zustimmen werden..
F: So kann nur einer reden, der die Verhältnisse auf dem Balkan nicht kennt. Denn, dass der serbische
Nationalismus jemals einer Abtrennung des Kososvos zustimmen könnte, das wird man wahrlich gar nicht
glauben können. Denn zu viel Blut ist auf dem Amselfeld vergossen worden, als dass man sich jetzt noch zu einer
solchen Grosszűgigkeit wird durchringen können.
Nd: Noah denkt™ will nicht bestreiten, dass es sehr, sehr schwer werden wird, auf einem konzilianten Weg die
Unabhängigkeit des Kosovos zu erreichen. Und dennoch meinen wir, dass der Umstand, dass etwas nahezu
aussichtslos erscheint, noch kein Grund dafűr sein kann, es deshalb nicht dennoch zu versuchen. Denn zu sehr
wären die Menschen sonst von ihren Bäumen gar nicht erst herunter gekommen, als dass man sich eine solche
Kleingläubigkeit jetzt noch wird erlauben können.
F: Wie gesagt, so kann nur ein unverbesserlicher Idealist sprechen? Ein Staatsmann aber muss vor allem Realist
sein. Denn bei dem, was ihm aufgegeben ist, geht es nicht darum, dass er seine persönliche Vervollkommnung
erreicht, sondern hier wird er vor allem das tun műssen, was fűr sein Volk das Beste ist. Und so wird er sich in
diesem Fall einen Perfektionismus auch gar nicht erst erlauben dűrfen. Denn zu sehr wűrde er damit doch eine
historische Chance verspielen műssen, als dass er seine Aufgabe so noch wird erfűllen können.
Nd: Nun, aus unserer Sicht, muss es einem Staatsmann vor allem darum gehen, dass das Blut des eigenen
Volkes nicht unnűtz vergossen wird. Und so wird er sich in diesem Fall die Unabhängigkeit auch gar nicht erst
erstehlen dűrfen. Denn zu sehr wird er diese damit doch letztlich nur gefährden műssen, als dass er seinem Volk
so jetzt noch wird helfen können.
F: Noah denkt™ meint also, dass eine solche unilaterale Unabhängigkeit nur neue Repressalien nach sich
ziehen wird, und dass man auch mit Sturheit die so gewonnene Freiheit nicht wird verteidigen können?
Nd. Absolut. Denn natűrlich werden die Serben diese Verletzung ihrer nationalen Integrität niemals verzeihen.
Und so wird die Zukunft dieses neue Staates immer eine prekäre sein. Denn zu sehr ist derselbe doch gegen die
Nachbarn nun gegrűndet worden, als dass er mit ihnen jetzt noch wird in Frieden leben können.
F: Von den Albanokosovaren aber verlangt man, dass sie das Unrecht vergessen sollen, dass von serbischer
Seite an ihnen verbrochen worden ist?
Nd: So ist das, und Noah denkt™ kann nichts Unangemessenes an dieser Erwartung finden. Denn immerhin sind
es hier ja auch die Albanokosovaren, die etwas von den Serben wollen. Und so ist es denn auch nur
selbstverständlich, dass man von ihnen den ersten Schritt erwarten muss, der ein friedliches Nebeneinander
möglich machen kann.
F: Und das bei all dem aufgestauten, jahrhundertelangen Hass der zwischen beiden Volksgruppen herrscht.
Nd. Nun ja, dafűr sind Staatsmänner nun einmal da, damit sie der aufgekochten Volksseele Einhalt bieten und sie
zur Räson rufen. Oder glaubt mein Alter Ego, dass es beispielsweise fűr Nelson Mandela leicht gewesen ist, die
nach Rache sinnenden Mitglieder des ANC dazu zu bewegen, einer Regierungskoalition mit den Weiβen
zuzustimmen?
F: Sicher nicht. Aber einen wie Mandela gibt’s nun mal nicht alle Tage. Und sind wird man also damit Vorlieb
nehmen műssen, was man hat. Denn zu sehr wird man sich andernfalls doch űberfordern műssen, als dass man
seine Ziele so noch wird erreichen können.
Nd: Mit anderen Worten, wird man sich also gar nicht erst darum beműhen műssen, nach der Gröβe eines
Mandelas zu streben?
F: Na ja, so ein bisschen haben’s die Albanokosovaren ja getan. Immerhin haben sie ja eine ganze Weile still
gehalten. Und erst, als die jahrelangen Verhandlungen tatsächlich kein Ergebnis gebracht haben, haben sie sich
zu diesem Schritt durchgerungen.
Nd: Aber dieses bisschen Stillhalten reicht eben nicht. Denn bei einem jahrhundertelangen Hass wird man die
Gegensätze nun mal nicht in wenigen Verhandlungsjahren űberwinden können.
F: Geduld also wäre nach Noah denkt™ die bessere Lösung gewesen?
Nd: So ist das. Denn die Unabhängigkeit, die die Albanokosovaren jetzt haben, die wird so wenig eigenständig
sein, wie die Unterdrűckung schrecklich gewesen ist, die sie unter dem Kfor-Regime haben erleiden műssen.
F: Und so sind wir also wieder einmal an einem Punkt angelangt, an dem wir uns nicht űber unsere Positionen
einigen können.
Nd. Und, ist das so schlimm?
F: Nun ja, angenehm ist es nicht.
Nd. Aber unerträglich ist es ebenso wenig, oder?
F: Und so soll das denn auch in Zukunft weitergehen?
Nd. Wenn’s sein muss, ja. Man muss es halt nehmen, wie es kommt.
F: So, wie es die Kosovaren jetzt getan haben?
Nd: Nee, nee, eher so, wie Ministerpräsident Tadic jetzt versucht, dem Unrecht entgegen zu wirken, dass an
seinem Volk verűbt worden ist.
F: Nämlich mit friedlichen Mitteln?
Nd. Genau so.
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Nachtrag zu diesem Dialog, veröffentlicht am 01. Februar 2011: Haben Sie űbrigens von den űblen Menschenrechtsverletzungen gehört, die dem kosovarischen Ministerpräsidenten Hashim Thaci vorgeworfen werden? (Siehe dazu den Untersuchungsbericht des Schweizer Senators Dick Marty) Kann man sich da noch ohne weiteres mit der Kosovarischen Befreiungsarmee solidarisieren? Wir
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