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„Dass ein Mann wie ich in Frage gestellt wird…“
Aperςu zum gegenwärtigen Bayern (München) - Manager, Ulrich, gennannt Uli, Hoeness, erster
Entwurf erstellt am 02.11.07, veröffentlicht am 07.11.07
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Es gibt wenige Menschen in unserem Land, an denen sich die Geister so sehr scheiden, wie am gegenwärtigen
Bayern-Manager Hoeness. Und da die Diskussion über ihn nicht selten ins Schablonenhafte und Verletzende
abgleitet, sei an dieser Stelle einmal der Versuch, die Auseinandersetzung um ihn zu versachlichen.

Tatsächlich ist es nämlich so, dass sich das Faszinosum Hoeness vor allem dadurch erklärt, dass man seine
Ansichten in vielen wichtigen Dingen absolut teilen kann. So meint beispielsweise auch Noah denkt™, dass es
richtig ist, wenn er sagt*, dass

    1) „der beste Gewerkschaftsboss [gemeint is hier der Betriebratsboss, Anmerk. des Verf.] der Chef selbst
    sein muss“;

    Denn wahrlich muss er es sein, der sich am meisten darum kümmern muss, dass sich seine Angestellten wohlfühlen. Denn
    nur so wird der Betrieb auch wirklich funktionieren können. Und nur so wird man im Turbowettbewerb auch bestehen
    können. Denn zu sehr wird man nun für einen Energiezusammenfluss tatsächlich auch gesorgt haben, als dass dieser sich
    am Ende nicht auch lohnen wird

    2) nur derjenige sportliche Erfolg auch ein wünschenswerter ist, der mit wirtschaftlicher Vernunft erzielt
    worden ist;

    Denn nur dieser Erfolg wird wirklich auch ein nachhaltiger sein. Und so wird derselbe in diesem Fall dem dahinter
    stehenden Verein auch wirklich nutzen können. Denn zu sehr wird man sich anders übernommen haben, als dass man
    sich davon jetzt noch so ohne weiteres wird erholen können.

    3) ein neuer Investmentpartner für die Bayern sportbezogen sein muss und kein Hedgefonds sein darf;

    Denn nur, wenn dies der Fall ist, dann wird der Geldgeber auch zur Kultur seines Anlageobjektes passen können. Und so
    wird es in diesem Fall denn auch hier den Energiezusammenfluss geben, der auch im Angestelltebereich angestrebt wird.
    Denn zu sehr wird man sich nur so die Erkenntnis der Vernunft wahrlich auch bewahren können, als dass man sich diese
    noch anders auch wird sichern können.

    4) es besser ist sich auf den Markt zu verlassen, um (Spieler-)Gehaltsexzesse zu bereinigen, als dies mit
    bürokratischen Mitteln zu tun.

    Denn tatsächlich ist es so, dass die Welt viel zu kompliziert ist, als dass man die Dinge vor allem mit Praragraphen würde
    lösen können. Denn zu wenig wird man so alle Schlupflöcher wahrlich schliessen können, als dass man es auf diese Weise
    jetzt noch wird versuchen dürfen.

    5) die Menschen in Zukunft sehr hart arbeiten müssen, und daher das Live-Erlebnis brauchen werden, um
    sich überhaupt entspannen zu können.

    Denn, dass die Menschen sich in Zukunft ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten können, ohne dabei einen beinahe suizidalen
    Aufwand zu betreiben, das wird man in der Tat gar nicht recht bezweifeln können. Denn zu hoch ist der Einsatz, den man
    heut’ schon dafür wird erbringen müssen, als dass einem dies in Zukunft noch ohne einen beträchtlichen Selbstquäleinsatz
    wird gelingen können.

    6) der FC Bayern auf seiner Position zwei Nachfolger brauchen wird.

    Denn in der Tat ist es richtig, dass man diesen beinahe suizidalen Aufwand auf immer spezielleren Gebieten wird leisten
    müssen, um damit den gewünschten Erfolg noch haben zu können. Denn zu komplex ist diese Welt geworden, als dass
    man sein Philosophsein jetzt noch anders, als im Punktuellen wird beweisen können.

    7) ein aktiver, sich einmischender, Aufsichtsratsvorsitzende wichtig ist.

    Denn natürlich sind auch hier die Zeiten längst vorbei, wo man seiner Verantwortung dadurch gerecht werden kann, dass
    man sich auf formelle Verfahren verlässt, um seine Arbeit tun zu können. Denn zu sehr wird man sich auch in dieser
    Position selber noch die Hände dreckig machen müssen, um die Beschaffenheit dieses Drecks erspüren zu können, als
    dass man sich dieses Engagements jetzt noch wird enthalten können.

    8) man nicht wegen jeder 500 000 Euro-Investition vierzehn Sitzungen abhalten kann.

    Denn ohne einen Vertrauensvorschuss wird man im Turbowettbewerb nicht bestehen können. Denn zu sehr wird man in
    diesem Fall an der eigenen Zögerlichkeit scheitern müssen, als dass man sich auf diese Weise noch neu wird erfinden
    können.

Nun wird man sich angesichts der vielen wichtigen Punkte, in denen man seine Ansichten teilen kann, natürlich
fragen müssen, wie es denn sein kann, dass der Herr Hoeness dennoch im Lande so unbeliebt ist. Und sicher
wird man es sich dabei nicht so einfach machen können, und alleine auf den Neidfaktor verweisen dürfen, den
seine Erfolge sicherlich geschaffen haben.

Nein, wenn man dem Herrn Hoeness wirklich einen Gefallen tun will, dann wird man ihm nicht verheimlichen
können, dass es gerade seine Standesmentalität ist, die ihn immer wieder zum Feindbild macht. Und so wird man
ihm die Unsinnigkeit derselben hier und jetzt auch nicht mehr länger vorenthalten können. Denn zu sehr würde
man ihm sonst vermitteln, dass es schon okay ist, wenn er für sich eine Sonderbehandung erwartet, als dass er
diese jetzt noch so ohne weiteres wird bekommen können.

Nein, nein, wer auch in diesem Punkt der Wahrheit wirklich dienen will, der wird verstehen müssen, dass eine
ehrliche Marktphilosophie kein Klassendenken erlaubt. Und so wird es sich denn auch einer mit nachgewiesenen
Erfolgen gefallen lassen müssen, dass man ihn wie jedem anderen in Frage stellt. Denn zu sehr wird man
Verwerfungen nur auf dese Weise auch verhindern können, als dass man sich dem Wandel jetzt noch anders
auch wird stellen dürfen.

Da dem aber so ist, wie es ist, und man das kurzfristig Optimale (nämlich das Bedürfnis der bis dato erfolgreichen
Funktionsträger, sich nicht selbst verteidigen zu müssen, sondern alle Energie lieber auf die Projektentwicklung
zu verwenden) bisweilen dem langfristig Optimalen (nämlich der Einbindung selbst der falsch denkenden
Andersdenkenden mittels der Ehrerbietung ihnen gegenüber) wird opfern müssen, um eine nachhaltige Effizienz
tatsächlich auch erreichen können, da wird man dem Herrn Hoeness empfehlen müssen, seine Gutsherrenart zu
überdenken. Denn zu sehr wird er damit einer Pfründenwirtschaft einen Vorschub leisten, als dass er deren
Verrirrungen jetzt noch genug wird verhindern können.
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*Fußnote 1: Diese Beurteilung basiert auf einem Interview, das Uli Hoeness dem „Bundesliga-Magazin“ gegeben hat, und welches
in der November-Ausgabe 2007, S. 38 – 45, erschienen ist.

Fußnote 2: Übrigens, Herr Hoeness, so toll ist es mit der Integrationsfähigkeit des FC Bayern nicht bestellt, wie sie es im o.g.
Interview dargelegt haben. Denn zu sehr hat es doch auch bei Ihnen schon den einen oder anderen gegeben (Frings, Thon,
Hughes, Zickler, van Buyten, Podolski etc.), der sein volles Potential bei Bayern nicht hat entwickeln können, als dass man nicht
auch noch das eine oder andere wird verbesseren können.

Fußnote 3: Und nicht zuletzt, auch in Punkte Scouting für die Erstliga-Mannschaft wird man sich auf den derzeitigen Erfolgen sicher
nicht ausruhen können.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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