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Wie weltlich sind die sog. weltlichen Werte wirklich?
Aperςu zwischen Abraham, Hiob und dem Neuen Testament, erster Entwurf erstellt am 15.09.07
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Soviel vorweg. Wir behaupten hier nicht, dass wir große Bibelkenner oder gar ausgebildete Theologen seien.
Denn zu sehr haben wir uns bis dato noch anderswo herumgetrieben, als dass wir der Heiligen Schrift jetzt schon
jene Aufmerksamkeit hätten widmen können, die ihr recht eigentlich wohl gebührt.

Nein, wenn wir uns mit der Bibel beschäftigt haben, dann ist dies eher so gewesen, dass man hier und da was
aufgeschnappt, und an einem stillen Abend auch mal darin geblättert hat. Denn zu sehr hat es uns bisher an der
inneren Ruhe noch gefehlt, als dass wir sie jetzt schon mit jener Eindringlichkeit hätten studieren können, die eine
öffentliche Debatte über sie verlangt.

Und doch, so sehr wir uns an dieser Stelle eine Auslegungskompetenz auch nicht anmaßen wollen, so sehr sei es
uns hier doch erlaubt, auf wenigstens eine Merkwürdigkeit hinzuweisen, die uns aufgefallen ist. Denn zu sehr, so
scheint es, hängt doch auch unser Unternehmen von derselben ab, als dass wir uns diese Freiheit jetzt nicht
auch gewähren dürfen.

Nein, nein, wer sich seine Unvoreingenommenheit ein wenig doch erhalten hat, der wird anders nicht anders, als
befremdet, darüber sein können, dass es zwischen dem Alten und Neuen Testament doch eine Uneinheitlichkeit
zu geben scheint, wie darin mit dem Thema Reichtum und Erfolg in dieser Welt umgegangen wird. Denn während
das vornehmlich neutestamentliche Christentum nicht müde wird, uns darauf hinzuweisen, dass die wahre
Entlohnung für eine ehrliche Gottesfürchtigkeit erst im nächsten Leben zu erwarten ist, da wird man im Alten
Testament doch die eine oder andere Stellen finden können, die eine Entlohnung auch in dieser Welt in eine
Aussicht stellt. Denn zu sehr gibt es doch hier die eine oder andere Glaubensgröße (- denken wir etwa an
Abraham oder Hiob - ), die auch vor dem Tod schon für seine Gottestreue belohnt worden ist, als dass man jetzt
noch wie selbstverständlich davon ausgehen kann, als dass ein Erfolgsbemühen in diesem Leben die ewige
Heilserwartung schmälern muss.   

Da es nun aber so ist, wie es ist, und der Wille zu Erfolg und Macht von der Bibel keineswegs so eindeutig
verdammt wird, wie uns dies bisweilen zu verstehen gegeben wird, da wird man es sich an dieser Stelle nicht
enthalten können, sich selbst ein Urteil darüber zu bilden, was denn hier nun in Gottes Sinne ist. Denn zu sehr, so
scheint’s, wird man in dieser Frage doch allein gelassen, als dass man sich diesen Urteilsmut jetzt nicht selber
auch wird nehmen dürfen.

Nein, nein und ein drittes Mal, nein, wer hier der Wahrheit die Ehre geben will, der wird sehen müssen, dass auch
der Jesus mit seinem Tun, sich ein Berühmtseinwollen nicht hat verkneifen wollen. Und so wird man sich für
dieses Sehnen auch selber nicht kasteien müssen. Denn zu sehr wird dieses seine Quälerei schon aus sich
selber schaffen müssen, als dass man jetzt noch anderswo nach seiner Leidens- und Glaubensprüfung wird
suchen müssen.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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