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Das ist die perfekte Welle
Kommentar zum Wechsel von CS-Europa-Chef Leonhard Fischer zum Investmenthaus RHJI vom
01.04.07
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Dass der o.g. Herr Fischer zu einem Private-Equity-Unternehmen gewechselt ist, das ist für sich genommen,
genauso wenig bemerkenswert, wie der Umstand, dass Ex-VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard dies schon
früher getan hat. Aber wenn man weiß, dass beide Fälle nur Beispiele einer ganzen Reihe von Topmanagern
sind, die in der Vergangenheit zu Privatinvestorfirmen gewechselt sind, da wird man sich schon die Frage stellen
müssen, was denn hinter diesem erstaunlichen Exodus wohl stecken mag.

Nun würde man es sich natürlich leicht machen, und darauf verweisen können, dass man im Private Equity
Bereich eben mehr verdienen kann, dass dort Entscheidungen schneller getroffen werden, und dass man
obendrein auch noch in viele unterschiedliche Märkte- und Industriesegmente hineinschnuppern kann, um die
Gründe zu beschreiben, die hinter diesen Karrieresprüngen liegen. Und doch würde man dem Phänomen nicht
gerecht werden, wenn man es nur auf diese praktischen Gesichtspunkte reduzieren würde.

Nein, wer das, was da passiert angemessen würdigen will, der wird erkennen müssen, dass sich dahinter vielmehr
eine neue Stufe des globalisierten Umverteilungskapitalismus steckt. Denn zu sehr zeigt sich darin doch der
Wunsch, das eigene Verpackungsgeschick nun so zu nutzen, dass man damit auch noch weltweit absahnen
kann, als dass man hinter dieser Wechselmanie jetzt nicht auch einen Kannibalismus wird erkennen müssen.

Da dem aber so ist, wie es ist, und man das Erdbebenartige in diesem Phänomen nicht wird leugnen können, da
wird man sich auch sicher sein können, dass es nach dem Platzen der Heuschreckenblase erst einen gewaltige
kapitalistische Seelensuche wird geben müssen, ehe eine nicht existenzielle Alltags- und Familienvätervernunft
darin wieder eine Überlebensperspektive haben wird. Denn zu groß wird die Erschütterung sein, die das Ende
des Überfliegertotalitarismus mit sich bringen wird, als dass man darin den Glauben an Markt und Kommerz jetzt
noch ohne weiteres wird fassen können.

Damit dies aber gelingen kann, dazu werden die Philosophen schon heute ihre eigene bewusste Suizidalität
derjenigen entgegen stellen müssen, die von diesen Karriereüberflieger- und Selbstbereicherungsextremisten
unbewusst an den Tag gelegt wird. Denn nur, wenn sie dieses tun, dann wird die Freiheit überhaupt gerettet
werden können. Und so wird man auf diese Weise wenigstens das Schlimmste auch verhindern können. Denn zu
sehr wird damit wenigstens der Glaube an die Vernunft wach gehalten werden können, als dass man sich dieser
Hingabe jetzt noch wird enthalten können.
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© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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