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Poor Moody Standards II
Aperςu zum "credit crunch“-Gipfel am 29. Januar in London, erster Entwurf erstellt am 30.01,
veröffentlicht am 02.02.2008
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Wer am vergangenen Wochenende die Erklärungen der vier Staatschefs (Brown, Merkel, Prodi, Sarkozy) nebst Anhang zur Kenntnis
genommen hat, dem werden vielleicht die folgenden Gedanken durch den Kopf gegangen sein. Und damit er damit nicht alleine
steht, erlaubt sich Noah denkt™ an dieser Stelle dieselben hier auch niederzuschreiben. Denn zu sehr wird man diese
Bestätigung zuweilen doch mal brauchen, als dass wir uns diese jetzt noch wűrden verkneifen können.
.
So sei es also darum, dass wir uns zu den folgenden Thesen durch gerungen haben:

    1.  (in Reaktion auf Sarkozy’s Aussage, wonach es einen Kapitalismus der Unternehmer und nicht einen der Spekulanten
    braucht):
    Ohne Spekulation wird es weder den Kapitalismus noch dessen Unternehmer geben.  Denn ohne Vermutung und Glauben
    wird auch ein Unternehmer nicht auskommen. Denn bei aller Marktforschung wird es am Ende doch eine Frage des Mutes
    sein, sich zu seinen Auffassungen tatsächlich auch zu bekennen, die den Unternehmer vom Spekulationsscheuen
    unterscheidet. Und so wird man den Unternehmer also gar nicht so sehr vom Spekulanten unterscheiden dűrfen. Denn zu
    sehr setzen beide doch darauf, dass ihre Intuition sie nicht trűgen möge, als dass man ihnen diese Vertrauensbereitschaft
    jetzt noch wird absprechen können.

    2.  (in Reaktion auf die Idee, das man den IWF einsetzen solle, um eine Art Frűhwarnsystem fűr extreme Finanzrisiken zu
    haben):
    Diese Idee ist einfach lächerlich und populistisch zugleich. Denn natűrlich wird jeder, der bis fűnf zählen kann, schon im
    späten Frűhjahr des letzten Jahres gemerkt haben, dass sich in der Wirtschaft ungesunde Blasen gebildet haben ( ... so
    etwa die Hedgefond-, die Private Equity-, die Bauboom- und die Chinawelle ...-). Dass man jetzt aber noch eine Instanz
    damit beauftragen will, dass ohnehin Evidente ein neuerliches Mal festzustellen, das zeigt nur, wie wenig unsere Politiker
    doch bereit sind, ihrer eigenen Intuition zu trauen. Und so wird man sich in diesem Fall auch gar nicht darűber wundern
    können, wenn der Őffentlichkeit dies ebenso gelingt. Denn zu sehr ist diesbezűglich von ihren Repräsentanten doch im
    Stich gelassen worden, ald dass sie sich ihre eigene Kritikfähigkeit jetzt noch so ohne weiteres wird bewahren können.

    3.  (in Reaktion auf Sarkozy’s Aussage, wonach man es nicht hinnehemen könne, wenn das Fehlen von Transparenz das
    Wachstum behindern wűrde):
    Nun, Herr Sarkozy, es gibt zwei einfache Rezept, um dem Fehlen von Transparenz zu begegnen. Denn um hier tatsächlich
    eine Abbhilfe zu schaffen, da reicht es nicht aus, allein die Credit Rating Agencies in die Pflicht zu nehmen, sondern dazu
    wird man der Őffentlichkeit auch bessere Mittel zur Verfűgung stellen műssen, damit sich diese ihr eigenes Bild von der
    Vernűnftigkeit (d.h. der Vertrauenswűrdigkeit und der Aufrichtigkeit einer Bank, eines Investmenttools und den dahinter
    stehenden Personen) machen kann. Denn andernfalls wird man sich zu sehr auf nichtöffentliche( um nicht zu sagen
    inzestuöse) Spezialistenverfahren verlassen műssen, als dass man diese jetzt noch frei genug wird reflektieren und
    kritisieren können.

Da dem aber so ist wie es ist, und es gegen die Unvernunft kein besseres Mittel, als die Offenheit gibt, fordern wir die
Gipfelteilnehmer vom vergangenen Wochenende auf, von Transparenz nicht nur zu reden, sondern sie auch selber zu praktizieren.
Denn nur wenn sie

erstens, echtes Steuergeld in die Hand nehmen, um damit einen LCP-, Phoenix- oder C-SPAN-ähnlichen Wirtschaftskanals
(mit Live-Űbertragungen von Analystenbriefings, HV-Reden, Dokumentationen und kontroversen Live-Diskussionrunden,
etc.), zu finanzieren, dann werden sie damit auch eine bessere und aufgeklärtere Wirtschaftsöffentlichkeit schaffen können.
Und so wird es ihen in diesem Fall auch gelingen können, weitere, subprime-ähnliche Kreditblasendesaster zu verhindern.
Denn zu sehr wird sich der aufgeklärte Markt nun selber balancieren wollen, als dass er dafűr jetzt noch neue
Kreditűberwachungsgesetze brauchen wird.

Doch damit, nicht genug. Nein, zu einer ehlichen Transparenzforderung, liebe Gipfelteilnehmer, gehört

zweitens, auch, dass man selbst damit beginnt, Weisheit und Vernunft nicht nur bei denen zu vermuten, die als Träger
derselben weitestgehend anerkannt sind. Vielmehr wird, wer eine Offenheit wirklich pflegen will, auch denen gegenűber
zugänglich sein műssen, die ihren Erfolgsfähigkeitsbeweis noch nicht erbracht haben. Denn nur, wenn man an deren
Vernunft- und Weisheitsfähigkeit auch selber uneingeschränkt glauben kann, dann werden auch andere dies bei sich
selber tun können. Und so wird man in diesem Fall auf deren aufgeklärte Skepsis auch wirklich hoffen können. Denn zu
sehr wird man die Nichtanerkannten nun zur Unabhängigkeit ermutigt haben, als dass sie diese jetzt nicht auch beweisen
wollen.

    In allen anderen Fällen aber,.da man selbst eine Unvoreingenommenheit nicht am den Tag legen will, sondern sich lieber
    mit den etablierten Gewinnern (siehe Carla Bruni etc.) schműcken will, da wird man auch von Credit Rating Agencies eine
    wirkliche Unvoreingenommenheit nicht erwarten können. Denn zu sehr wird man nun selber dem Űblichen gehuldigt
    haben, als dass man jetzt noch andere zum Hinterfragen dieses Anerkanntseins wird anhalten können.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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