Noah denkt™  -
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Tibet und die Olympischen Spiele 2008 in Peking
F&A zwischen Noah denkt™ und seinem Alter Ego, erster Entwurf erstellt am 26.03.,
veröffentlicht am 31.03.2008
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Frage vom Alter Ego (F):Was gibt’s zum Thema Olympische Spiele zu sagen?
Antwort von Noah denkt™ (Nd): Eigentlich nichts.

F: Wie bitte? Noah denkt™ ist nicht der Ansicht, dass die brutale Unterdrückung der Tibeter durch das
kommunistische China eine Reaktion der Weltöffentlichkeit verlangt?
Nd: Sicher ist diese Reaktion der Weltöffentlichkeit angesagt. Aber sie findet ja auch statt. Also sehen wir nicht,
was es dazu jetzt noch zusätzlich zu sagen geben könnte.

F: Aber reicht dieser mediale Aufschrei aus. Glaubt Noah denkt™ nicht, dass ein Boykott der Olympischen Spiele
angebracht wäre?
Nd: Nein.

F: Und warum?
Nd: Weil die Unterdrückung der Tibeter nichts Neues ist, und weil es schon vor der Vergabe der Spiele bekannt
gewesen ist, dass es hier gravierende Menschenrechtsverletzungen gibt.

F: Mit anderen Worten, Noah denkt™ meint, dass die Spiele unter diesen Umständen nicht nach China hätten
vergeben werden dürfen?
Nd: Vielleicht nicht. Auf der anderen Seite wird man sehen müssen, dass China einfach mal dran war, und dass
das Tibet-Problem seinerzeit nicht so im Vordergrund gestanden hat, wie es jetzt der Fall ist. Denn zu sehr haben
natürlich auch die Tibeter begriffen, dass sie sich diese olympische Gelegenheit nicht entgehen lassen dürfen,
als dass man sich über ihr Aufbegehren jetzt noch wird wundern dürfen.

F: Nun ist es aber mal so, dass die Tibeter gerade jetzt den Aufstand proben. Und so wird man sich doch nun
nicht damit herausreden können, dass sie dies zur Vergabezeit nicht getan haben. Denn zu sehr wird man doch
nun das heisse Unterdrückungseisen schmieden müssen, als dass man sich jetzt noch zu seinen früheren IOC-
Entscheidungen wird bekennen können.
Nd: Mit anderen Worten, unser Alter Ego verlangt, dass das IOC sein früher, gegenüber China, gegebenes Wort
bricht, und die Anstrengungen ausser Acht lässt, die dieses Land zur Ausrichtung der Spiele bisher schon
unternommen hat?

F: Nun ja, vielleicht wird das IOC hier nicht hinter seine eigenen vertraglichen Abmachungen zurückgehen
können, aber die nationale Politik und deren Sportverbände werden dies ohne weiteres können. Denn sie haben
den Chinesen ihre Teilnahme ja nicht bestätigt. Und so wird man ihnen denn auch keinen Wortbruch vorwerfen
können. Denn zu schwerwiegend sind die in Rede stehenden Menschenrechtsverletzungen, als dass man diese
jetzt noch ungestraft wird geschehen lassen können.
Nd: Dies aber bedeutet, dass die NOKs und vor allem die Sportler den Preis zahlen sollen, den wir für unsere
Entrüstung verlangen.

F: Mag sein, dass auch die hochgezüchteten Sportler hier nicht ungeschoren davon kommen. Aber ohne Einsatz
wird man die Menschenrechte eben  nicht verteidigen können?
Nd: Und solange es der Einsatz von anderen ist, wird man diesen auch ohne weiteres einfordern können?

F: Warum nicht?
Nd: Weil die Heuchelei in dieser Welt viel zu dramatisch ist, als dass man sie jetzt noch wird bekämpfen können,
wenn man sich selbst dabei der Doppelzüngigkeit verdächtig macht.

F: Was soll das heissen?
Nd: Nun, das soll heissen, dass, wenn man tatsächlich so entrüstet ist, wie man es vorgibt zu sein, dass man dann
nicht von anderen verlangen soll, dass sie die Konsequenzen der eigenen Position tragen, sondern, dass man
dann selber für die Kosten gerade stehen soll, welche die eigenen Ansichten geschaffen haben. Denn nur, wenn
man dieses tut, dann wird die eigene Position auch schlüssig begründen können. Und so wird man in diesem Fall
damit auch seine Ziele erreichen können. Denn zu sehr wird man nun durch Aufrichtigkeit überzeugt haben, als
dass man dafür jetzt nicht auch andere wird gewinnen können. -  In allen anderen Fällen aber, da man die
Schmerzen der eigenen Überzeugungen gar nicht selber tragen will, da wird man auch niemanden anderen zu
deren Akzeptanz bewegen können. Denn zu sehr wird man sich nun selber vor der eigenen Position versteckt
haben, als dass man diese jetzt noch angemessen wird behaupten können.

F: Aber was kann ein Durchschnittsbürger tun, um den Tibetern in ihrem Freiheitsstreben helfen zu können?
Nd. Nun es gibt tausend Dinge, die er tun kann. Zum Beispiel kann er, wenn er denn tatsächlich die Olympischen
Spiele in diesem Umfeld für unangemessen hält, darauf verzichten, sich dieselben im Fernsehen mit anzusehen.
Denn immerhin wird er seinem Fernsehsender doch so auch zeigen können, dass er dessen Prioritätensetzung in
diesem Fall gar nicht mittragen kann. Und so wird er auf diese Weise auch dem chinesischen Regime einen
ehrlichen Schlag versetzen können. Denn zu sehr wird er ihm nun die Möglichkeit genommen haben, sich ihm von
seiner besten PR-Seite zu präsentieren, als dass dies die dortigen Machthaber jetzt nicht auch entsprechend
wurmen wird.

F: Glaubt Noah denkt™ im Ernst, dass ein persönlicher Fernsehboykott die Machthaber in China im Geringsten
interessieren wird.
Nd: Wenn derselbe von einer nicht unbeträchtlichen Zahl von Menschen durchgeführt wird, dann ist dies sicher
der Fall.

F: Aber zu einem solchen massenhaften Konsumerboykott wird es doch sicher gar nicht kommen.
Nd. Vielleicht nicht, aber dass muss den, der den Tibetern helfen will ja auch gar nicht weiter stören. Denn zu sehr
wird er sich doch hier um seine Ehrlichkeit bemüht haben, als dass er um die Durchsetzung derselben jetzt auch
noch wird fürchten müssen.

F: Und Noah denkt™ ist sicher, dass man damit dem Gebot der Stunde genüge tun kann.
Nd: Wir meinen schon.

F: Wird Noah denkt™ selbst auch eine Enthaltsamkeit im Bezug auf den Fernsehkonsum der Olympischen Spiele
an den Tag legen.
d. Nun ehrlich zu sein, können wir das heute noch nicht sagen. Denn natürlich hängt es ja von der Entwicklung
der Tibetfrage ab, wie gross unsere Entrüstung im Falle des Falles sein wird. Und so wird man also erst einmal
abwarten müssen, wie sich die Dinge im Einzelnen gestalten werden.

F: Mit anderen Worten, auch Noah denkt™ predigt hier eine Doppelmoral?
Nd: Wieso?

F: Weil es anderen einen Fernsehboykott empfiehlt, auf den es sich selbst nicht festlegen lassen will?
Nd: Wir haben niemanden zu einem Fernsehboykott aufgerufen, sondern lediglich die Frage beantwortet, was
denn ein Durchschnittsbürger tun kann, um der Empörung Ausdruck zu verleihen, die er angesichts der Tibet-
Problematik empfindet.

F: Mit anderen Worten, all zu gross ist das Gefühl der Empörung nicht, das Noah denkt™ bis dato empfindet?
Nd: Natürlich fühlen wir mit der unterdrückten tibetischen Bevölkerung. Ja, wir haben die tibetischen Mönche
sogar in unsere Hall of Fame aufgenommen. Aber, dass wir selbst an der Not der anderen verzweifeln würden,
das können wir im Moment nicht sagen. Denn zu sehr sind wir doch mit unseren eigenen Bedrängnissen
beschäftigt noch, als dass wir diese jetzt schon so ohne weiteres würden vergessen können.

F: Und dies wiederum bedeutet, dass Noah denkt™ ein wenig Distanz zu denen empfindet, die sich, wie
Journalisten ohne Grenzen für die tibetische Sache einsetzen?
Nd: Nein, wir finden das Engagement von Journalisten ohne Grenzen uneingeschränkt gut. Allerdings meinen wir
nicht, dass wir uns dieselbe Prioritätensetzung ebenso zueigen machen sollten.

F: Und das, weil Noah denkt™ derzeit mit einem anderen Menschensrechtskampf in eigener Sache beschäftigt ist?

Nd: Genau so.

F: Mit anderen Worten das Hemd ist Noah denkt™ näher, als die Hose?
Nd: Nee, vielmehr ist es so, dass unser Elend von uns eine grössere Aufmerksamkeit verlangt, als dies, das der
anderen von uns derzeit abverlangt.

F: Und dieses eigene Elend ist in der Tat gross genug, als dass man das der anderen demselben unterordnen
könnte?
Nd: So ist das.

F: Und worin besteht dieses eigene Elend?
Nd: Nun, das Elend, das uns plagt, besteht darin, dass wir derzeit für unsere Arbeit immer noch keine
Anerkennung haben, so dass wir nach wie vor keine Einkommensperspektive für unsere Erwerbstätigkeit haben.

F: Aber dieser Erfolg wird doch nach Noah denkt™s Meinung unweigerlich kommen müssen. Und so wird man
deshalb doch nicht argumentieren können, dass man sich jetzt noch im Elend bewegt. Denn zu gross ist doch die
Zuversicht, die die eigene Sache regiert, als dass man sich damit jetzt nicht auch für die der anderen wird
engagieren können.
Nd. Aber wir haben uns doch für die Tibeter engagiert. So haben wir ihre Mönche nicht nur in unsere
Hall of Fame
aufgenommen, nein, obendrein haben wir auch aus unserer Sympathie für ihre Sache keinen Hehl gemacht.
Denn zu sehr wir doch von der Richtigkeit ihres Anliegens überzeugt, als dass wir ihnen dafür jetzt nicht auch
alles Gute wünschen mögen.

F: Und gute Wünsche reichen hier wirklich aus?
Nd: Solange man sie öffentlich macht, sicher.

F: Und das ist hiermit geschehen?
Nd. So ist das.

F: Na dann, auch weiterhin gutes Gelingen
Nd: Danke, wir können diese guten Wünsche brauchen.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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