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Warum die ARD das Abschiedsspiel von Mehmet Scholl direkt übertragen hat
Aperςu, erstellt am 16. August 2007
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Wer gestern Nachmittag mitbekommen hat, dass die ARD ihr Programm im Ersten geändert hat, um das
Abschiedsspiel von Mehmet Scholl direkt zu übertragen, der wird nicht umhin gekommen sein, sich zu fragen, wie
tief der unkritische Ehrerbietungsprovinzialismus hierzulande noch sinken muss, damit er sich eines Besseren
besinnen kann. Denn, dass die paar, mehr oder weniger durchschnittlichen, Länderspiele, die der Herr Scholl
bestritten hat, es nun rechtfertigen würden, dass man ihm aus der ersten Reihe bundesweit die Reverenz erweist,
das wird man angesichts der Praxis in der Vergangenheit (- Wo war denn die Direktübertragung des
Abschiedsspiels von Herbert Wimmer, Heinz Flohe, oder Icke Hässler -) wahrlich doch bezweifeln müssen. Denn
zu sehr hat man hier doch den Mächtigen (im speziellen Fall Hoeness, Bayern und die Telekom) auch gefallen
wollen, als dass man diesen Society-Feudalismus jetzt noch so ohne weiteres wird gutheißen können.

Nein, wem das Wohl unseres Landes wirklich am Herzen liegt, der wird darüber nachdenken müssen, ob die Zeit
nicht wirklich auch gekommen ist, die frühere geistig-moralische Wende des Herrn Kohl endlich auch
zurückzuwenden. Denn zu sehr hat sich damit doch eine liebesdienerische Rückratlosigkeit breit gemacht, als
dass man jetzt noch all die schön gestylten Schwiegersohnkarrieristen würde ertragen können, welche dieselbe
hervorgebracht hat.

Dass es aber so ist, wie es ist, und Beckmann seine Jubelanimation weiter ungeniert verbreiten darf, das zeigt
nur, wie wenig auch die, welche dieselbe eigentlich kritisieren sollten, sich zu ihrer Aufgabe noch bekennen
können. Und so wird man die Notwendigkeit des Wandels auch gar nicht mehr bestreiten können. Denn zu sehr
haben nun auch die Journalisten ihre Unabhängigkeit verloren, als dass man sich von ihnen jetzt noch einen
Erneuerungsimpuls wird erwarten können.
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