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Madame: «Il y a aussi une brutalité dans un colère qui se perçoit juste et saint »
Aperςu über Frau Royal anlässlich des französischen Fernsehduells vom 02.5.07,
erstellt am 03.05.07
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Man kann Frankreich nur dafür bedauern, dass es am kommenden Sonntag die Wahl zwischen einem hat, der
zwar in mancher Hinsicht, das richtige sagt, (wie etwa in Punkto Wachstumsförderung), dem man allerdings nicht
glauben kann, dass er neben der Selbstverliebtheit noch eine wahre, andere Passion hat, und einer, der man
zwar ihre Aufrichtigkeit ohne weiteres abkaufen kann, deren Analyse aber in den entscheidenden Punkten (wie
etwa in diesem Punkt der Wachstumsförderung) weit von jeder Realität entfernt ist.  Denn, wer sich hier für das
eine oder andere entscheiden muss, der wird wahrlich ein wahrer Hellseher sein müssen, wenn er dabei
denjenigen finden will, der seinen Lande den geringsten Schaden zufügen wird.

Nun hätte ich mich bis zum gestrigen Duell noch ohne weiteres dazu durchringen können, demjenigen, der mich
fragt, zu raten, sich im Zweifel für die Frau Royal zu entscheiden. Denn zu sehr bin ich bis gestern noch der
Meinung gewesen, dass eine träumerische Aufrichtigkeit besser ist, als eine kaltherzige Demagogie, als dass ich
ihr diesen Romantikbonus nicht hätte geben wollen. Da ich aber im gestrigen TV-Duell miterleben konnte, wie
unsozial auch eine gut gemeinte Schwärmerei sein kann, wenn sie sich nicht an der Realität messen lassen will,
da bin ich mir auch in diesem Punkte nicht mehr sicher. Denn zu oft habe auch ich selber schon am eigenen Leib
erfahren können, wie hilflos selbst die Vernunft sein kann, wenn sie von einer emotionalisierten
Selbstgerechtigkeit überrollt wird, als dass ich noch einem einzigen Zeitgenossen wünschen möchte, dass er
diese Hysterie einmal über sich ergehen lassen muss.

Nein, wer hier der Wahrheit die Ehre geben will, der wird erkennen müssen, dass selbst eine scheinheilige
Argumentation in Sachen Behindertenintegration es nicht rechtfertigt, dagegen die eigene Erregtheit zu
instrumentalisieren. Denn zu sehr hat man damit doch auch anderen zu verstehen gegeben, dass die Entrüstung
selbst ein legitimes Mittel der Diskussion ist, als dass man auf diese Weise ein nüchternes Vernunftklima jetzt
noch wird bewahren können.

Da dem aber so ist, wie es ist, und man sich als Präsident gerade in den entscheidenden Situationen einen
kühlen Kopf wird bewahren müssen, da wird man nur hoffen können, dass die beiden Duellanten in Zukunft noch
über sich hinaus wachsen werden. Denn zu sehr wird man unserem Nachbarlande einen solch gemässigten  
Präsidenten doch wünschen, als dass man mit ihm diese Hoffnung jetzt nicht auch wird teilen müssen.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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