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Wer die Rezession fürchtet, der wird sich schließlich eine viel größere einheimsen müssen
Kommentar zur Zinsentscheidung der Fed vom 21. 03.07
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Sicher wird man es verstehen können, wenn sich die Federal Reserve Bank der USA gestern dazu entschlossen
hat, die Leitzinsen vorerst unverändert zu lassen. Denn in der Tat wird man aus den nackten Zahlen eine
Interventionsnotwendigkeit noch nicht begründen können. Was allerdings Anlass zur Besorgnis gibt, sind jene
Aussagen, die sie gestern gemacht hat, welche darauf schließen lassen, dass sie eine dramatische
Inflationsgefahr nicht zu erkennen vermeint, und dass sie fürderhin eher eine Zinssenkung, als eine
Zinsanhebung, vorstellen kann. Denn mit diesem „Bias" hat die Fed unserer Meinung nach zu erkennen gegeben,
dass sie die Lage der amerikanischen zu optimistisch einschätzt, als dass sie ihre wahre Fragilität jetzt noch
angemessen wird bekämpfen können.

Nein, wer hier der Wahrheit die Ehre geben will, der wird erkennen müssen, dass die nun zerplatzte Blase im „sub-
prime“ Hypothekenmarkt nicht die einzige inflationäre Verwerfung ist, welche die amerikanische Volkswirtschaft
plagt, sondern, der wird sehen müssen, dass es eine Blasenbildung gerade auch in der üppigen
Kapitalausstattung des Private Equity- und Hedgefondsbereichs gibt. Und so wird er in diesem Fall denn auch  
gigantischen Verdienstmargen der dort beschäftigen leitenden Angestellten als ernstes Warnsignal verstehen
müssen. Denn zu sehr wird damit der allgemeinen Gier noch Vorschub geleistet, als dass man sich gegen
dieselbe jetzt noch wie selbstverständlich wird wehren können.

Dass es aber so ist, und die Fed hier nicht früh genug gegengesteuert hat, das wird man sich nur so erklären
können, dass sie die heilenden Wirkung einer Rezession selber nicht erkennen kann, und dass sie mithin alles
tut, um eine solche in jedem Fall zu vermeiden. Denn zu sehr fürchtet sie den Schmerz, der damit doch
verbunden ist, als dass sie sich diesem jetzt auch noch wird stellen können.

Damit aber, in dem sie dieses tut, da wird man ihr vorwerfen müssen, dass sie genau das Gegenteil von dem
erreichen wird, was sie eigentlich im Sinn gehabt hat. Denn zu sehr wird ihr Rezessionsvermeidungsdogma
schließlich dazu führen müssen, dass sie sich nun erst recht eine dramatische Abkühlung einhandeln wird, als
dass sie ihrem Volke so noch einen Dienst erweisen kann.

Nein, nein, wer auch hier der Wahrheit die Ehre geben will, der wird begreifen müssen, dass keine  
Volkswirtschaft der Welt langfristig auf das Erlebnis einer zyklischen Gegenbewegung verzichten kann. Denn zu
sehr wird sie gerade diese Erholungsphasen doch brauchen, um sich wieder neu orientieren und die Erwartungen
neu zu definieren, als dass sie sich den Blick für das rechte Maß ohne dieselben jetzt noch wird erhalten können.

Da dem aber so ist, wie es ist, und man der Rezession nicht um ihrer selbst willen aus dem Wege gehen darf, da
wird man keinem Anleger raten können, sich von den gestrigen Kursgewinne blenden zu lassen. Denn zu sehr
wird er sich darin nur die Finger verbrennen können, als dass er sich an diesem Spiel jetzt noch wird beteiligen
können.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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