Noah denkt™ - Die Magie eines ausgewogenen Denkens
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Die etablierte Politik hat (noch) keine Antwort auf den Rechtspopulismus
Kommentar zu den Establishment-Reaktionen auf den Beinahe-FPÖ-Triumph in Österreich, erster Entwurf
erstellt am 24.05., veröffentlicht am 26.05.16
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Noah denkt™ hat mit viel Interesse die österreichischen Diskussionen im Nachgang zum Herzschlagfinale der
dortigen Präsidentenwahl verfolgt. Denn zum ersten Mal schien es hier in einem Stammland Europas möglich
zu sein, dass der Kandidat einer rechtspopulistischen Partei das höchste Amt im Staat übernimmt. Mit viel
Aufwand seitens der etablierten Kräfte ist es am Ende aber mit denkbar knapper Mehrheit gelungen, den Sieg
des FPÖ-Kandidaten Hofer zu verhindern. Übrig bleibt nun ein gespaltenes Land und eine zerrissene
Wählerschaft.

Es war daher kein Wunder, dass im Nachgang der Wahl viel vom Brücken bauen, vom Gräben überwinden,
und von einem Neuanfang die Rede war. Konkrete Vorschläge aber, wie dieser Neuanfang denn de facto
aussehen und wie den Protestwählern die Zufriedenheit zurückgegeben werden könnte, waren allerdings
Mangelware.  Und dass dem so ist, hat viel mit einer falschen Diagnose zu tun.  Denn trotz gewisser Fehler in
Sachen Spar- und Zuwanderungspolitik ist es weder das eine, noch das andere, wo die eigentliche Wurzel des
Übels zu suchen ist. Vielmehr sind es
die sozialen Folgen der digitalen Revolution, die die Unzufriedenheit
schafft, mit der wir bislang nicht zu Rande kommen. Noch nämlich wissen unsere Gesellschaften nicht, wie sie
der wachsenden Entfremdung, der größeren Vereinzelung, dem zunehmenden Bewegungsmangel und den
rasanten Arbeitsmarktveränderungen samt Lohndumping entgegen treten können. Und noch träumen die
einen von einer weltfremden Rückkehr zum völkischen Gemeinsinn während die anderen in mehr oder weniger
telegener Weise auf ein bereits erschöpftes „Weiter so“ setzen.

Die Wahrheit aber ist, dass in unserer digitalen Welt das Völkische ebenso tot ist, wie das Soziale auch nach
dem etwa die Sozialhilfe nach wie vor strebt. Wenn es anders wäre, wären die Kirchen nicht leer, die
Gewerkschaften würden nicht beständig Mitglieder verlieren und Sportvereine müssten nicht fusionieren, um
den Spielbetrieb aufrecht erhalten zu können. Es gibt da kein Vertun: Die Zeiten des gemütlichen
Beisammenseins, des solidarischen Miteinanders und der Dorf- und Stadtteilromantik sind ein für alle Mal
vorbei. Wer in diesem Umfeld also das Protestwählerpotential reduzieren will, der wird zunächst anerkennen
müssen, dass sich die Menschen in der Gemeinschaft verstärkt unwohl fühlen, dass sie deshalb lieber die
Flucht ins Private oder Virtuelle antreten, und am Ende gerade dort an ihrer Einsamkeit verzweifeln.

Die Kernaufgabe staatlicher Gesellschaftspolitik wird also in Zukunft darauf abzielen müssen, die Menschen
aus dem Kokon der Trägheit und Vereinzelung heraus zu locken, in den sie sich aus freien Stücken selbst
begeben haben. Dabei wird insbesondere die Bekämpfung des weit verbreiteten Bewegungsmangels, eine
erste Priorität einnehmen müssen. Denn eine der wichtigsten Ursachen für die hartnäckige Unzufriedenheit der
Menschen ist genau dieser Bewegungsmangel. Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass die Abnahme
körperlicher Anstrengung zu allerlei aufgestauter Energie führt, die sich dann wie selbstverständlich in
verschiedensten Formen von Sucht und Extremismus auszuleben trachtet. Wer also den Rechtspopulismus
erfolgreich bekämpfen will, wird sich zunächst einmal darum bemühen müssen, dass in den Köpfen der
Menschen wieder Glückshormone ausgeschüttet werden. Mit anderen Worten, es wird von staatlicher Seite
eine Versuchung in den Raum gestellt werden müssen, die so überwältigend ist, dass die Menschen überhaupt
den Mut und die Kraft finden, aus der Vereinzelung herauszutreten, und sich auf gemeinsame sportliche
Aktivitäten einzulassen. Dies zu schaffen, wird alles andere, als einfach sein. Denn zu fremd und unbekannt,
sind sich die Menschen nun geworden, als dass ihnen diese neue Begegnung jetzt noch wie selbstverständlich
gelingen könnte.

Es ist daher die Überzeugung von Noah denkt™, dass die unwiderstehliche Versuchung, die der Staat
hinsichtlich einer Bewegungsinitiative in den Raum stellen muss, ohne eine konkrete, finanzielle Belohnung für
jedes einzelne Trainingsteilnahme nicht auskommen wird. Um es noch deutlicher zu sagen: Der Staat
wird die Menschen dafür bezahlen müssen, dass sie bereit sind, ihre Wohnung zu verlassen und an einer
körperlichen Ertüchtigungsmaßnahme à la Club Med teilzunehmen. Denn mehr Geld und Anerkennung ist das,
was Fortschritts- und Wettbewerbsverlierer am zweitmeisten benötigen.  Und so wird man denn auch auf derlei
Entlohnung am ehesten eine positive Resonanz erwarten können.

Für uns bei Noah denkt™ ist es deshalb nicht mehr die Frage, ob es derlei finanzielle Anreize seitens des
Staates geben soll, immerhin gibt es diese über die Steuerermäßigungen bei eingetragenen Vereinen ja schon
heute; - nein die entscheidende Frage ist vielmehr die, wie denn dergleichen Programme administrativ
bewältigt, durchfinanziert und gegen Missbrauch gesichert werden können, damit sie in der Praxis auch einen
konstruktiven Dienst leisten. Möglicherweise wird hier mit entsprechender Chiptechnologie einiges machbar
sein.

Klar ist allerdings auch, dass es nicht ausreichen wird, den Menschen den Weg zur Ausschüttung von
Glückshormonen zu weisen, um die Folgen der digitalen Revolution zu bewältigen. Nein, dazu wird auch
eine
fundamentale Neugestaltung des Bildungswesens nötig sein. Wir haben darüber schon mehrfach geschrieben.
Und wir entschuldigen uns bei unseren regelmäßigen Lesern, dass wir uns hier erneut wiederholen. Aber es ist
nach unserer Ansicht ein gravierender Fehler, nach wie vor Arbeitnehmer heranziehen zu wollen. Die
postmoderne digitale Welt verändert sich so schnell, dass kein System heute wissen kann, welche
Arbeitnehmer morgen noch gebraucht werden. Wichtig ist daher, dass die Heranwachsenden zum
selbstständigen Unternehmer und Arbeitgeber erzogen werden, statt ihnen das Glück in der abhängigen,
durchschnittlichen Beschäftigung vorzugaukeln. Mit anderen Worten, moderne Erziehung muss sich eher am
Bildungsweg eines Lang Lang oder eines Sebastian Vettel orientieren, als den alten Berufsidealen von
Bahnwärter Thiel  oder dem Handelsreisenden Loman nachzuhängen. Das Erkennen und Fördern des jeweils
individuellen Talentes, wo auch immer es sich verbergen mag, wird im Vordergrund stehen müssen, und die
Eingliederungsfähigkeit in systematisierte Apparate wird wenigstens ein bisschen in den Hintergrund treten
müssen. Wie das im Einzelnen konkret aussehen soll, kann natürlich kein Projekt alleine beantworten. Hier wird
es eine Zusammenarbeit der Experten auf diesem Felde geben müssen. Aber der erste Impuls diesbezüglich
muss von der Politik kommen. Davon aber scheinen wir, wie die österreichische Nachwahldiskussion zeigt, noch
weit entfernt zu sein. Mithin wird das Wachsen des rechtspopulistischen Phänomens auch vorerst nicht
gestoppt werden können. Und das ist zumindest bedauerlich, wenn nicht sogar Besorgnis erregend.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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die daraus folgenden Taten und Werke auch selbst gerade zustehen. Was dies konkret bedeutet, das ist im
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Stichworte:

Der Rechtspopulismus in Zeiten der digitalen Revolution, Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus
und digitalem Fortschritt, die digitale Gesellschaft und der Rechtspopulismus, Rechtspopulismus als
Folge der digitalen Revolution, Strategien gegen den Rechtspopulismus, politische Antwort auf den
Rechtspopulismus