Noah denkt™ - Die Magie eines ausgewogenen Denkens
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Neues zur Zeitungskrise
Dialog mit dem Alter Ego über die Redaktionswechsel in der New York Times und in Le Monde, erster Entwurf erstellt am
15. 5., veröffentlicht am 16.5.2014
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Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Niemand hat die Krise der traditionellen Zeitung besser beschrieben, als
Constantin Seibt in seinem deadline-blog für die Schweizer „Tageszeitung“.  Und doch wird man am Tage, da die
Nachricht kommt, dass die Chefredakteurinnen von
Le Monde und New York Times ihren Posten (mehr oder weniger
freiwillig) geräumt haben, das Thema Zeitungssterben noch einmal neu aufrollen müssen. Welche Konsequenzen hat die
Krise des traditionellen Papier-Journalismus für uns alle?

Antwort von Noah denkt™ (Nd): Nun, die Konsequenzen sind nicht berauschend. Denn auch, wenn es stimmt,
was Constantin Seibt sagt, und die Nachrichtenfunktion der Tageszeitung irrelevant geworden ist, so ist doch in diesen
traditionellen Mainstream-Medien eine journalistische und redaktionelle Kompetenz bzw. Urteilskraft vorhanden, auf die
die Gesellschaft nicht so ohne weiteres verzichten kann. Dass dem so ist, hat was mit der Historie, der Erfahrung und
dem Selbstverständnis der betreffenden Medien zu tun. Denn, wenn man so viele Schlachten geschlagen, und so viel
Zeitgeschehen verarbeitet hat,  wie das bei Le Monde und New York Times der Fall ist, dann ist daraus auch eine
Rigorosität, ein Professionalismus und ein „Gewusst-wie“ entstanden, das kein journalistischer Heim- und Onlinewerker
mal eben so replizieren kann.

AE: Nun scheinen es ja gerade die linksliberalen Zeitungen zu sein, die besonders in Schwierigkeiten geraten
(siehe
auch der Chefwechsel bei
El País). Immerhin sind derlei Verwerfungen beim Economist oder dem Wall Street Journal
weniger bekannt geworden.

Nd: Kann sein, dass die linksliberalen Zeitungen ein wenig stärker von den Umwälzungen im Journalismus betroffen sind.
Aber anderswo wird man eben so sehr den Wandel der Zeit spüren.
.
AE: Bleiben wir noch ein bisschen bei den sozialen Konsequenzen, die
das Dilemma der traditionellen Tageszeitung mit
sich bringt. Was steht hier im Einzelnen zu befürchten?

Nd: Nun, man kann sich vorstellen, dass durch die Schwächung der Mainstream-Medien zukünftige
Kampagnen hysterischer und maßloser werden. Man kann sich ebenso ausmalen, dass die Widerstandsfähigkeit der
Medien gegenüber Einschüchterung durch rücksichtlose Machthaber wenigstens mittelfristig leiden wird. Und schließlich
wird’s vielleicht auch länger dauern, bis in der gesellschaftlichen Meinungs- und Willensbildung das wichtige vom weniger
wichtigen getrennt werden kann.

AE: Ist das wirklicher so? Schließlich sind da ja immer noch die alten und weniger alten audiovisuellen Medien, die die
Rolle der früheren Schreibpresse spielen können (France24, CNN, BBC News, NBC News, die Öffentlich-Rechtlichen
etc…).

Nd: Kein audiovisuelles Medium kann es sich wegen seines höheren Finanzierungsbedarfs erlauben, so unabhängig und
widerspenstig zu sein, wie Le Monde oder die New York Times es zu ihren besten Zeiten gewesen sind. Dies ist
insbesondere dann der Fall, wenn die betreffenden Medien obendrein noch am Tropf von Staatsgeldern hängen. Man
stelle sich nur vor, wie die ARD reagiert hätte, wenn eine ihrer Redaktionen die Spiegelaffäre von 1962 losgetreten
hätte. Sicher hätte sie nicht die Kraft gehabt, dem politischen Druck so stand zu halten, wie es seinerzeit dem Spiegel
gelungen ist.

AE: Nun hat es aber auch der Papier-Journalismus nicht verhindert, dass außenpolitische Krisenherde in Deutschland
immer weniger im Fokus stehen. Man denke nur an Noah denkt™s eigene Kritik bezüglich der mangelhaften öffentlichen
Debatte über
den Georgien-Konflikt, den französischen Mali-Einsatz oder den Putsch in Honduras. Und man
vergegenwärtige sich überdies, dass auch in Sachen
Finanzmarktanalyse das öffentliche Meinungsbild nach wie vor von
Berührungsangst und Missverständnissen gekennzeichnet ist. Zeigen nicht gerade diese Tendenzen, dass die
Zeitungswelt nicht mehr auf der Höhe ihrer Zeit ist?

Nd: Da ist sicher was dran. Aber dennoch meinen wir, dass uns
der Economist nach wie vor wenigstens in Ansätzen
zeigt, wie auch Schreibformat-Flaggschiffe in dieser Zeit ihre Berechtigung haben.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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Stichworte:

Zeitungssterben, Krise der Tageszeitungen, Veraenderungen auf dem Zeitungsmarkt, Sterben der Zeitungen,
Internet und Zeitungsgeschaeft,
Zeitungen im digitalen Zeitalter, Redaktionskrisen
bei Le Monde und New York Times, Zeitungskrise erfasst New York
Times Le Monde und El País