Noah denkt™ - Die Magie eines ausgewogenen Denkens
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Der Staat muss Anreize schaffen, damit mit der vermehrten Freizeit sinnvoll
umgegangen wird
Beobachtungen zur Herausforderung der digitalen Revolution, erster Entwurf erstellt am 10.05., veröffentlicht
am 13.05.16
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Die folgende Liste von Länder, die man leicht mit den üblichen Verdächtigen hätte erweitern könnte, spricht für
sich selbst:

    Island (nicht EU-Mitglied, nicht im Euro)                                
    Österreich (EU- und Euro-Mitglied)
    Spanien (EU-, und Euro-Mitglied)        
    Großbritannien (EU-Mitglied, nicht im Euro)                        
    Frankreich (EU- und Euro-Mitglied)                                        T
    Südafrika (nicht EU-Mitglied, nicht im Euro)                        
    Brasilien  nicht EU-Mitglied, nicht im Euro)                                
    USA (nicht EU-Mitglied, nicht im Euro)        
    Türkei (nicht EU-Mitglied, nicht im Euro)

Alle genannten Staaten, die mit einigen wenigen Ausnahmen nicht dafür bekannt sind, instabil zu sein,
durchleben in diesen Tagen eine Art politisches Erdbeben, oder zumindest eine politische Seelensuche. In
Island sind Präsident und Regierungschef Opfer der Panama Papers geworden; in Österreich ist der
Regierungschef wegen der sozialdemokratischen Selbstzerfleischung zurückgetreten; in Spanien steht nicht
nur die territoriale Integrität, sondern auch die traditionelle Parteienlandschaft zur Disposition; das Vereinigte
Königreiche befindet sich in einer Brexit-Seelensuche;  in Frankreich weiß man nicht, wie es mit den Sozialisten
weitergehen soll; in Südafrika ist der ANC unfähig, sich von einem korrupten Präsidenten zu trennen; in
Brasilien soll die Präsidentin abgesetzt werden oder auch nicht; in den USA revolutioniert ein ungeliebter
Außenseiter das konservative Establishment; und in der Türkei versteht keiner, wohin der Präsident das Land
führen will. Der Ausnahmezustand all überall ist also nicht zu leugnen.

Vielleicht wäre die oben aufgeführte Liste von vorneherein selbstverständlicher gewesen, wenn man ihr einige
zivilgesellschaftliche Organisationen hinzugefügt hätte. Denn dort sieht’s nicht besser aus. Man denke nur an
die Probleme der FIFA, der katholischen Kirche, der Volkswagen AG, der Printmedien, des Taxigewerbes, der
Innenstadtläden, der Erdölindustrie, um nur einige zu nennen. Auch hier herrscht gelinde gesagt ein Zustand
institutioneller Ratlosigkeit.

Dass die digitale Revolution an dieser Realität nicht schuldlos ist, wird kaum jemand bestreiten. Denn nicht nur
würde es ohne Mobilfunktelefonie und ohne soziale Netzwerk keinen arabischen Frühling, keine
Flüchtlingskrise und ergo auch keine Brexit-Debatte oder Regierungsumbildung in Österreich geben; - nein
ohne den digital beschleunigten Kapitalismus und die damit verbundene digitale Öffentlichkeit würde es weder
die Panama Papers, noch die Podemos- und Nuit debout-Bewegung, noch die große Zahl der amerikanischen
Frustwähler geben. Es gibt da einfach kein Vertun. Die digitale Revolution krempelt unser aller Leben derart
massiv um, dass es fortan nicht mehr ausreichen wird, es allein dem freien Spiel der Kräfte zu überlassen, mit
diesen Veränderungen fertig zu werden.

Noah denkt™ ist diesbezüglich zu der Überzeugung gekommen, dass der Staat angesichts der großen
Veränderungen, die hier im Raum stehen, insbesondere auf zwei Feldern aktiv werden muss: Erstens muss die
schulische und berufliche Bildung und Ausbildung davon wegkommen, vor allem Arbeitnehmer produzieren zu
wollen. Stattdessen wird es ihr verstärkt darum gehen müssen, Unternehmer und Pioniere hervorzubringen.
Und zweitens wird der Staat Anreize schaffen müssen, damit die Menschen lernen, mit ihrer zunehmenden
Freizeit sinnvoll umzugehen. Denn das Thema der Vereinzelung und des Nichtgebrauchtwerdens wird sich für
viele von uns in immer stärkerem Maße stellen. Und es wird eine der größten Herausforderungen der Zukunft
sein, mit dieser so empfundenen Marginalisierung vernünftig umzugehen, um das Aufkommen (selbst-)
zerstörerischer Neigungen zu vermeiden.

Die Vorstellung, dass Menschen, die über Jahrzehnte hinweg zum Konsumenten bzw. Angestellten erzogen
worden sind, dies alles aus sich alleine schaffen können, ist schlichtweg illusionär. Ebenso illusionär ist es, zu
glauben, dass die Arbeitsmarktveränderungen, welche die digitale Revolution mit sich bringt, vielleicht mit ein
wenig Hilfe seitens staatlicher Fortbildungsmaßnahmen schon wie von selbst dafür sorgen werden, dass die
Menschen, die hier ihre vorrevolutionäre Arbeit verlieren, dort eine neue post-revolutionäre Anstellung finden
werden. Ganz so einfach ist es leider nicht. Denn so sehr es auch stimmen mag, dass die Bereitstellung von
Automatisierungslösungen ihrerseits selbst wieder Arbeitsplätze produzieren wird, so sehr wird man doch nicht
daran vorbeikommen, dass der ureigentliche Impuls der Automatisierungslösung darauf abzielt, Arbeitsplätze
einzusparen bzw. billiger zu machen. Es ist also schwer vorstellbar, dass es sich hier tatsächlich um ein
Nullsummenspiel, sei es auf dem Lohnstreifen, oder in der  Arbeitsplatzzahl handelt. Dass es dieses
Nullsummenspiel aber in Wirklichkeit nicht ist, zeigt der Blick in die USA. Denn, obwohl die Wirtschaft dort
angeblich floriert und die Arbeitslosenzahlen sich um das statistische Minimum ranken, will sich kein echter
Optimismus einstellen. Vielmehr bleibt die Zahl derjenigen, die gar nicht mehr am Arbeitsmarkt teilnehmen,
ungewöhnlich hoch. Und andererseits nimmt die Zahl der Protestwähler eher zu, als ab.

Die Politik ist daher aufgefordert, Vorkehrungen zu treffen, damit die Unzufriedenheit der Menschen mit ihrer
Lebenssituation nicht noch dramatischere Züge annimmt, als dies ohnehin jetzt schon der Fall ist. Und in
diesem Zusammenhang scheint es uns wichtig, dass es vor allem der allgemeine Bewegungsmangel ist, der in
den Fokus genommen wird. Denn dieser Bewegungsmangel wird durch die digitale Revolution noch einmal um
ein vielfaches verstärkt. Und sicher liegt hierhin auch eine wichtige Ursache dafür verborgen, dass die in
Vereinzelung und Rückzug getriebenen Menschen, die Kraft nicht mehr finden, aus ihrer Misere auszubrechen.

Wir halten es daher für angebracht, darüber nachzudenken, wie der Staat die Menschen finanziell dafür
belohnen kann, dass sie sich in ihrer freien Zeit aus eigenem Antrieb dazu motivieren, an sportlichen,
meditativen oder geistigen Aktivitäten teilzunehmen.  Aus unserer Sicht würden damit drei wichtige Ziele auf
einmal erreicht: Erstens, würde durch den gesamtgesellschaftlichen Bewegungsanreiz eine Art medizinische
Vorsorge betrieben, die so manche Sozialversicherungsausgabe zu einem späteren Zeitpunkt überflüssig
machen würde: Zweitens würde sich auf diese Weise das Frustpotential reduzieren lassen, das sich bereits
jetzt in allerlei politischen und sozialem Extremismus bzw. Suchtverhalten ausdrückt. Und drittens würden auf
diese Weise Umstände geschaffen, welche ein Mehr an dringend nötiger sozialer Begegnung möglich machen.

Dass ein solcher Vorschlag zu staatlich finanzierter Bewegungshilfe von Noah denkt™ erbracht wird, ist nicht
selbstverständlich. Immerhin sind wir bislang eher dafür bekannt gewesen,
der Austerität das Wort zu reden.
Aber die Liste der oben genannten Staaten und Organisationen, die sich in schweren strukturellen Krisen
befinden, ist einach  zu lang und zu beeindruckend, als dass man darüber wie gehabt weiter machen köönte.
Versuchen wir also, neue Wege zu gehen!
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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Disclaimer deutlich
ausgeführt.
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Stichworte:

soziale Folgen der digitalen Revolution, Bewältigung der Verwerfungen der digitalen Revolution,
Bewegungsmangel durch die digitale Revolution, Bewegungsmangel durch den digitalen Revolution,
politischer Extremismus als Folge von Bewegunsgmangel, Frustpotential und Bewegungsmangel,
Suchtverhalten in Folge Bewegungsmangel