Noah denkt™  -
    Projekt für Wirtschaftsbeurteilungen
zurück zur Startseite
You need Java to see this applet.
Gysi und auch ich
Aperςu über das Vermarktungsrätsel, welches den nichtanerkannten Denkern im Turbowettbewerb
aufgegeben ist, erster Entwurf erstellt am 17. 11., veröffentlicht am 12.12.07
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

In der Dokumentation „Gysi und ich“ wurde ein unbedarfter, nicht anerkannter Zeitgenosse gezeigt, der sich die
Freiheit genommen hatte, dem erschöpften und müden Abgeordneten Gysi im Laufe von dessen
Bürgersprechstunde ein mehrseitiges Dokument anzutragen, in dem er ihm einige sozialstaatliche
Verbesserungsvorschläge vorbereitet hatte.

Dass er sich mit diesem Ansinnen aber nur eine glatte Abfuhr einhandeln konnte, dass ist nach Meinung von
Noah denkt™ nur selbstverständlich. Denn nicht nur hat er dabei doch verkannt, dass ein Abgeordneter ohnehin
schon viel zu viel zu lesen hat, als dass man ihn jetzt noch mit weiteren Schriftstücken würde traktieren können, -
nein űberdies hat er in diesem Fall auch nicht begriffen, dass er selbst zu wenig anerkannt ist, als dass man jetzt
noch an seine Anerkennungswűrdigkeit wie selbstverständlich glauben kann.

Nein, wer als Unbekannter einen Prominenten ehrlich für sich gewinnen will, der wird ihn zunächst einmal gar nicht
erst belästigen dürfen, sondern, der wird viel eher darauf setzen müssen, dass der Letztere ihn aus sich selber
finden wird. Denn nur, wenn er dieses tut, dann wird sich der Betreffende ihm auch wirklich öffnen wollen. Und so
wird der Anerkennungssucher in diesem Fall auch hoffen können, dass man ihn ehrlich protegieren wird. Denn zu
sehr wird sich der Promi von ihm nun verstanden fühlen, als dass er diesen Respekt jetzt nicht auch vergelten
wird.

In allen anderen Fällen aber, da man diesem Anerkannten die Möglichkeit gar nicht geben will, einen
Unentdeckten selbst zu entdecken, da wird man dessen Aufmerksamkeit auch wahrlich nicht bekommen können.
Denn zu sehr wird sich der Betreffende bedrängt nun fühlen, als dass sich für den Unbekannten jetzt noch wird
erwärmen können.

Da dem aber so ist, wie es ist, und auch an den Prominenten in dieser Zeit viel zu sehr herumgeknabbert wird, als
dass man von ihnen jetzt noch eine Unvoreingenommenheit wird erwarten können, da wird man denen, die uns
die Marktwirtschaft als offen zu präsentieren pflegen, sagen müssen, dass dieselbe so zugänglich nicht, wie sie
uns dies in einem fort erzählen wollen. Denn zu sehr wird ein Nichtanerkannter darin auf sein Nichtanerkanntsein
zurückgeworfen sein, als dass er dieses jetzt noch wie selbstverständlich wird überwinden können.

Nein, nein, wer auch in diesem Punkt der Wahrheit die Ehre geben will, der wird sehen műssen, dass das
Nadelöhr zum Establishment ein extrem kleines ist. Und so wird er dasselbe auch gar nicht erst durchschreiten
wollen, wenn er dabei kein existentielles Risiko eingehen will. Denn zu sehr wird er in diesem Fall verstanden
haben, dass man ihn anders ohnehin nicht akzeptieren wird, als dass er sich die Bewerbunsgműhe jetzt auch
noch wird machen wollen.                                                                                  

So wird man denn als Fazit dieser Beurteilung den Anerkennungssuchern sagen műssen, dass sie sich einen
Gesundheitskult in ihrem Tun gar nicht erst erlauben können. Denn zu wenig werden sie in diesem Fall ihr Leben
doch gefährdet haben, als dass sie ihre Ziele jetzt noch wird erreichen können.
                                                                         
Nun wird man natürlich kein Prophet sein müssen, um zu erahnen, dass uns die Neoliberalen an dieser Stelle
entgegen halten werden, dass die Lage so schlim, wie heire gesagt doch gar nicht sei. Und so werden sie also auf
die vielen Maschinenbauer und Werbeartikelgestalter verweisen wollen, denen in der Tat der Durchbruch zum
Anerkanntsein wie selbstverständlich doch gelungen ist. Denn zu sehr haben die Betreffenden den Mehrwert ihres
Tuns doch eineindeutig demonstrieren können, als dass sich jetzt noch um ihre Anerkennung haben sorgen
müssen.

Denen aber, die uns solches sagen werden, denen wird man seinerseits erwidern müssen, dass man die
Durchsetzungsfähigkeit, eines unentdeckten Anlagenbauer nicht mit der, eines Tellerwäscherphilosophen wird
vergleichen können. Denn dort, wo die Techniker und Werbeheinis für ein isoliertes Problem einen
handgreiflichen Verbesserungsvorschlag machen, da wird ein Literat seine Ergüsse keineswegs in zwei, drei
schnellen Sätzen sagen können. Und so wird er seine Botschaft in diesem Fall auch nicht im Vorübergehen
vermitteln können. Denn zu sehr wird er bei der Erläuterung derselben doch auf Interpretationen angewiesen
sein, als dass er seinem Gegenűber jetzt noch eine Umwegsstrapaze wird ersparen können.   

Nein, nein, wer auch hier der Wahrheit die Ehre geben will, der wird sehen müssen, dass eine Ein-Blick-Evidenz
nur dort zu finden ist,  wo das Produkt selbst, (sei es durch seine Anwendung, seine Formgebung oder das
Aussehen des Verkäufers selbst) den wesentlichen Teil der Vermittlung übernehmen kann. Und so wird man die
Anerkennungschance einer kontinuierlichen Innovation auch nicht mit der, einer disruptiven vergleichen können.
Denn zu wenig wird die Letztere auf selbstverständlichen Hypothesen stehen können, als dass sie sich jetzt noch
im Vorbeigehen wird erklären können.

Da dem aber so ist, wie es ist, und es nur angepasste Neuerungen sind, die eine nichtexistentielle
Duchbruchsperspektive haben, da wird man denen, die uns die Offenheit des Marktes preisen wollen, sagen
müssen, dass sie mit diesen Cleverles den Tellerwäschertraum gar nicht werden begründen können. Denn zu
wenig wird es sich bei diesen Machinenbauern und Werbefritzen um wirklich marginalisierte Aussenseiter handeln
muessen, als dass man die Vernunft des Marktsystems so noch wird belegen können.

--------
Fußnote 1: Übrigens, wird man an dieser Stelle auch darauf verweisen müssen, dass die oben angesprochene Gysi’sche
Müdigkeit keineswegs nur den Prominenten eigen ist, sondern, dass man diese Überarbeitung und Erschöpfung nicht selten auch
bei sich selbst erkennen kann. Denn zu sehr werden auch die Bestmeinendsten vom Turbochaos dahin gerafft sein, als dass sie
sich so ohne weiteres jetzt noch fűr andere werden begeistern können.

Fußnote 2: Űbrigens, wird man denjenigen, der einen Zweifel daran hat, ob denn die oben dargelegte Unwirschheit des Herrn Gysi
gegenűber dem sonderlichen Unbekannten tatsächlich so ohne weiteres auf andere Promis zu űbertragen ist, nur auf die „Lesen!“-
Internetseite verweisen műssen, die das ZdF für Frau Heidenreich eingerichtet hat. Denn auch hier wird dem nichtrenommierten
Vermarkter unmissverständlich klar gemacht, dass für ihn die Frau Heidenreich nicht zu sprechen ist.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

Erinnering: Noah denkt™ ist ein Projekt des Landei Selbstverlages (Inh. Wilhelm Leonards). Die Rechte an allen Texten und
Beurteilungen, die unter der Bezeichnung Noah denkt™ veröffentlicht worden sind, sind Eigentum des Landei Selbstverlages (Inh.
Wilhelm Leonards), und der Nachdruck, die Vervielfältigung und die Weiterverbreitung der hier veröffentlichen Texte oder Teilen
daraus sind nur mit vorhergehender schriftlicher Genehmigung von Wilhelm Leonards erlaubt.

Selbstverständlich drücken die Auffassungen, die in den Beurteilungen und Texten auf dieser Webseite enthalten sind, alleine die
Ansicht des Verfassers aus. Sie entheben also niemanden von der Verantwortung, sich selbst ein eigenes Urteil zu bilden, und für
die daraus folgenden Taten und Werke auch selbst gerade zustehen. Was dies konkret bedeutet, das ist im
Disclaimer deutlich
ausgeführt.
zurück zur Startseite
__________________________________________________________________________________________
__________________________________________________________________________________________
zurück zur "Selbstkritik"-Seite