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Der Feudalismus lebt, seine Ängste sitzen tief, und doch wird er sich am Ende nicht behaupten
können.
Aperςu zum viel zu frühen Ende des mexikanischen Radioprogramms "Monitor", erstellt am 29.06.07
(siehe dazu auch Apercu vom 01.07. "Wo sind die Private Equity Fonds")
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Sicher wird nicht jedem von ihnen der Name José Gutierrez Vivó ein Begriff sein. Diejenigen unter Ihnen aber, die
sich ein Mal für einige Monate in Mexiko aufgehalten haben, denen wird der Name dieses Journalisten nicht
entgangen sein. Denn zu sehr hat er mit seinem Morgenmagazin die Radiolandschaft dort geprägt, als dass man
auf ihn jetzt nicht auch aufmerksam geworden wäre.

Dass es nun aber so gekommen ist, und Gutierrez Vivó nach 33 Jahren sein „Monitor“- Programm auf Grund des
Ausbleibens von Werbekunden hat aufgeben müssen, das ist für sich genommen schon schlimm genug. Dass der
Rückzug dieses mit Medienpreisen überhäuften Kollegen aber in den nationalen Fernsehabendnachrichten nicht
mit einem Wort erwähnt wurde, das wird man nur als eine wahre Tragödie für die mexikanische Demokratie
ansehen können. Denn zu sehr hat hier die Furcht vor finanziellen Repressalien doch dazu geführt, dass ein
Thema totgeschwiegen wurde, als dass man einstweilen noch auf eine aufgeklärte Demokratie in diesem Land
wird hoffen können.

Nein, wer hier der Wahrheit die Ehre geben will, der wird sehen müssen, dass es insbesondere die mexikanische
Fernsehlandschaft ist, die von einigen halbdemokratischen Familienclans beherrscht wird. Und so wird er an eine
baldige Emanzipation der mexikanischen Kultur auch gar nicht ohne weiteres glauben können. Denn zu sehr wird
er die Debatte hier von Angst und Unterwürfigkeit beherrscht noch sehen, als dass er jetzt schon eine baldige
Selbstbefreiung wird prognostizieren können.

Da dem aber so ist, wie es ist, und eine wahrhaft unabhängige und kritische Journalistenarbeit in Mexiko derzeit
noch nicht möglich ist, da wird man Gutierrez Vivó nur dazu gratulieren können, dass er seinen Konflikt nun auf
die Spitze getrieben hat. Denn zu sehr hat er damit doch die größte Opferbereitschaft nun bewiesen, als dass
man seiner Botschaft jetzt nicht auch wird folgen können.
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