Noah denkt™ -
    Projekt für Wirtschaftsbeurteilungen
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Die Grünen "vermarkten" sich neu
Dialog mit dem Alter Ego über die Markenkerndebatte beim Berliner Parteitag der Grünen, erster Entwurf
erstellt am 20.10., veröffentlicht am 21.10.2013
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Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Beim soeben zu Ende gegangenen Parteitag der Grünen in
Berlin, welcher der Neuaufstellung der Grünen nach der verlorenen Bundestagswahl dienen sollte, war in
abstrakter Form viel davon die Rede, dass man sich als grüne Partei nun wieder auf den eigentlichen
Markenkern der grünen Bewegung besinnen müsse. Nun haben die Geister hinter Noah denkt™ seinerzeit ja
den Parteigründungsprozess der Grünen aus einer damals noch sympathisierenden Nähe verfolgt. Wie würde
Noah denkt™ dementsprechend den Markenkern der Grünen beschreiben?
Antwort von Noah denkt™ (Nd): Im Zentrum der grünen Bewegung stand damals das Unbehagen am
technischen und wirtschaftlichen Fortschritt. Man wollte aus der blinden, kapitalistischen
Wachstumsgesellschaft aussteigen, ohne dabei gleichwohl auf die erschreckenden Alternativkonzepte der
stalinistischen Linksparteien zurückzugreifen. Stattdessen strebte man ein Umwelt- und sozialverträgliches
Wachstum an, das über eine starke staatlicher Intervention herbeigeführt werden sollte. Über die konkrete
politische Ausgestaltung dieses umweltverträglichen Wachstums machte sich gleichwohl nur am Rande und
beiläufig Gedanken.

AE: Soll das heißen, dass die Grünen in erster Linie eine Protestpartei waren, die so recht gar nicht an die
Regierung kommen wollte?
Nd: So muss man das wohl sagen.

AE: Was bedeutet denn dann der Slogan von der Rückbesinnung auf den Markenkern für die Zukunft der
Grünen?
Nd: Na, ja die Radikalität des Fortschrittsunbehagens, welches die Grünen am Anfang kennzeichnete, wird wohl
nicht mehr zu reaktivieren sein. Das zeigt ja schon der Umstand, dass man sich jetzt eines
betriebswirtschaftlichen Vermarktungsbegriffs bedient, um die aktuelle Nabelschau zu begründen. Nein, auch
die Grünen sind nun gelassener, zynischer und indifferenter gegenüber dem allgemeinen Lauf der Dinge
geworden. Auch sie sind von der Realität des modernen Daseins eingeholt und ausgelaugt. Und so wird es
ihnen also kaum gelingen,
in der ohnehin ständig empörten Gegenwart noch eine ehrliche Entrüstung
glaubwürdig zu verkörpern.  

AE: Okay, die ursprüngliche Radikalität der Grünen ist also ein für allemal verloren. Was bleibt denn jetzt noch
vom Gedanken der Neupositionierung übrig? Bzw, wie wollen die Grünen in Zukunft Wahlen gewinnen?
Nd: Nun, wer genau hinsieht, der weiß, dass die Grünen deshalb gewählt werden, weil es einen festen Stamm
von Wählern gibt, die sich um die Umwelt so sehr sorgen, dass sie für dieses Unbehagen auch einen
politischen Ausdruck suchen. Dass es den Grünen bei der letzten Wahl nicht gelungen ist, über diese
Stammwähler hinaus weitere Stimmen zu gewinnen, hat mehr mit ihrem verbrauchten Führungspersonal, als mit
inhaltlichen Positionen zu tun. Die Wähler hatten einfache die alte rhetorische Leier von Künast und Co. satt.
Und es wird jetzt an der neuen Führungsspitze sein, mit originellen Diskussionsbeiträgen neue Reizpunkte zu
setzen.

AE: Und wie beurteilt Noah denkt™ dieses neu gewählte Führungspersonal?
Nd: Die Nachdenklichkeit von Frau Göring-Eckhart ist sympathisch. Dennoch muss das neue Team aufpassen,
dass es nicht zu leisetreterisch und langweilig daher kommt.

AE: Na, ja gegen die Leisetreterei haben sie ja den Cem Özdemir?
Nd: Nur leider wandelt der Herr Özdemir zu sehr auf den alten Berufsentrüstungspfaden. Nee, es wird letztlich
auf Frau Göring-Eckhart und ihre Originalität ankommen, wenn die Grünen bei den kommenden Wahlen mehr,
als zuletzt erreichen wollen.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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Berliner Parteitag der Gruenen, Markenkerndebatte der Gruenen, Was ist der Markenkern der Gruenen,
Analyse der Wahlniederlage der Gruenen, Neupositionierung der Gruenen, neue Fuehrungsspitze der
Gruenen, Vermarktungsdebatte der Gruenen
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