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Brief an Herbert Grönemeyer und die anderen Hohen Priester des Rockpopevangeliums
Aperςu zum Rockgipfel anlässlich der G8-Absurdität in Heiligendamm vom 08.06.07
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Das Problem der Armut hängt damit zusammen, dass der Mensch von Natur aus ein ängstliches Wesen ist. Und
so gelingt es ihm denn auch nur schwer, sich aus demjenigen hinaus zu bewegen, was er kennt, und sich dort zu
versuchen, wo ihnen seine Hoffnungen und Sehnsüchte hinlenken. Denn zu sehr fürchtet er die Unwägbarkeiten
dieses Unbekannten, als dass er seine Talente und Fähigkeiten jetzt noch in vollem Maße würde realisieren
können.

Da dem aber so ist, wie es ist, und es nicht zuerst Strukturen und Systeme sind, welche die Armut produzieren,
sondern es vor allem das mangelnde Selbstvertrauen in unser selber ist, welche dasselbe tut, da wird man
niemanden aus der Not erretten können, wenn man ihm die eigene Furcht immer wieder zur Schau stellt. Denn zu
sehr wird man ihn in seiner Ängstlichkeit nun bestärken müssen, als dass er jetzt noch über sich hinaus wird
wachsen können.

Nein, wer anderen wirklich helfen will, sich das Elend doch ein wenig erleichtern zu können, der wird, wenigstens
in unseren Breiten, nicht zuerst von der Regierung erwarten dürfen, dass sie doch dies und das tun möge, um
den Schmerz zu lindern, sondern der wird an sich selbst belegen müssen, wie man seine Angst vernünftig und
konstruktiv bewältigen kann. Denn nur, wenn er anderen zeigen kann, dass man sich auch in der Not selber neu
erfinden kann, dann wird er den anderen den Mut zur Freiheit auch vermitteln können. Und so werden sie sich in
diesem Fall auch selber aus derselben helfen können. Denn zu sehr werden sie nun zum Pioniergedanken auch
ermutigt fühlen, als dass sie damit ihr Schicksal jetzt nicht auch bewältigen können.

In allen anderen Fällen aber, da man sich um einen vernunftexistentiellen Weg der Angstbewältigung selber nicht
bemühen will, da wird man auch niemanden anderen dazu animieren können. Und so wird man denn in diesem
Fall über symbolische PR-Aktionen auch nicht hinauskommen. Denn zu wenig ehrlich wird man in diesem Fall um
den Fortschritt auch gerungen haben, als dass man auf denselben jetzt wahrlich auch wird hoffen können.
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© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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