Noah denkt™  -
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Quo vadis F.D.P.?
Dialog mit dem Alter Ego zum Niedergang der Liberalen in Deutschland,
erstellt und veröffentlicht am 19.09. 2011
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Frage von Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Die gestrige Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat erneut
deutlich gemacht, dass
die FDP in der Wählergunst erhebliche Einbußen zu verzeichnen hat. Woran liegt das?
Antwort von Noah denkt™ (Nd): Aus unserer Sicht gibt es zwei Hauptgründe für diese Entwicklung. Erstens, ist es
natürlich leichter, die aktuellen Finanz- und Wirtschaftsprobleme dadurch lösen zu wollen, dass man andere, bloß
nicht sich selbst dafür zur Kasten bitten will. Ergo der Erfolg der linksliberalen Propaganda für eine Reichensteuer
und für eine Ausweitung der Staatsanteils. Und zweitens ist es einfach so, dass die FDP noch nie eine
glaubwürdige Verkörperung des Liberalismus gewesen ist. Denn schon immer hat man hier lieber den gut
verdienenden Angestellten-Yuppie, als den selbstausbeuterischen Gesellschafts- und Unternehmenspionier
gegeben. Damit aber ist es nur selbstverständlich, wenn die Idee des Wirtschaftsliberalismus hierzulande mehr
mit
schleimiger Selbstbedienung, als mit aufopferndem Überzeugungskampf verbunden ist.

AE: Nun muss ja sagen, dass die Riege von Herrn Rösler etwas weniger aalglatt daher kommt, als dies noch in
der Person von Herrn Westerwelle der Fall war. Dennoch scheint auch diese Re-Positionierung der FDP keine
Früchte zu tragen.
Nd: Man muss wohl davon ausgehen, dass die Selbstherrlichkeit des Herrn Westerwelle soviel Schaden
angerichtet hat, dass es noch lange dauern wird, bis sich die Wahrnehmung der FDP von der Erinnerung an
ihren ehemaligen Vorsitzenden gelöst hat.

AE: Kann es nicht auch sein, dass die Jugendlichkeit der Herrn Rösler und Lindner als inkompetent
wahrgenommen wird?
Nd: Na, ja, es stimmt schon, dass die genannten Herrn eher als Leichtgewichte rüber kommen. Außerdem wird
man gerade beim Herrn Rösler nicht den Eindruck los, dass er auch ein bisschen langweilig ist.

AE: Also, wenn wir Noah denkt™ hier richtig verstehen, dann will es weder den flamboyanten Politiker vom Stile
Westerwelle, Fischer, Roth und Künast, noch den braven Arbeiter vom Stile Rösler oder Kauder. Kann es also
sein, dass unser Projekt eigentlich niemanden so richtig gut finden kann?
Nd: Das kann man ganz und gar nicht sagen. Immerhin gibt’s ja da doch den einen oder anderen, dem wir eine
Sympathie durchaus entgegen bringen können. (z. B. die Herrn Ströbele, Schäuble, Röttgen, um nur einige zu
nennen). Uns geht’s einfach darum, dass einer Ecken und Kanten hat, dass er emanzipiert daher kommt, und
dass er das, was er vertritt, auch weitgehend in der eigenen Person vorgelebt hat.

AE: Wie sollte denn ein solches Vorleben des Wirtschaftsliberalismus konkret aussehen?
Nd: Nun, wie wär’s damit, etwa
die Philosophie des kapitalistischen Existenzialismus auch an sich selbst
umzusetzen?

AE: Na, wenn man das tun würde, dann würde man zum Politiker sicher nicht mehr taugen. Schließlich hätte man
doch dann soviel Zeit außerhalb der Politik verbringen müssen, dass man in derselben weder genug Stallgeruch,
noch genug Schlagfertigkeit würde entwickeln können.
Nd: Kann sein, kann nicht sein. In jedem Fall müsste ein solches Experiment erstmal versucht werden, ehe man
abschließend würde behaupten können, dass ein solches Vorhaben so nicht gelingen kann. Denn so richtig
versucht, hat’s ja bisher noch keiner. Und da sich auch noch keiner wirklich daran probiert hat, ist es nur
folgerichtig, dass man dem Wirtschaftliberalismus hierzulande kaum glauben mag.

AE: Gibt’s denn anderswo Menschen, die das versucht haben?
Nd: Na, ja, wir denken, dass es in den USA schon hier und da einen Selbstmade-Millionär gegeben hat, der es
dann auch in der Politik zu etwas gebracht hat. Aber die Verhältnisse auf der anderen Seite des Großen Teiches
wird man ohnehin auf unsere Breiten nicht übertragen können. Insofern sollte man denn auch den Hinweis auf die
Tea Party hierzulande gar nicht erst in die Diskussion einbringen.

AE: Mit anderen Worten, es braucht etwas Unerhörtes, um in Deutschland den Wirtschaftsliberalismus hoffähig zu
machen.
Nd. So kann man das sagen.

AE: Und wird es dieses Unerhörte irgendwann geben?
Nd: Wir hoffen darauf.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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Stichworte:

Absturz der FDP, NIederlage der FDP, Niedergang des Liberalismus, Verschwinden der FDP,
Wirtschaftsliberalismus in Deutschland, Vertreter des Wirtschaftsliberalismus, Verkoerperung des
Wirtschaftsliberalismus, Stimmenverlust der FDP, Zukunft der FDP