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Familie und Wahrhaftigkeit
Aperςu, erster Entwurf erstellt am 24.10., veröffentlicht am 8. Nov. 2007
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Eine der größten Lügen unserer Zeit ist die, dass so getan wird, als ob Familie, Karriere und Wahrhaftigkeit ohne
weiteres mit einander zu vereinbaren seien. Denn, dass man eine Familienfinanzierung sicherstellen kann, ohne
dabei ein beträchtliches Maß an Aufrichtigkeit zu heucheln, das wird man wahrlich gar nicht sagen können. Denn
zu sehr wird man sich in diesem Fall doch im Angepaßten und Angestellten auch bewegen müssen, als dass man
sich seine Ehrlichkeit jetzt noch wie selbstverständlich wird bewahren können.

Nein, wer hier der Wahrheit die Ehre geben will, der wird sehen müssen, dass auch diese Welt viel zu kompliziert
ist, als dass man darin die Angst vor Schmerz und Tod würde überwinden können, ohne dabei ein existentielles
Versorgungsrisiko eingegangen zu sein. Und so wird man es in diesem Fall mit der Selbstgerechtigkeit auch gar
nicht so sehr übertreiben dürfen. Denn zu sehr wird man damit die Verlogenheit gerade erst erschaffen müssen,
als dass man diese jetzt noch gut genug bekämpfen kann.

Nein, nein, wer sich hier nicht selbst betrügen will, der wird verstehen müssen, dass das Dasein zu vielschichtig
geworden ist, als dass man demselben noch ohne weiteres auf den Grund wird gehen können. Und so ist es
denn auch nur folgerichtig, wenn in den Organisationen nicht wenig nun geschwommen wird. Denn zu selten wird
man hier den Kern der Dinge noch erfassen können, als dass man sich sein Rückrat so noch wird verstärken
können.

Da es aber so ist, wie es ist, und es auch heute noch eine ungeheure Selbstquälfähigkeit braucht, um eine
Wahrhaftigkeit überzeugend zu erreichen, da wird man denen, die in dieser Welt Kinder zu versorgen haben,
zurufen müssen, dass sie ihren Anspruch auf Deutungshoheit nicht gar so mutig formulieren sollen. Denn zu sehr
werden sie sich damit nur selber schaden müssen, als dass sie sich ihre Versorgungsperspektive so noch werden
sichern können

Nein, nein und ein drittes Mal nein, wer auch in diesem Punkt die Dinge nicht verdrehen will, der wird begreifen
müssen, dass gerade eine reife Demokratie ohne martyrisch veranlagte Philosophen nicht wird überleben
können. Und so wird man die Mittelmäßigkeit in diesem Fall auch nicht zum obersten Prinzip erheben dürfen.
Denn zu sehr wird man in diesem Fall die Weisheit bedrängt haben, als dass man sich diese jetzt noch so ohne
weiteres wird erhalten können.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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