Noah denkt™  -
    Projekt für Wirtschaftsbeurteilungen
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Selbstbedienung bei Calvins Prädestinationslehre
F&A zwischen Noah denkt™ und sein Alter Ego, erster Entwurf erstellt am 02.06,
veröffentlicht am 09.06.08
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Frage von Noah denkt™ (Nd): Kennt unser Alter Ego die calvinische Prädestinationslehre?
Antwort vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Nein. Worum geht’s dabei?

Noah denkt™ (Nd): Nun, es geht darum, dass der Mensch nach dieser Lehre schon vor bzw. bei seiner Geburt
durch Gottes unerforschlichen Willen zur Seligkeit oder zur Verdammnis vorherbestimmt ist, und dass er daran in
seinem Leben selbst gar nichts ändern kann. .  

AE: Mit anderen Worten, nach Calvin kann man sich auf dieser Welt abstrampeln, soviel man will, und doch wird
all dies nichts an den eigenen Himmelreichperspektiven ändern können?
Nd: So haben wir das verstanden. Ja, wir meinen sogar, dass Calvin noch einen Schritt weitergeht und behauptet,
dass selbst diejenigen, die von Gott auserwählt sind, keine Chance haben, sich ihres Auserwähltseins gewahr zu
werden. Denn zu unergründlich ist in dieser Weltsicht der Herr, als dass man auf seine Gunst selbst mit einem
diesseitigen Erfolg würde schließen können.

AE: Nun das klingt nicht gerade frei, oder demokratisch, oder selbstbestimmt?
Nd: Auf den ersten Blick sicher nicht.

AE: Und auch auf den zweiten nicht
Nd: Na, da wären wir uns nicht so sicher.

AE: Wieso?
Nd: Nun immerhin werden sich doch auch die zur Verdammnis Vorherbestimmten in dieser Theorie noch so oder
so verhalten können. Und so werden denn auch sie alles dafür tun können, dem Herrn wohlgefällig zu sein. Denn
zu wenig wissen sie doch, dass die Rettungsaussicht für sie gar nicht erst besteht, als dass sie diese nicht
dennoch nun erstreben werden.

AE: Und doch bleibt’s dabei, dass die Betreffenden sich in dieser Weltanschauung nicht neu erfinden und ihrem
Schicksal entgehen können.
Nd: Stimmt.

AE: Und so wird man denn auch von einer egalitären Aussicht auf Erfolg hier gar nicht reden können.
Nd: Stimmt auch.

AE: Warum also belästigt mich Noah denkt™ mit solchen Thesen, die mit unserem kapitalistischen
Existenzialismus nichts zu tun haben.
Nd: Na, ja, immerhin sind ja auch wir der Meinung, dass nur diejenigen, die sich zu ihrem eigenen Philosophsein
ehrlich selber bekannt haben, den kapitalistischen Existenzialismus in aller Konsequenz leben können. Und so
wird man doch auch bei uns ein gewisses Element von Prägung gar nicht leugnen können. Denn zu sehr glauben
auch wir, dass die philosophische Selbsterkenntnis schwierig ist, als dass wir diese jetzt noch von jedermann wie
selbstverständlich würden erwarten können.

AE: Allerdings läuft das Ganze bei uns nicht so sehr im Dunkeln ab, wie dies bei Calvin der Fall ist.
Nd: Nee, ganz so dunkel ist es bei uns nicht.

AE: Also, warum reden wird denn nun über die Calvinsche Prädestinationslehre?
Nd. Weil wir einen gemeinsamen Freund haben, der sich in dieser Welt im wahrsten Sinne des Wortes quält, um
Gott wohlgefällig zu sein, und dem dieser Gott aber dennoch nicht die Beseeltheit zugänglich macht, mittels derer
er seine Daseinsängste tatsächlich würde überwinden können.

AE: Interessant. Und was schliesst Noah denkt™ daraus?
Nd: Nun, dass es vielleicht doch so ist, wie Calvin sagt, und man entweder zu den Auserwählten gehört, und vom
Herrn dann auch die Kraft vermittelt bekommt, ihm mit aller Konsequenz zu dienen, oder dass dies im Gegenzug
nicht der Fall ist, und dann auch alles Bemühen um diese Konsequenz nichts daran ändern kann, dass man zu
den Erwählten nicht gehört.

AE: Dem würde natürlich auch der Gedanke von Napoleon entsprechen, wonach man seine Führungskandidaten
danach aussuchen soll, ob ihnen Fortune an den Füßen klebt oder nicht?
Nd: Vielleicht. Auf jeden Fall scheint es aber doch so zu sein, dass manche auch bei leidenschaftlichem Wollen
nicht aus ihrem Trauma, ihrem Karma, und ihrer Kleingläubigkeit ausbrechen können. Und so wird man sich das
Ganze doch nicht anders erklären können, als dass der Herrgott die Betreffenden einfach nicht erhören will.
Denn zu sehr haben sie sich um sein Verständnis doch bemüht,  als dass man von ihnen jetzt noch mehr als das
Erbrachte wird verlangen können.

AE: Nun wird man hier natürlich nicht vergessen dürfen, dass es nach Calvin ja weiterhin möglich bleibt, dass
auch ein Verlierer noch zu den Auserwählten gehören kann. Denn zu verstellt, so hat es uns Noah denkt™ doch
eben erläutert, ist in dieser Theorie die Erkenntnis des Ausgewähltsein, als dass wir dem hier in Rede stehenden
Fall jetzt schon eine schicksalhafte Glücklosigkeit würden unterstellen können.
Nd. Richtig, nach Calvin könnten wir die soeben gemachte Behauptung nicht aufrechterhalten. Aber wenn man
unsere eigene These zu Grunde legt, wonach man auf dieser Welt schon einen Vorgeschmack vom Himmelreich
bekommen muss, um das wahre, jenseitige dann auch erreichen zu können, dann scheint unsere
Schlussfolgerung dennoch zu stimmen.

AE:  Und in der Tat ist es ja so, dass auch die calvinistischen Jünger diese, unsere Indizienthese vom diesseitigen
Erfolg de facto praktiziert haben?
Nd: Genau so ist das. Und so wird man denn auch den Calvin nicht völlig verbiegen müssen, wenn man in
unserem vorliegenden Fall über eine kategorische Nichtausgewähltheit spekuliert. Denn zu sehr wird man sich
darin wenigstens durch seine Jünger bestätigt fühlen dürfen, als dass man sich diese Deutungsfreiheit jetzt nicht
auch wird nehmen dürfen.

AE: Okay. Halten wir also fest, dass nicht jeder ein Auserwählter ist, dass wir aber, Noah denkt™ und vielleicht
auch sein Alter Ego, wie selbstverständlich dazu gehören?
Nd: Nun das Mindeste, was man sagen kann, ist, dass uns das Gottvertrauen bis dato noch nicht ausgegangen
ist. Und so wird man auf eine bestimmte Beliebtheit unsererseits beim Herrn womöglich denn auch schließen
können. Denn zu sehr sind wir bis hierher schon über uns selbst hinausgewachsen, als dass wir dies ohne die
Unterstützung des Herrn hätten schaffen können.

AE: Bleibt aber die Frage, ob nicht der nach wie vor ausbleibende Erfolg dennoch eine kategorische Verdammnis
unsererseits vermuten lässt? Denn zu sehr haben doch auch wir uns in dieser Welt schon abgestrampelt, als
dass man unsere Lage jetzt noch anders, als mit einer fortgesetzten Glücklosigkeit wird erklären können.
Nd: Nun richtig ist, dass auch wir uns gehörig gequält haben. Und richtig ist auch, dass der diesseitige Erfolg bis
dato nicht gekommen ist. Was uns aber von unserem glücklosen Freund unterscheidet, ist der Umstand, dass wir
bis heute dennoch noch vom Glauben beseelt bleiben, dass dieser Erfolg früher oder später kommen wird. Denn
zu sehr hat uns diese Inspiriertheit  bis dato schon ins Unerhörte getragen, als dass wir ihr jetzt nicht auch diese
göttliche Auserwähltheit unterstellen können.

AE: Klingt immer noch ganz schön vermessen und frech, um nicht zu sagen, undemütig?
Nd: Kann sein, dass du Recht hast, und da etwas Undemütiges und Vermessenes in dieser Folgerungskette drin
ist. Und dennoch wird man sich doch der Erkenntnis nicht verstellen können, dass es durchaus ungewöhnlich ist,
dass wir es bis hierher überhaupt geschafft haben, unsere eigenen Existenzängste in Zaum zu halten, und die
offensichtliche Ungewissheit ohne Panik zu ertragen.

AE: Noah denkt™ hat recht. Angesichts unserer früheren Feigheit ist schon verwunderlich, dass wir den Mut für
die aktuelle Selbstständigkeit tatsächlich haben entwickeln können.
Nd: Und sicher ist uns dies nur deshalb gelungen, weil unser der Heilige Geist dabei Pate gestanden hat.

AE: Der heilige Geist oder eine andere Verblendung?
Nd: Nein, angesichts der inneren Ruhe und Ausgeglichenheit, die wir hier immer noch empfinden, muss es wohl
der Heilige Geist sein.

AE: Na, ja, Noah denkt™s Wort in Gottes Ohr.
Nd: Ja, unser Wort in Gottes Ohr.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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