Noah denkt™  -
    Projekt für Wirtschaftsbeurteilungen
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Die (outbound) Call-Center-Schweinerei
F&A zwischen Noah denkt™ und seinem Alter Ego, erster Entwurf erstellt am 03.05.,
veröffentlicht am 08.05.2008
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Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Was gibt’s sonst neues?
Antwort von Noah denkt™ (Nd): Noah denkt™ hat überlegt, eine Verkaufsempfehlung für die Telekom-Aktie
auszusprechen.

AE: Und warum?
Nd: Weil es von diesen ewigen Verkaufsanruf so genervt ist, dass es ihm schwer fällt, sich für das Unternehmen
und dessen Aktie noch länger zu erwärmen.

AE: Aber sollten diese Verkaufsanrufe nicht eher ein Zeichen der Hoffnung für die Telekom sein. Immerhin zeigt
sich darin doch, dass das Unternehmen aggressiv im Markt unterwegs ist. Und so wird man doch damit auch den
Glauben verbinden können, dass der Aktienkurs der Telekom von diesen Aktivitäten profitieren wird.
Nd: Wer das glaubt, wird selig.

AE: Warum?
Nd: Weil niemand im Ernst behaupten kann, dass man im Markte nachhaltig wachsen wird, wenn man seinen
Kunden beständig auf den Wecker geht.

AE: Aber vielleicht geht es den Kunden ja gar nicht so sehr auf die Nerven, wenn sie regelmäßig über neue
Tarifvorteile informiert werden?
Nd. Unser Alter Ego meint also, dass es den Menschen nichts ausmachen wird, wenn sie aus heiterem Himmel
überfallen, und sich plötzlih hier und nun erklären müssen.

AE: Aber hier wird doch niemand überfallen?
Nd: Physisch nicht, aber psychisch schon. Denn immerhin nimmt sich doch hier jemand das Recht, einen anderen
in seiner Privatsphäre zu stören, ohne auch nur den geringsten Anhaltspunkt dafür zu haben, ob dieser Anruf
gerade jetzt in diesem Moment wirklich auch willkommen ist.

AE: Ja, aber man kann doch diese Störung ganz einfach dadurch beenden, dass man dem Anrufer zu verstehen
gibt, jetzt nicht mit ihm reden zu wollen.  
Nd: Das mag sein. Allerdings wird man dafür seinen Wunsch erst oder so begründen müssen. Denn zu sehr sind
diese Anrufer doch geschult, sich nicht einfach so abweisen zu lassen, als dass man sich jetzt noch leicht aus der
Affäre wird ziehen können.   

AE: Und wie wär’s damit einfach nur den Hörer aufzulegen?
Nd: Das fällt uns schwer. Denn natürlich wird man die Höflichkeit nicht mit einer eigenen Unhöflichkeit verteidigen
können.

AE: Mit anderen Worten, Noah denkt™ ist letztlich für ein Verbot dieser ungebetenen Verkaufsanrufe.
Nd: So ist das.

AE: Und wie soll es dann einem Unternehmen möglich sein, sich beim Kunden effektiv und angemessen ins
Gespräch zu bringen?
Nd: Es gibt tausend Möglichkeiten, dies zu tun.

AE: Und die wären?
Nd: Mailings, Sponsoring, Anzeigen, innovative Events, Werbegeschenke, usw.

AE: Aber all diese anderen Methoden sind doch weniger effektiv, als die Direktansprache. Und da auch Noah
denkt™ einmal gesagt hat, dass mit den Ressourcen der Welt optimal umgegangen werden soll, da wird man sich
gegen diese Call-Center-Aktivitäten doch gar nicht so sehr wehren müssen. Denn zuviel Papier wird damit doch
gespart, als dass man sich nicht gerade deshalb auch mit einer solchen Vermarktungstaktik wird anfreunden
können.
Nd: Nun, Noah denkt™ bezweifelt, dass die Energie, die von einem Call Center verbraucht wird,
umweltfreundlicher ist, als die, die bei einer Mailing vergeudet wird. Aber selbst, wenn es so wäre und der
Regenwald unter Call-Center-Aktivitäten weniger zu leiden hätte, als dies bei einer Mailingaktion der Fall ist, dann
würde doch der soziale Schaden dieser gewerblichen Anrufe immer noch so gross sein, dass ihre negative
Ethikbilanz den Umweltgewinn zunichte machen würde, der von den Telefonbanken erwirtschaftet wird.

AE: Und was ist mit dem Argument, dass ein solches Anruferverbot nur dazu führen würde, dass sich nun nur
noch die grossen Unternehmen im Markte behaupten können. Denn immerhin sind sie es doch, die sich diese
teueren Sponsorings auch leisten können. Die Neuen und die Kleinen werden auf dieser Ebene gar nicht
mitspielen können.
Nd. Na, ja aber die Neuen und die Kleinen werden von einem solchen Verbot dadurch profitieren, dass man sich
in diesem neuen Umfeld dem Unbekannten auch wieder bedenkenloser wird öffnen können. Denn immerhin
werden die Menschen in einer solchen Umgebung ja nicht sogleich fürchten müssen, dass jemand sie mit seinem
Vorhaben überfahren wird. Und so werden sie in dieser Situation dem Fremden auch entspannter nun begegnen
können. Denn zu sehr ist ihre Privatsphäre nun respektiert worden, als dass man sie in dieser jetzt nicht auch
leichter wird erreichen können. - Ausserdem ist Noah denkt™ der Auffassung, dass ein Unternehmen, welches
nur mit solchen Anrufen im Markt bestehen kann, es gar nicht verdient hat, in diesem Markt überhaupt zu sein.
Denn zu wenig hat dasselbe einen Mehrwert geschaffen, der für sich alleine stehen kann, als dass es von diesem
jetzt noch lange genug wird zehren können.

AE: Und da kann dann auch der Hinwies, dass doch mit dieser Telefonindustrie neue Arbeitsplätze geschaffen
würden, nichts mehr an Noah denkt™s Meinung ändern.
Nd: Nein. Denn diese outbound-Arbeitsplätze beuten ihre Mitarbeiter psychisch so sehr aus, dass mit dem Geld,
was hier verdient, kein nachhaltiges Wachstum erzielt werden kann. Denn zu sehr wird die hier betriebene
Verrohung der Sitten zu einem allgemeinen Mehrkosten führen müssen, als dass man damit jetzt noch die
Wirtschaft wird beleben können.

AE: Und das bedeutet schlussendlich für die Telekom-Aktie, dass man sich wegen der Dreistigkeit der dahinter
stehenden Verkaufspolitik von ihr trennen sollte?
Nd: Eigentlich schon.

AE: Und warum tun wir’s dann nicht?
Nd: Weil wir bisweilen nicht so konsequent und streng sind, wie wir’s vielleicht doch sein sollten.  

AE: Mit anderen Worten, wir hätten uns die ganze Rede hier sparen können?
Nd: Nee, gesagt werden musste das schon. Ob es aber darüber hinaus noch einen zusätzlichen Handlungsbedarf
gibt, das wird man mit der Zeit sehen müssen.

AE: So weit also die heiligen Worte für heute.
Nd: Ja, soweit das, was wir jetzt hier dazu sagen können.

AE: Gut, dann lasst uns jetzt wenigstens den Mund halten.
Nd: Okay, tun wir das.
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ausgeführt.
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Zusatz zu diesem F&A vom 31.07: Übrigens sollen sich laut Forsa 86% der Bundesbürger von Werbeanrufen belästigt fühlen.
( -wobei natürlich auch die empirische Feststellung dieser Zahl eine Belästigung an sich ist). Und so wird man es also begrüssen
müssen, dass die Bundesregierung nun die Rechte der auf diese Weise Angerufenen gestärkt hat.