Noah denkt™  -
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Provinzler gegen Weltbürger
Dialog mit dem Alter Ego zum Kulturkonflikt der Deutschen Bank AG, erstellt am 24.05. und veröffentlicht am
25.05.13
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Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Wir sind diesmal zwar nicht dabei gewesen. Aber was man so hört,
soll es bei der diesjährigen Hauptversammlung der Deutschen Bank vor allem darum gegangen sein, der
Öffentlichkeit einen inneren Kulturwandel der Bank, also weg vom rücksichtslosen Risikogeschäft, zu verkaufen.
Was sagt Noah denkt™ dazu?
Antwort von Noah denkt™ (Nd): Erstens, glauben wir nicht,
dass eine gesunde Spekulation möglich ist, ohne
immer wieder die Grenzen des Sozialverträglichen auszutesten. Und zweitens sehen wir die eigentliche kulturelle
Verwerfung in der Deutschen Bank darin, dass sie zu viele brave und biedere Anleger hat, um auf den
Finanzmärkten noch als überlegene, intellektuelle Kraft auftreten zu können. Mit anderen Worten, das
Kernproblem der Bank besteht darin, dass sie von Eigentümerseite eigentlich ein provinzielles
Gartenzwergunternehmen ist, das aber auf den Finanzmärkten wie
ein weltgewandter Deutungsmogul auftreten
will. Wir sehen nicht, wie die Deutsche Bank diesen Spagat auf Dauer managen will, ohne sich dabei beständig
an dem einen, nämlich der Ehrlichkeit gegenüber den Anlegern, oder an dem anderen, nämlich der Klarheit der
eigenen Analyse, versündigen zu müssen.   

AE: Man kann ja wohl davon ausgehen, dass
bestallte Geschäftsführer all überall stets vor der Herausforderung
stehen, hinterher hinkenden Eigentümern die Notwendigkeit von diesem und jenem Tun klar zu machen. Man
kann sich daher durchaus sicher sein, dass es zum Alltagsgeschäft einer guten Managers gehört, die Eigentümer
auch gegen ihren Willen zu deren Glück zu zwingen.
Nd: Davon ist in der Tat auszugehen.

AE: Warum muss also diesbezüglich bei der Deutschen Bank ein so großes Kulturfass aufgemacht werden, wie
Noah denkt™ dies hier tut?
Nd. Weil durch die Behauptung der Bank, nun die
Altlasten des hart gesottenen Spekulierens hinter sich lassen
zu wollen, der Selbstbetrug bzw. die Lüge bereits vorprogrammiert ist.

AE: Aber ist es nicht so, dass die existenzielle Herausforderung erstklassiger Spekulation gerade darin besteht,
im Spannungsfeld der Gegensätze den bestmöglichen Mittelweg zu finden? Mit anderen Worten, der
Streckungsgrad eines Spagats kann eigentlich kein Thema sein.
Nd: Na, ja, es kommt hier auf  Nuancen an. Und es scheint uns so, als ob die Gegensätze, an denen sich die
Deutsche Bank abzuarbeiten hat, zu groß sind, als dass man diese auf Dauer vernünftig wird managen können.

AE: „Auf Dauer“ gibt es in dieser Welt eh nichts, dass man in den Griff kriegen kann.
Nd: Stimmt. Aber man soll hinterher auch nicht behaupten, man sei nicht gewarnt worden.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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