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Nur mit einer Arbeitsethik wird der Kapitalismus nicht zu retten sein
Aperςu über die Selbstquälbereitschaft, erstellt am 21.06.07
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Nach wie vor meinen die Eliten unserer demokratischen Welt, dass sie ihre Pflicht schon dadurch erfüllen können,
dass sie 20 Stunden am Tag arbeiten, und ihr Privatleben zu Gunsten von Beruf und Unternehmen aufgeben.
Damit aber, dass sie sich vor ihrer eigentlichen Verantwortung zu schützen versuchen, in dem sie sich in einen
Workoholismus flüchten, damit werden sie den Kapitalismus, wenigstens in unseren Breiten, nicht vor der eigenen
Selbstzerstörung retten können. Denn zu wenig werden sie sich für die Freiheit nun geopfert haben, als dass sie
diese jetzt noch vor ihrer eigenen Perversion werden verteidigen können.

Nein, wer hier der Wahrheit die Ehre geben will, der wird erkennen müssen, dass man die Verlierer des freien
Marktes nicht damit bei der kapitalistischen Stange halten kann, dass man selbst dafür den höchsten Preis nicht
zu zahlen bereit ist, sondern der wird sehen müssen, dass man die Betreffenden nur dann eines Besseren wird
belehren können, wenn man dafür auch selbst ein kardinales Martyrium erleiden will. Denn nur, wenn man für den
Kapitalismus auch selber zu bluten bereit ist, dann wird man die Andersdenkenden von dessen Überlegenheit
auch wirklich überzeugen können. Und so wird man in diesem Fall den Frieden und die Freiheit sicher auch
erhalten können. Denn zu sehr wird man deren Vernunft nun selber auch gelebt haben, als dass man damit jetzt
nicht auch den Kreislauf der Systeme wird stoppen können.

In allen anderen Fällen aber, da man dieses Opferblut selber nicht vergießen will, da wird man seinen
Führungsanspruch auch gar nicht erst begründen können. Und so wird man dafür auch keinen Fürstenlohn
verlangen können. Denn zu wenig wird man sich nun selber auch gefoltert haben, als dass man seine Existenz
jetzt auch noch wird wahren können.

Da dem aber so ist, wie es ist, und man auf Dauer kein Prinz sein kann, ohne dafür den entsprechenden
Kühnheitszoll entrichtet zu haben, da wird man nur all denen, die es sich jetzt noch in ihrem ständischen
Gesundheitswahn wohlig eingerichtet haben, sagen müssen, dass sie die letzten Stunden darin noch genießen
sollen. Denn zu bitter wird der Abschied daraus für sie noch werden, als dass man ihnen diesen Sonderurlaub
jetzt nicht auch gewähren kann.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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