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Selbstgefällige Lord Siegelbewahrer
Kommentar zur Phönixrunde vom 11.10.2007, erster Entwurf am 12.10., veröffentlicht am 14. 10.2007
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Nun mag es sein, dass es bündnispolitische, diplomatische und auch menschliche Zwänge gibt, die den weiteren
Verbleib der deutschen Soldaten in Afghanistan nötig machen. Ja, man wird sogar verstehen, wenn diejenigen,
die diese Zwänge sehen, über dieselben gar nicht offen sprechen mögen. Denn zu sehr würde man in diesem Fall
doch um die Sicherheit der Soldaten fürchten müssen, als dass man sich diese Diskussion jetzt noch wie
selbstverständlich wird erlauben können.

Dass all diese Gewissensnot aber dazu führen kann, dass man einen honorigen und absolut vernünftig
argumentieren Einsatzkritiker, wie den Herrn Rose auf eine derart selbstherrliche und gutsherrenartige Weise
abkanzelt, wie dies (vor allem) die Herrn Thelen und von Guttenberg am Donnestag Abend getan haben, das wird
man ehrlich gar nicht glauben können. Denn zu sehr wird man dem Betreffenden auf diese Weise vermitteln
müssen, dass man ihn für voll so recht nicht nehmen kann, als dass man auf dessen weitere
Vernunftverpflichtetheit jetzt noch so ohne weiteres wird hoffen können.

Nein, wer sich die pompöse Entrüstung gestern angesehen hat, zu der diese Platzhirsche wie selbstverständlich
fähig scheinen, der wird zu dem Ergebnis kommen müssen, dass die Betreffenden die Aussichtslosigkeit unseres
Afghanistan-Engagement noch gar nicht erst verstanden haben. Und so wird er nur entsetzt darüber sein können,
wie wenig wahrhaftig sich die Betreffenden der Wirklichkeit doch stellen können. Denn zu sehr werden sie sich
diese nun weiter verkleistern müssen, als dass sie diese jetzt schon angemessen werden bewältigen können.

Nein, nein, wer unserem Lande wirklich helfen will, der wird zunächst einmal erkennen müssen, dass für einen
Standesdünkel darin kein Platz mehr ist. Und so wird er sich eine Herrenreiterei darin auch gar nicht mehr
erlauben können. Denn zu sehr wird er damit den Terrorismus doch gerade erst erschaffen müssen, als dass er
diesen jetzt noch wird besiegen können.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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