Noah denkt™ - Projekt für Wirtschaftsbeurteilungen
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Ackerland
F&A zwischen Noah denkt™ und seinem Alter Ego, erster Entwurf erstellt am 03.05.,
veröffentlicht am 05.05.08
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Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Gibt es eine neue Investment-Idee von Noah denkt™?
Antwort von Noah denkt™ (Nd): Ja, die gibt es.
AE: Und welche wäre das?
Nd: Ackerland zu kaufen.
AE: Wie bitte, Ackerland?
Nd: Ja, genau, Ackerland. Denn angesichts steigender Nahrungsmittelpreise, angesichts einer wachsenden
Erdbevölkerung und angesichts der zunehmenden Urbanisierung des sozialen Lebens (gerade in den
Entwicklungs- und Schwellenländer) wird die Landwirtschaft sicher mittelfristig eine Renaissance erleben.
AE: Und Noah denkt™ glaubt davon profitieren zu können, in dem es Ackerland an die zukünftige Bauern
verpachten wird?
Nd. In etwa so. Ja, vielleicht wird man sich sogar die Frage stellen müssen, ob es nicht sinnvoller ist, sich selbst
als Bauer zu betätigen. Denn immerhin wird man in diesem Fall ja nicht erst mühsam seine Überlegenheit
beweisen müssen, bevor man damit Geld verdienen kann, sondern, dann wird man vom Erzeugten bereits leben
können, noch ehe die Anerkennungsmeister darauf aufmerksam geworden sind.
AE: Mit anderen Worten, Noah denkt™ glaubt, nicht mehr daran, mit seiner Arbeit den grossen Durchbruch
erzielen zu können?
Nd: Nun sagen wir mal so, die Zweifel daran werden häufiger, und es wird auch immer schwerer, sie jedes Mal
neu wieder abzuarbeiten.
AE: Aber das Leben als Bauer ist auch nicht leicht.
Nd: Da hat mein Alter Ego sicher Recht. Denn natürlich ist es vor allem die körperliche Seite der Landwirtschaft,
die uns ganz besonders zu schaffen machen wird. Denn zu wenig sind wir an diese Arbeit doch von Hause aus
gewöhnt, als dass wir diese jetzt noch so ohne weiteres würden leisten können.
AE: Noah denkt™ meint also, dass man in die Landwirtschaft hineingewachsen sein muss, um darin auch
bestehen zu können?
Nd: Ja, wir denken schon. Denn selbst, wenn man die Frage des notwendigen Gefühls für Wetter, Pflanzen und
Getier einmal beiseite lässt, dann wird es doch wenigstens die körperliche Robustheit sein, die man sich erst in
vielen Jahren der Qual erarbeiten muss.
AE: Nun ist es aber doch so, dass sich Noah denkt™ einer aktiven Selbstquälphilosophie verschrieben hat. Wird
man da nicht von ihm erwarten müssen, dass es sich nun auch nicht vor den landwirtschaftlichen Schmerzen
drückt?
Nd: Richtig ist, dass wir uns nach wie zu unseren Selbstquälphilosophie uneingeschränkt bekennen. Dies aber
bedeutet nicht, dass wir uns mithin bei allem, was wir tun, an den Rand der Selbstaufgabe treiben müssen, bevor
wir damit auch in Frieden leben können. Denn zu sehr hiesse dies doch, unsere Energien wahllos zu vergeuden,
als dass wir damit jetzt noch unsere Ziele würden erreichen können.
AE: Mit anderen Worten, Noah denkt™ geht es also um eine punktuelle und nicht um eine allgemeine
Selbstquälphilosophie?
Nd: Sagen wir besser: Es geht uns darum, sich dort zu quälen, wo die eigenen Talente dieser Quälerei auch die
grössten Erfolgsaussichten bescheren.
AE: Und das wird im Falle von Noah denkt™ also bedeuten, sich in der Wirtschaftsbeurteilungen weiter zu
kreuzigen?
Nd: Wahrscheinlich schon. Denn schlussendlich ist es doch wohl diese philosophische Spekulation, auf die wir
vom Leben am besten vorbereitet worden sind.
AE: Wieso meint Noah denkt™, dass es sich nur in der Spekulation vernünftig wird quälen können?
Nd: Weil wir nur hier unsere Empfindlichkeit, unsere Scheu und unsere Grundsätzlichkeit optimal nutzen können.
Denn zu sehr wären wir auf allen Gebieten doch gezwungen, gegen unsere Natur anzugehen, als dass wir deren
Energien jetzt noch zur Transzendierung unserer selbst würden nutzen können.
AE: Dass mit der Notwendigkeit, nicht gegen die eigenen Natur anzugehen, um dann auch über sich selbst
hinauswachsen zu können, das verstehe ich. Was ich nicht verstehe hingegen ist, warum es der
Spekulationskraft dienlich sein soll, wenn man gebrechlich, menschenscheu, und bewegungsfaul ist?
Nd: Weil man nur mit diesen Eigenschaften auch jene Geduld, jene Tiefgründigkeit und jene forensische
Empfindsamkeit entwickeln kann, die alleine einer Vorhersagekompetenz auch ihre Überlegenheit verleihen kann.
AE: Und ein solcher Mensch, der so zurückgezogen lebt, dem wird es nicht notwendiger Weise an deren inneren
Balance fehlen müssen, um die Dinge auch angemessen abwiegen zu können?
Nd. Nicht, wenn er sein Sosein profund genug reflektiert hat. Denn, dann nämlich, wird er mit seiner Eigenartigkeit
einen wahren Frieden geschlossen haben. Und so wird er in diesem Fall auch nicht mehr länger daran
verzweifeln müssen. Denn zu sehr hat er seine Berufung doch darin jetzt gefunden, als dass er diese nun nicht
auch angemessen wird leben können.
AE: Okay, nehmen wir einmal an, dass all dies so ist, wie es von Noah denkt™ behauptet wird, wie kann es denn
dann sein, dass derjenige, der mit seiner Berufung in Frieden leben kann, sich dennoch ab und wann, wie
gesehen, fragen muss, ob er nicht in einem anderen Metier (etwa der Landwirtschaft) glücklicher würde könnte?
Nd: Weil auch eine gefundene Berufung nicht bedeutet, dass man mithin darin in jeder Sekunde und jedem
Moment eine tiefe Befriedigung finden wird.
AE: Aber wie kann das sein?
Nd: Das kann sein, weil das Leben ein beständiger Wandel ist. Und so wird man sich darin auch immer neu
einnorden müssen, damit man seine Berufung in diesem Wandel auch angemessen entwickeln kann.
AE: Mit anderen Worten, eine einmal gefundene Berufung wird nicht auf immer dieselbe sein müssen?
Nd: Nicht notwendigerweise. Allerdings wird man sich von einer einmal gefundenen Berufung auch erst dann
vernünftig trennen können, wenn man seine Suizidalität darin ehrlich ausgelebt hat.
AE: Und das hat Noah denkt™ bisher ja noch nicht getan.
Nd. Richtig, ausgelebt haben wir diese konstruktive Suizidalität bis dato noch nicht.
AE: Und so wird man denn auch einstweilen alle Veränderungssehnsüchte zu den Akten legen können?
Nd. So ist das.
AE: Und was machen wir mit dem Ackerland?
Nd: Kaufen und verpachten.
AE: Mit anderen Worten, wir lassen andere die Drecksarbeit machen.
Nd: Mit anderen Worten, wir lassen andere deren eigene Schmerzarbeit machen.
AE: Einverstanden.
Nd: Na prima.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein
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