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Abschaffung des EUROs oder gemeinsame Wirtschaftsregierung
Beobachtungen zur Schuldenkrise, erster Entwurf erstellt am 19.05., veröffentlicht am 20.05.2011
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Trotz aller Unklarheiten bezüglich der Frage, wie es mit dem
EURO, den Griechen und den riesigen nationalen
Staatsschulden weiter gehen soll, gibt es doch einige Punkte, die in dieser Debatte unstrittig sind. Und vielleicht
ist es ratsam, sich diese unstrittigen Erkenntnisse noch einmal vor Augen zu führen. Als da wären:

  • Kein Land der Welt ist davor gefeit, Opfer von enormen Fehlkalkulationen zu werden, die sich im Laufe
    einer Wirtschaftsblase wie selbstverständlich aufzudrängen scheinen. Denn natürlich liegt es in der Natur
    einer Wirtschaftblase, den nahezu unwiderstehlichen Eindruck zu erzeugen, dass es nur vernünftig ist, sich
    nun im großen Stil zu verschulden, um die vermeintlich einmaligen Gelegenheiten zu nutzen, die der Markt
    in der betreffenden Phase bieten kann. Es ist daher auch nur folgerichtig, dass diejenigen, die diesen
    Fehlkalkulationen aufsitzen, nach Platzen der Blase, als verantwortungslos und kriminell erscheinen,
    während sie kurz vorher noch von fast allen Seiten für ihren Mut und ihre Weitsicht gerühmt worden sind.

  • Weil es aber so ist, wie es ist, und kein Land der Welt gegen die Verirrungen gefeit ist, die eine
    Wirtschaftsblase mit sich bringen kann, sollte sich jedermann davor hüten, von oben herab auf diejenigen
    zu blicken, die aktuell die größten Fehler gemacht zu haben scheinen. Denn bald schon wird er selbst es
    sein können, der vergleichbare Verirrungen bei sich selbst beklagen muss. Und so wird er in diesem Fall
    also froh sein, wenn er von anderen die gleiche solidarische Nachsicht erfährt, die er sich selbst im Moment
    nur schwer abringen kann.


  • Klar scheint auch, dass es in der gegenwärtigen Lage der EURO-Währungskrise nur zwei Lösungen gibt,
    die eine Art Nachhaltigkeit versprechen können. Diese beiden Lösungen bestehen entweder darin, per
    allgemeinen Konsens zu den alten nationalen Währungen und der dazugehörigen Währungsschlange
    zurückzukehren (man kann hier auch von der Prof. Hanke-Lösung sprechen), oder zu einer gemeinsamen
    Wirtschaftsregierung in den EURO-Ländern zu kommen. Alle anderen Optionen, die zwischen diesen
    beiden Extremen liegen, sind entweder diskriminierend (Stichwort: Nord-Süd-Euro) oder blauäugig
    (Stichwort: verschärfte Sanktionen bei Verletzung der Maastricht-Kriterien). Wir halten sie daher im Sinne
    der Klarheit und der Vermeidung von bösem Blut für nicht angebracht.  

  • Es gibt durchaus Grund zu der Annahme, dass diejenigen, die seinerzeit den EURO eingeführt haben,
    bewusst eine Dynamik lostreten wollten, welche die EURO-Länder früher oder später dazu zwingen wird,
    diesen Schritt in eine gemeinsame Wirtschaftsregierung zu unternehmen. Mit anderen Worten, es mag
    schon damals eine Ahnung davon gegeben haben, dass es im Sinne der europäischen Einheit in der Tat
    nötig ist, Verhältnisse zu schaffen, die einen derartigen Druck ausüben, dass man schließlich gar nicht
    mehr anders kann, als nationale Souveränität abzugeben, um das ultimative Ziel der Befriedung Europas
    erreichen zu können. Denn natürlich hat man auch damals schon verstanden, dass die nationale
    Souveränität nur in einer äußersten Not aufgegeben werden kann. Und so ist es also nicht verwegen
    anzunehmen, dass man es billigend in Kauf genommen, dass es zu dieser besagten Bredouille durchaus
    kommen kann.

  • Die wichtigste Frage, die wir uns im Bezug auf eine gemeinsame Wirtschaftsregierung  stellen müssen, ist
    die folgende: Macht es Sinn eine solche Vereinigung anzustreben, wenn es in den nationalen
    Gesellschaften nicht zuletzt auch wegen der regionalen Kultur- und Sprachunterschiede keine rechte Lust
    mehr auf ein vereintes Europa gibt? Und in der Tat wird es darauf keine leichte Antwort geben können. Wir
    meinen allerdings, dass es angesichts der europäischen Geschichte ein Fehler wäre, die sich nun bietende
    historische Chance nicht zu nutzen und das Experiment der Einigung nicht zu wagen. Ob es dazu aber
    kommen wird, ist angesichts der Kleinkariertheit nationalstaatlichen Denkens recht fraglich.   
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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