Noah denkt™ - The Power of Balanced Reasoning
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An alle Euro und QE-Gegner: Aus eigener Kraft kann Deutschland keine
diplomatische Auseinandersetzung mit Frankreich gewinnen!
Dialog mit dem Alter Ego über die deutsche Quantative Easing-Entrüstung, erstellt und veröffentlicht am
23.01.2015
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Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (AE): Nachdem die Europäische Zentralbank am  Donnerstag, den
22.01. gegen die Stimmen der Bundesbank
ein Billionen-schweres Programm zum Kauf von Staatsanleihen der
Euro-Mitgliedsländer aufgelegt hat, ist der Unmut in Deutschland groß. Kritiker monieren nicht nur, dass die
EZB damit ein Opfer der anglo-amerikanischen Deflationshysterie geworden sei, sondern sie sehen darin auch
den ersten Schritt in eine gemeinschaftliche Schuldenhaftung, die bei EURO-Einführung so nicht vorgesehen
war. Manche Beobachter in Deutschland gehen deshalb sogar so weit, in der gestrigen EZB-Entscheidung den
Beginn des Endes des Euros zu erkennen.
(siehe Prof. Kerber auf France24). Wie beurteilt Noah denkt™ die
Reaktion in Deutschland?

Antwort von Noah denkt™ (Nd): Wir hatten ja schon früher darauf hingewiesen, dass wir die
Wachstumsprobleme im Euroraum nicht als Folge eines Liquiditätsmangels, sondern als Konsequenz einer
ungenügenden zivilbürgerlichen Mündigkeit ansehen. Wir teilen also, bis zu einem gewissen Grad die Skepsis
der deutschen Kommentatoren. Dennoch meinen wir, dass es nicht in deutschem Interesse ist, jetzt allzu laut
Zeter und Mordio zu schreien. Denn eins sollten diejenigen, die nun mit einer Distanzierung vom Euro-Projekt
liebäugeln nicht vergessen: Die Geschichte hat gezeigt, dass Deutschland eine diplomatische
Auseinandersetzung mit Frankreich nur dann gewinnen kann, wenn es die angloamerikanische
Mehrheitsmeinung auf seiner Seite hat
(siehe die amerikanische Unterstützung bei der Wiedergewinnung der
deutschen Einheit; siehe auch das erfolgreiche amerikanische Gegengewicht gegen weitergehende
französische Teilungsambitionen bei den Pariser Verhandlungen (1919); siehe auch die Unterstützung
Großbritanniens bei der Durchsetzung von Merkels Austeritätspolitik)
.  In allen anderen Fällen ist die deutsche
Diplomatie, den Werbe- und Überzeugungsfähigkeiten der französischen Seite hoffnungslos unterlegen. Dies
bestätigt auch die aktuelle EZB-Entscheidung. Wer also eine Isolierung Deutschlands in Kauf nehmen will,
schadet unseren nationalen Interessen.

AE: Warum ist die französische Diplomatie von Hause aus der deutschen Position überlegen?

Nd: Dass dem so ist, hat mit dem Erdbeben von 1871 zu tun, als sich die Großmacht Preussen, mit den
Mittelmächten Bayern und Württemberg zu einem politisch-wirtschaftlichen Giganten in der Mitte Europas
zusammengeschlossen hat, der bei allen seinen Nachbarn nur ein gewisses Unbehagen hervorrufen konnte.
An dieser grundsätzlichen Ausgangsposition hat sich trotz zwischenzeitlichem Wohlwollens gegenüber
Deutschland bis heute nichts geändert.  Es wird der französischen Diplomatie daher immer möglich sein,
innerhalb Europas schnell eine internationale, anti-deutsche Koalition zusammenzustellen, wenn es der
Regierung in Paris für geboten hält. Es kann für Deutschland folglich keine andere Politik-Option geben, als
die, die bisherige Politik der Nähe, sowohl zu Frankreich, als auch zu den angelsächsischen Ländern,
fortzuführen.

AE: Bedeutet dies also, das Deutschland die aktuelle EZB-QE-Kröte schlucken sollte?

Nd: Absolut.

AE: Und wie ist das in der Zukunft: Wird Deutschland ob seiner diplomatischen Unterlegenheit  letztlich keine
andere Wahl haben, als jedwede von Frankreich geforderte Transferzahlung zu akzeptieren?

Nd: Es wird auf jedenfall schwer sein, dauerhaft dem Wunsch nach Eurobonds zu widerstehen. Aber selbst
wenn Deutschland gezwungen sein sollte, im grossen Stil Transferzahlungen zu leisten, bedeutet dies nicht,
dass unser Land selbigen Umstand nicht deutlich beim Namen nennen kann.

AE: Was heisst das konkret?

Nd: Niemand kann Deutschland im Falle des Falles daran hindern, die Suedstaaten zu fragen, ob sie sich nicht
dafuer schämen, von Deutschland Sozialhilfe zu empfangen, nur weil sie selbst zu inkompetent sind, um
wettberwebsfaehig zu sein.   
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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Stichworte:

deutscher Unmut ueber das Quantitative Easing Preogramm der EZB,  deutsche Kritk an Draghi, Unmut
ueber das Quantitative Easing Programm der Europaeischen Zentralbank, Eurobonds,
Vergemeinschaftung der Schulden im Euro-Raum