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Über die langsame Rückkehr der Vernunft
Kommentar zur Anhörung von Dr. Robert Gates vor dem Armed Services Committee des US Senats,
6. Dez. 06
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Wer die Befragung von Dr. Gates vor dem zuständigen Ausschuss des US Senats in diesen Tagen verfolgt hat,
der kann nicht anders, als von der Unzweifelhaftigkeit beeindruckt zu sein, mit der sich der designierte neue
Verteidigungsminister von der bisherigen („staying the course“) Irakpolitik seines zukünftigen Vorgesetzen
distanziert hat.  Damit aber, in dem dies geschehen ist, damit steht für uns fest, dass die USA vor einem
grundsätzlichen Politikwechsel stehen, und die Zeiten des hegemonialen Unilateralismus bis auf weiteres erst
einmal vorüber sind. Denn zu sehr, so hat sich in der Befragung von Dr. Gates gezeigt, sind nun auch die
Konservativen vom Cheneykurs abgerückt, als dass man jetzt nicht auch mit einer Rückkehr zu einer
verständigeren und multilateralen Imperialvernunft wird rechnen müssen.

Daraus aber folgt für die Anleger, dass man mittelfristig auch im amerikanischen Wirtschaftsgebaren mit einer
Phase der verminderten Selbstsucht und des größeren Realismus rechnen muss. Denn zu sehr hat sich die
scientologische Selbstbeschwörungsweltsicht doch im Irak als verlustbringend und verfehlt erwiesen, als dass
man sie jetzt noch auf der Wall Street guten Gewissens wird predigen können.  

Nein, für uns bei Noah denkt™ steht fest, dass das Desaster im Irak dazu führen wird, dass auch im
amerikanischen Unternehmens- und Finanzmanagement der Messianismus auf Sicht abnehmen und die
Ausgewogenheit in gleichem Maße steigen wird. Und so glauben wird also, dass dies der Wertschöpfungskraft der
amerikanischen Wirtschaft einen erheblichen Nachdruck verleihen wird. Denn zu sehr wird es doch jetzt zur
Konzentration aufs Wesentliche kommen müssen, als dass damit nicht auch nachhaltige Mehrwerte geschaffen
werden können.  

So wird man also dem 43. Präsidenten dafür dankbar sein müssen, dass er seinem Land ungewollt, dabei
geholfen hat, die Gefahr der eigenen Hybris einzudämmen. Denn zu sehr hat er ihm die negativen Konsequenzen
der Selbstherrlichkeit doch vor Augen geführt, als dass es daraus jetzt nicht auch die rechten Schlüsse wird
ziehen können.

Was allerdings die nähere Zukunft angeht, so wird man in den USA erst mit einer schmerzlichen Abkühlung
rechnen müssen. Denn zu sehr ist die Kultur dort noch überhitzt und verblendet, als dass die Neuorientierung
ohne eine Ernüchterung wird gelingen können.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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