Noah denkt™  -
    Projekt für Wirtschaftsbeurteilungen
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Zur Begrűndung einer Philosophie des kapitalistischen Existenzialismus
Pressegespräch zwischen Noah denkt™ und seinem Alter Ego, erster Entwurf erstellt am 22.02.,
veröffentlicht am 03.03.2008
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Frage vom Alter Ego von Noah denkt™ (F): Wie wird man die Philosophie von Noah denkt™ am besten beschreiben können?
Antwort von Noah denkt™ (Nd): Wir meinen, dass man unser Denken am besten mit dem Begriff eines kapitalistischen
Existenzialismus zusammenfassen kann.

F: Und was will der kapitalistische Existenzialismus?
Nd: Er will, dass diejenigen, die der freien Marktwirtschaft am meisten das Wort reden, sich nicht länger im Angestelltsein oder in
steuerfinanzierten Positionen verstecken, sondern, am eigenen Beispiel den Nachweis erbringen, dass man sich in dieser
Wirtschaft ohne weiteres neu erfinden und gerade so im Markte einen Erfolg haben kann. Denn nur so, so meint Noah denkt™,
wird dieser Kapitalismus auch zu retten sein. Und so wird man denn auch nur auf diese Weise diee Freiheit erhalten können. Denn
zu sehr wird man sich nun in den Dienst derselben gestellt haben, als dass man damit nicht jetzt nicht auch andere fűr die
Selbstständigkeit wird gewinnen können.

F: Warum glaubt Noah denkt™, dass der Kapitalismus in Gefahr ist?
Nd: Nun es gibt zwei Argumentationsstrecken, mittels derer man die Selbstzerstörungsneigung des Kapitalismus beschreiben
kann. Die, eine, die man die ökonomische nennen könnte, hebt darauf ab, dass der zunehmende Konkurrenzkampf die
wirtschaftliche Existenz von immer mehr Menschen (wenigstens zeitweise) in Gefahr bringen wird. Und so wird denn auch die
Wahrscheinlichkeit steigen, dass immer mehr Verlierer sich in antikapitalistische, unfreie Phantasien stürzen werden, um ihre
Misere wenigstens ein wenig ertragen zu können. Denn zu hoffnunglos wird ihnen ihre Not erscheinen, als dass sie diese jetzt
noch konstruktiv bewältigen wollen.

F: Und wie sieht die andere Argumentationslinie aus?
Nd: Nun die zweite Argumentationskette ist eine eher sozialpsychologische, und sie reibt sich vor allem an der Tendenz zum
űberbordenden Materialismus, die dem Kapitalismus innewohnt. Denn natűrlich wird dieser Materialismus die Empathie- und
Selbstkritikfähigkeit immer weiter reduzieren műssen, so dass schliesslich der Zeitpunkt kommen wird, da sich die Menschen um
des allgemeinen Wohls Willen gar nicht mehr selbst beschränken können. Denn zu sehr werden sie nun in ihrem simplen
Eigennutz gefangen sein, als dass sie diesen jetzt noch verständig und sozialverträglich werden leben wollen.

F: Und zu welcher der beiden Positionen neigt Noah denkt™ am ehesten?
Nd: Wir glauben, dass beide gleichermassen relevant sind. Denn obwohl die ökonomische Kritik vor allem die Gefahr eines neuen
Totalitarismus sieht, so wird man auch in der psychologischen Anarchieprognose diese totalitäre Aussicht nicht verkennen können.
Denn zu sehr wird auch dieses Chaos frűher oder später dazu fűhren, dass man sich eine starke Zentralmacht wűnscht, als dass
man jetzt noch zwischen beiden Theorien wird unterscheiden müssen.

F: Warum glaubt Noah denkt™, dass es nicht ausreicht, die Vorzüge des Kapitalismus aus einer Position des Angestelltseins zu
erläutern?
Nd: Weil man sich in dieser Rolle zu wenig an den eigenen Worten messen lassen kann. Und so wird man in diesem Fall auch
keinen in die Not geratenden Witschaftsverlierer dazu animieren können, sich über die eigenen Freiheitsängste zu erheben. Denn
zu wenig wird man nun die persönliche Halbherzigkeit űberwunden haben, als dass man damit jetzt noch andere fűr die
Unabhängigkeit wird begeistern können.

F: Mit anderen Worten, der kapitalistische Existenzialismus setzt vor allem auf die Űberzeugungskraft der eigenen
Risikobereitschaft?
Nd. So ist das. Oder vielleicht sollte man besser sagen, dass der der kapitalistische Existenzialismus vor allem auf die
Űberzeugungskraft des Erfolges setzt, der von einer ehrlichen und nachvollziehbaren Risikobereitschaft erzielt wird. Denn natűrlich
wird eine solche Risikobereitschaft nur dann auch andere erreichen können, wenn sie sich selbst vernűnftig begrűndet hat, und
gerade deshalb die erhoffte Anerkennung (frűher oder später) finden wird. Denn zu sehr wird sie in diesem Fall wahrlich
unwiderstehlich sein, als dass sie ihre Mobilisierungswirkung jetzt noch wird verfehlen können.

F: Wie aber wird ein potentieller Freiheitskämpfer wissen können, ob seine Risikobereitschaft vernűnftig ist der nicht?
Nd.: Nun die Frage der Vernűnftigkeit seines Vorhabens wird sich aus der Ehrlichkeit ergeben, mit der er sich bei der Entwicklung
desselben um ein grűndliches und unabhängiges Verständnis des kategorischen Imperativs beműht hat.  Denn die Stimmigkeit
und Schlűssigkeit, mit der sich der Betreffende dem Geist des kategorischen Imperativs unterworfen hat, die wird ihn sowohl zu
einer soliden Selbsterkenntnis, als auch zu einem angemessenen Marktverständnis fűhren. Und so wird er in diesem Fall aus
beidem auch ein authentisches und mehrwertschaffendes Angebot entwickeln können. Denn zu sehr wird er nun um die Wahrheit
auch gerungen haben, als dass er diese jetzt nicht auch mit einer vernűnftigen Courage wird beweisen können.

F: Wieso wird einer, der vor allem nach einem grűndlichen, unabhängigen Verständnis des kategorischen Imperativs gesucht hat,
auch eine solide Marktkenntnis haben können. Immerhin hat der Betreffende sich doch mit der Welt vor allem philosophisch
auseinandergesetzt. Und so wird er in diesem Fall doch gar nicht die gewerblichen Erfahrungen haben sammeln können, die eine
wirtschaftliche Selbstständigkeit von ihm verlangt. Denn zu introspektiv wird sein Dasein doch gewesen sein, als das er die
Kundenwűnsche angemessen wűrde deuten können.
Nd: Nein, nein, so einfach ist das nicht. Denn, wer nach einer ehrlichen Anwendung des kategorischen Imperativs strebt, der hat
einen dialektischen Prozess durchleben műssen, der ihn mal in die Selbsterfahrung, mal in das Welterleben und mal in die
Reflexion von beidem treibt. Und so wird er in diesem Fall den Markt und das Gewerbliche auch aus verschiedenen Perspektiven
durchleuchten können. Denn zu sehr wird er darin nun sich selber auch begriffen haben, als dass er sich mit daraus
resultierenden Angebot jetzt nicht auch behaupten kann.

F: Mit anderen Worten, der Erfolg dieser vernűnftigen Risikobereitschaft wird sich unter anderen deshalb einstellen, weil ihr
Protagonist das nötige Durchhaltevermögen und die nötige Sturheit an den Tag legen wird?
Nd. Richtig. Denn diese reflektierte Sturheit, die man auch Opferbereitschaft nennen könnte, die wird ihre Űberlegenheit gerade
wegen ihrer existentiellen Hingabefähigkeit beweisen. Denn zu konkludent und stimmig wird die Disziplin sein, mit der sich dieses
Angebot selber vertritt, als dass diejenigen, die sich ihr mit weniger stimmigen Argumenten entgegenstellen werden, sie auf diese
Weise dauerhaft unterdrűcken könnten.

F: Nun wird man das Archaische an diesem Denken ja nicht leugnen können. Wird man deshalb nicht die Frage stellen műssen,
ob einer solcher Gottesurteilansatz űberhaupt human ist?
Nd: Die Frage ist berechtigt. Allerdings wird man ihr entgegenhalten műssen, dass auch die Verantwortung, die sich der Mensch
selber aufgegeben hat, nicht ganz und gar human ist. Denn zu sehr wird er sich darin doch fűrs grosse Ganze zuständig fűhlen
műssen, als dass diese Bűrde jetzt noch schmerzfrei wird ertragen können.

F. Noah denkt™ meint also, dass das Leben an sich eine existentielle Herausforderung ist, so das man sich auch im Wirtschaften
um dieselbe wird beműhen műssen?
Nd: Richtig. Denn gerade das Wirtschaftliche ist es doch, dass in unserer Zeit am meisten űber das Wohl und Wehe des Sozialen
entscheidet. Und so wird man sich gerade hier einer moralischen Schlűssigkeit gar nicht erst enthalten können. Denn zu sehr wird
man damit die Aufrichtigkeit auch auf anderen Feldern untergraben műssen, als dass man sich Existenzarbeit jetzt noch wird
ersparen können.

F: Natűrlich wird man die Bedeutung des Wirtschaftlichen in dieser Zeit nicht leugnen können. Und gerade weil der freie Markt doch
nicht wenige Verwerfungen schafft, wird sich ein vernűnftig denkender Mensch doch die Frage stellen műssen, ob es dieser
Kapitalismus űberhaupt verdient hat, dass man sich fűr ihn einsetzt. Denn zu systematisch wird in ihm doch dem Guten, Wahren
und  Schönen entgegen wirkt, als dass man dasselbe jetzt in ihm noch wird erschaffen können.
Nd. Nun wer so denkt der verkennt, dass der Kapitalismus so sehr zur Demokratie gehört, wie die Demokratie zum Kapitalismus
gehört. Und so wird, wer von der Vernűnftigkeit von Freiheit, Menschenrechten und Frieden űberzeugt ist, genauso so sehr ein
Demokrat wie auch ein Kapitalist sein műssen. Denn zu sehr wird er andernfalls die Selbstbestimmungsrechte des Einzelnen
einschränken műssen, als dass er dessen Naturrecht jetzt noch wird verwirklichen können.

Nein, nein, wer hier der Wahrheit die Ehre geben will, der wird erkennen műssen, dass alle Versuche dem Wandel bűrokratisch
Herr zu werden, nur dazu fűhren műssen, dass Veränderungswűnsche unnűtz aufgestaut werden. Und so wird man es in diesem
Fall auch nicht verhindern können, dass sich diese dereinst mit noch mehr Gewalt ihre Bahn brechen werden, als sie dies getan
hätten, wenn man ihnen sogleich eine geregelte Entfaltungsmöglichkeit geboten hätte. Denn zu sehr ist der Wunsch nach Wandel
im Menschen selber angelegt, als dass man ihn jetzt noch planwirtschaftlich wird bewältigen können.

F: Mit anderen Worten, Noah denkt™ meint also, dass sozialistische Systeme mit dem Geist der Menschenrechte nicht zu
vereinbaren sind
Nd: Genau so.  

F:  Was aber ist mit diesen Verwerfungen, die der Kapitalismus erzeugt?
Nd:  Okay, richtig ist, und das haben wir ja oben bereits eingeräumt, dass die Wirklichkeit dieses Kapitalismus allerhand
Ungerechtigkeiten aufweist. Allerdings wird man diese Härten nicht dem Kapitalismus an sich anlasten können, sondern es ist
vielmehr der Scheinheiligkeit derer geschuldet, die diesen Kapitalismus an erster Stelle zu vertreten haben, dass es diese
Verwerfungen gibt. Denn zu wenig haben die Betreffenden dafür getan, dass auch andere an die Erfolgsfähigkeit ihrer
unabhängigen Schaffenskraft glauben können, als dass sie diese jetzt noch fűr ihre eigene Genialität werden begeistern können.

F: Das heisst also, dass der kapitalistische Existenzialismus glaubt, dass eine ehrliche Umsetzung seiner selbst dazu fűhren wird,
dass sich so viele Menschen an der Entwicklung neuer Produkte und Angebote beteiligen werden, dass soziale Härten nun nicht
mehr entstehen werden?
Nd. Nun, zumindest werden die Ungerechtigkeiten  auf diese Weise erheblich reduziert werden. Denn zu grandios wird das
Schaffenspotential sein, was in einem Fort am Werke ist, als dass man damit jetzt nicht  auch die grössten Anpassungsschmerzen
wird ,verhindern können.

F: Aber ist dieses Schaffenspotential nicht heute schon tagtäglich am Werk? Und zeigt nicht die Realität, dass selbst dieser
Aufwand keine soziale Verträglichkeit schaffen kann?
Nd. Sicher ist es richtig, dass die Wirtschaft schon heute ausserordentlich innovativ ist. Und doch meinen wir, dass immer noch zu
viel Originalität brach liegt. Denn zu sehr wird unser Denken immer noch von Schubladenstandards beherrscht, als dass man mit
ihnen jetzt schon den vollen Erfindergeist wűrde mobilisieren können.

F: Was veranlasst Noah denkt™ zu der Auffassung, dass immer noch zu viel Originalität ungenutzt verpufft?
Nd: Nun es ist vor allen Dingen, die Marginalisierung, die wir selbst in dieser Wirtschaft erleben, die uns daran glauben lässt, dass
es noch mehr Menschen, wie uns geben muss, die nur wegen ihres formellen Nichtanerkanntseins von vorneherein kein offenes
Ohr finden können.   

F: Mit anderen Worten, Noah denkt™ kämpft gegen die institutionelle Voreingenommenheit, die nach seiner Meinung gerade von
angestellter Seite nur allzu gern ins Feld gefűhrt wird?
Nd. Richtig. Denn natűrlich ist es gerade die Tendenz dieses (leitenden) Angestelltsein, sich selbst als den höchsten Ausdruck des
kapitalistischen Geistes zu verstehen, die den Kapitalismus am meisten untergräbt. Denn zu sehr wird damit anderen zu verstehen
gegeben, dass sie nur im Konformismus eine Anerkennung erhoffen können, als dass man so die nötigen Innovationen jetzt auch
noch wird schaffen können.

F: Man kann also sagen, dass der kapitalistische Existenzialismus als Antwort auf die Verkorporatisisierung des Kapitalismus
entworfen wurde?
Nd: Genauso ist das. Denn natűrlich wird der Kapitalismus ohne die Innovationskraft selbständiger (und zuweilen auch
autodidakatischer) Pioniere gar nicht űberlebensfähig sein. Und so wird man es denn auch nicht mehr länger dulden können,
wenn diese wahren Freiheitskämpfer immer wieder von Leuten an den Rand gedrängt werden, die ein solches
Unabhängigkeitsrisiko selber niemals auf sich nehmen würden. Denn zu sehr wird damit die Wandlungsfähigkeit der eigenen
Volkswirtschaft gebremst, als dass sie so den eigenen Verfall jetzt noch wird verhindern können.

F: Hat Noah denkt™ diesen kapitalistischen Existenzialismus selbst entwickelt?
Nd: Nein, vielmehr ist es so, dass unser kapitalistischer Existenzialismus die ökonomischen Theorien des österreichischen
Wirtschaftswissenschaftlers Joseph Schumpeter aufgreift, und sie mit der Sartreschen Űberzeugung verbindet, dass man im
Leben eine bisweilen auch lebensbedrohliche Position beziehen muss, wenn man dem Wahren, Guten wirklich dienen will.

F: Nun wird es natűrlich Menschen geben, die diesem kapitalischen Existenzialismus vorwerfen werden, dass es eine Perversion
des wahren Existenzialismus sei, diesen mit der Idee des Kapitalismus zu verbinden. Denn immerhin, so werden die Betreffenden
sagen, wurde dieser Existenzialismus doch gerade gegen diesen Ellenbogenmaterialismus gegrűndet. Und so wird man ihn doch
heute nicht mit seinem Gegenstűck vermählen dűrfen. Denn zu sehr wird man damit die Wahrheit doch auf den Kopf stellen
műssen, als dass man sie jetzt noch wird behaupten können.
Nd. Nun ist es durchaus richtig, dass der ursprűngliche (französische) Existenzialismus ein eher antikapitalistischer war. Aus der
Tatsache aber, dass es einmal so war, und die Perversion der Ellenbogengesellschaft frűher als Systemfehler verstanden worden
ist, wird man heute doch nicht schliessen können, dass man dies mithin immer noch so sehen muss. Denn zu sehr wird man
damit die Lehren der Geschichte doch ignorieren műssen, als dass man sich jetzt noch zur Selbstbestimmung wird verhelfen
können.
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

Erinnering: Noah denkt™ ist ein Projekt des Landei Selbstverlages (Inh. Wilhelm Leonards). Die Rechte an allen Texten und
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Selbstverständlich drücken die Auffassungen, die in den Beurteilungen und Texten auf dieser Webseite enthalten sind, alleine die
Ansicht des Verfassers aus. Sie entheben also niemanden von der Verantwortung, sich selbst ein eigenes Urteil zu bilden, und für
die daraus folgenden Taten und Werke auch selbst gerade zustehen. Was dies konkret bedeutet, das ist im
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Stichworte:

Philosophie des Kapitalismus,
kapitalistische Philosophie, Schumpeters Theorie, kapitalistischer
Unternehmer,
Schumpeters Unternehmer, philosophischer Unternehmer, kapitalistische
Konsequenz, Rettung des Kapitalismus,
falscher Kapitalismusbegriff