Noah denkt™  -
    Projekt für Wirtschaftsbeurteilungen
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Qualitätskontrolle 2012
Eine Beurteilung von Noah denkt™s Vorhersage-Genauigkeit im Jahre 2012, veröffentlicht am 07.01.2013
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Die Treffsicherheit unserer Vorhersagen ist für das Jahr 2012 recht schwer zusammenzufassen.
Als nachhaltige
Verteidiger des Euros sind wir natürlich froh darüber, dass sich die Lage in der Eurozone in der zweiten Hälfte
von 2012 stabilisiert hat, und so die Voraussetzungen zu einem Börsenaufschwung geschaffen wurden. Sicher
wurde die Stabilisierung der Euro-Zone erst möglich, nach dem die EZB erklärt hat, dass sie alles, aber auch
alles, tun wird, um den Bestand des Euros zu sichern.
Noah denkt™ hat diese mutige Haltung der EZB schon
früher eingefordert, und unser Projekt hat es dann auch als selbstverständlich erachtet, in der Folge Herrn
Draghi gegen seine Kritiker in Schutz zu nehmen. Doch dies ist nicht der einzige Punkt, wo wir die Euro-
Rettungsbemühungen konstruktiv begleitet haben. So haben wir nicht nur
die europäische Integration, den ESM-
Fiskalpakt, und die Europäische Banken Union begrüsst, nein wir sind auch vehement für die Fortsetzung der
Strukturreformen in Spanien und anderswo eingetreten. Wir hätten also jede Menge Anlass, uns durch die
Hausse an den internationalen Börsen bestätigt zu fühlen, wenn da nicht
unser Artikel vom  16. Mai 2012 wäre, in
dem wir im Rahmen eines Gespräches zwischen Noah denkt™ (Nd) und seinem Alter Ego (AE) folgendes
verlauten lassen:

    AE: Das heisst also, das Noah denkt™ nicht den Beteuerungen fast aller Experten glaubt, wonach Frankreich und
    Deutschland zur konstruktiven Zusammenarbeit gezwungen sind, und es mithin auch nicht zu einer ideologischen
    Auseinandersetzung um den Keynesianismus zwischen Frau Merkel und Herrn Hollande kommen wird?
    Nd: Nein, nach dem, was wir gestern gesehen haben, glauben wir, dass diese ideologische Auseinandersetzung
    bevorsteht, dass selbige Konfrontation unweigerlich auf eine Art Kuba-Krisen-Moment hinauslaufen wird, dass dieser
    dramatische Super-Moment zur Bereinigung der philosophischen Unterschiede gleichwohl notwendig ist, und dass am
    Ende die deutsche Position wegen ihrer überlegenen Vernunft als Sieger aus dieser Konfrontation hervorgehen wird.

    AE: Wir müssen also jetzt darauf gefasst sein, dass die Kurse an den Börsen erstmal nach unten gehen werden?
    Nd: So ist das wohl. Allerdings sehen wir das nicht als problematisch an. Denn der Druck der Märkte wird sicher das Seinige
    tun, damit Herr Hollande und seine Keynesianer am Ende die Kurve zur Einsicht nehmen können.

Nun könnte man bei gutwilliger Betrachtung durchaus zu dem Schluss kommen, dass hier die weitere
Entwicklungen richtig vorhergeahnt wurden. Denn nicht nur haben die Börsen nach dem 16.05 erst einmal einen
gewissen Abschwung erlebt. Nein, darüber hinaus ist es auch im Rahmen der ESM-Verhandlungen zu schweren
Auseinandersetzungen zwischen Frau Merkel und den Keynesianern gekommen, die zu guter Letzt dazu geführt
haben, dass sich
Herr Hollande von den meisten seiner allzu optimistischen Konjunkturförderideen verabschieden
konnte. - Dennoch bleibt die traurige Wahrheit, dass wir zu keinem Zeitpunkt nach dem 16.05 die prognostizierte
Abschwungphase als beendet erklärt haben. Im Gegenteil, wir haben uns in den Monaten der Börsenerholung
bewusst mit einer Jubelpose zurückgehalten, weil wir erst einmal abwarten wollten, wie die Eurozone d
as Problem
Griechenland behandeln wird. Und nach dem klar wurde, dass die Euro-Chefs nicht den Mut haben werden,
Griechenland den Euroaustritt nahezulegen, waren wir so entkräftet, dass wir von den späteren Börsenrally nicht
mehr profitieren konnte. Tatsächlich sind wir nämlich der Auffassung, dass die weitere Stützung Griechenlands
innerhalb des Euros ein so schwerer Verstoss gegen den Gedanken eines gleichgewichtigen Handelns (zwischen
den Beachtung nackter Marktrealitäten einerseits, und soziale Rücksichtnahme andererseits) ist, dass daraus
noch erhebliches Übel zu einem späteren Zeitpunkt erwachsen wird. Nun kann es durchaus noch einige Jahre
dauern, bis sich die Unaufrichtigkeit im Falle Griechenlands rächen wird. Dass es aber irgendwann dazu kommen
wird, das steht für uns ausser Frage.

Sei es, wie es sei, an den nackten Zahlen für das vergangene Jahr ändert all dies wenig. So liest sich also die
Analyse unserer Wertschöpfungskraft im Jahre 2012 bei rigoroser Betrachtung wie folgt:
Index
Optimistisches Grundgefühl
Noah denkt™s
Wertschöpfungs-
kraft
Pessimistisches Grundgefühl
Noah denkt™s
Wert-
schöpfungskraft
03.01 –
15.05.2012
16.05 –
31.12.2012
Dow Jones
12,397.38
12,632.00
+1,89%
12,598.55
13,104,14
-4,01%
Nasdaq
2,648.72
2,893.76
+9,25%
2,874.04
3,019.51
-5,06%
SAP 500
1,277.06
1,330.66
+4,20%
1,324.80
1,426.19
-7,65%
Dax
(Schlusstag
28.12*)
6.166,57
6.401,06
+3,80%
6.384,26
7.612,39*
-19,24%
E-Stoxx 50
2,389.91
2,178.67
-8.84%
2,175.34
2,635.93
-21.71%
Ftse 100
5,699.91
5,437.62
-4,1%
5,405.25
5,897.81
-9,11%
Zwischensumme
+6.2%
  -66,78%
Gesamtwert unserer Wertschöpfungskraft in 2012
-60,58%
Mittlere Wertschöpfungskraft von Noah denkt™ im Jahre 2012   (-60,58 : 6)
-10,1%
Natürlich haben wir ein bisschen mit uns gerungen, und uns gefragt, ob es wirklich fair ist, diese Zahlen hier so zu
veröffentlichen. Aber am Ende sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass es nicht nur die Goldene Regel ist, die
dies von uns verlangt, sondern, dass es auch die Ehrlichkeit gegenüber den Menschen in Spanien und anderswo
ist, die uns selbiges Verhalten auferlegt. Denn wie will man von den Griechen etc. erwarten, dass sie die sozialen
Kürzungen konstruktiv hinnehmen, wenn wir an dieser Stelle nicht in der Lage sind, den Schmerz auszuhalten,
den wir uns selbst zugefügt haben. Sei es drum ....
© Landei Selbstverlag, Inh. Wilhelm Leonards, Gerolstein

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